
Nelson Z. im Landgericht. Quelle: Kempner
Er ist wegen erpresserischen Menschenraubs vorbestraft, nun muss er erneut hinter Gitter: Ein Leipziger wurde nach Überfällen auf Taxifahrer zu mehr als fünf Jahren Haft verurteilt.
Leipzig. Nach zwei Überfällen auf Taxifahrer Anfang dieses Jahres muss ein Leipziger für mehrere Jahre hinter Gitter. Die 5. Strafkammer des Landgerichts unter Vorsitz von Richter Berthold Pfuhl verurteilte Nelson Z. (26) am Freitag zu einer Haftstrafe von fünf Jahren und acht Monaten, unter anderem wegen besonders schwerer räuberischer Erpressung und gefährlicher Körperverletzung. Der gebürtige Leipziger raubte laut Anklage am 10. Januar kurz vor 5 Uhr in der Lindenauer Endersstraße Taxiunternehmer Bernd M. (60) die Tageseinnahmen in Höhe von rund 400 Euro und versetzte dem Mann mit einem Elektroschocker einen Stromstoß in den Oberschenkel, weil dieser sein Geld nicht freiwillig herausrücken wollte. Vier Tage später, am 14. Januar gegen 3.50 Uhr, soll er Taxifahrerin Katrin I. (49) an der Zschampertaue mit einer Waffe bedroht und ihr mehr als 500 Euro abgenommen haben.
Drogen und Glücksspiel
Der Angeklagte hatte zum Prozessauftakt die Taten eingestanden (die LVZ berichtete). Er habe das Geld gebraucht, um Glücksspiel und Drogen zu finanzieren. Während der Hauptverhandlung wurde bekannt, dass Nelson Z. täglich bis zu zwölf Stunden in Casinos zugebracht hat. Mit dem massiven Crystal-Konsum begann er eigenen Angaben zufolge während seiner Haftzeit. Die Droge setzte auch die Hemmschwellen herab und machte Nelson Z. zunehmend aggressiv, erklärte sein Verteidiger Ingo Stolzenburg. Der Leipziger, Sohn eines Moçambiquaners, ist erheblich vorbestraft, war im April 2013 bereits wegen erpresserischen Menschenraubs zu vier Jahren und drei Monaten Knast verurteilt worden.
Seine Opfer leiden teilweise bis heute an den Folgen der Überfälle. Katrin I. besucht beispielsweise eine Therapie, um das Schockerlebnis verarbeiten zu können. Bernd M. war nach der Begegnung mit dem Räuber tagelang krankgeschrieben und durchlebte den Überfall wieder und wieder wie in einem Film.
