Mrz 09

Er stahl einer Oma die Handtasche: Wer kennt diesen dreisten Dieb?

Wer hat diesen Mann gesehen?

Lippe – Bereits am 2. Januar 2018, gegen 15 Uhr, entriss ein unbekannter Mann einer 86-Jährigen im Bereich der Bielefelder Straße die Handtasche. Dabei wurde die Frau leicht verletzt.

Jetzt fahndet die Polizei mit einem Foto nach dem dreisten Dieb. Das Opfer kam aus dem nahe gelegenen Supermarkt und wollte gerade die Treppenstufen, die zum Eichendorffweg führen, nehmen, als sie von einem dunkelhäutigen Mann angesprochen wurde.

Der Mann fragte die Rentnerin, ob sie wohl Geld wechseln könnte. Als das verneinte, griff der Täter die Frau an und entriss ihr die Handtasche, in der sich auch das Porte­mon­naie von ihr befand.

Ermittlungen der Polizei ergaben, dass der Dieb die Frau schon zuvor in dem Supermarkt beobachtet hatte und ihr daraufhin gefolgt war.

Der Täter ist etwa 25 Jahre alt, circa 1,75 Meter groß und hat dunkle Haare und einen sehr dunklen Teint. Zudem trug er einen Wangenbart, dunkle Kleidung und dunkle Turnschuhe mit weißer Sohle. Außerdem hatte er ein schwarzes Cap auf dem Kopf.

Nach der Tat floh der Unbekannte in Richtung Eichendorffweg. Eine zeitnahe eingeleitete Fahndung verlief leider erfolglos. Hinweise zu dem mutmaßlichen Täter nimmt das Kriminalkommissariat Detmold unter der Telefonnummer 05231/6090 entgegen.

Fotos: Polizei Lippe

Quelle: Tag24

Mrz 09

17-jähriges IS-Mitglied plante Sprengstoffanschlag in Deutschland

Der Iraker sammelte Schwarzpulver aus Chinaböllern, um einen Sprengsatz zu bauen. (Symbolbild)

Karlsruhe/Eschwege – Knapp einen Monat nach der Festnahme eines 17-Jährigen im nordhessischen Eschwege hat sich der Terrorverdacht gegen den jungen Mann erhärtet.

Dem Iraker werde vorgeworfen, sich Sprengstoff beschafft zu haben, um einen islamistisch motivierten Anschlag in Deutschland oder Großbritannien zu begehen, teilte der Generalbundesanwalt am Donnerstag in Karlsruhe mit.

Die Behörde erwirkte daher einen neuen Haftbefehl wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Der 17-Jährige sitzt seit seiner Festnahme am 13. Februar in Untersuchungshaft.

„Nach bisherigen Erkenntnissen plante Deday A. einen Sprengstoffanschlag, wozu er eine große Menge an Chinaböllern in seiner Wohnung in Hessen verwahrte, aus denen er Schwarzpulver zum Bauen eines Sprengsatzes gewinnen wollte“, hieß es. Der 17-Jährige soll außerdem Mitglied der Terrormiliz Islamischer Staat gewesen sein.

Ursprünglich hatte die Staatsanwaltschaft Frankfurt die Ermittlungen geführt. In diesem Verfahren sei am 13. Februar 2018 Haftbefehl durch den Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Eschwege erlassen worden, teilte die Bundesanwaltschaft mit.

Nach Übernahme der Ermittlungen durch die Bundesanwaltschaft sei nunmehr am Bundesgerichtshof ein neuer Haftbefehl erwirkt worden.

Fotos: DPA

Mrz 08

Widerlich! Das mussten zwei 14-Jährige in einer Sauna mit ansehen

Ein 36-Jähriger belästigte zwei Mädchen im Miramar sexuell. (Symbolbild)

Weinheim – Einfach nur widerlich! Im Miramar in Weinheim sind zwei junge Mädchen Opfer einer sexuellen Belästigung geworden.

Wie die Polizei berichtete, hielten sich die beiden 14-Jährigen am Montagabend im Saunaubereich des Spaßbades auf. Ein Mann sprach die Mädchen an und begann plötzlich vor den Augen der Jugendlichen zu onanieren.

Die Opfer reagierten trotz des Schocks glänzend: Sie wendeten sich umgehend an einen Bademeister und erstatten diesem Bericht. Kurz darauf konnte der Täter festgenommen werden.

Beim Festgenommenen handelt sich um einen 36-Jährigen Mann aus Ludwigshafen. Da es im beliebten Erlebnisbad in der Vergangenheit zu ähnlichen Fällen gekommen war, sucht die Polizei nun öffentlich nach weiteren Zeugen.

Die Beamten beschreiben den Mann wie folgt: „Er ist 1,76m groß, schlanke Statur, osteuropäisches Erscheinungsbild, dunkles Haar, hoher Haaransatz, Dreitagebart. Während des Aufenthalts im Schwimmbad trug der Mann schwarz/neon-grüne Badelatschen.“

Bei sachdienlichen Hinweisen können sich Zeugen unter der Rufnummer 0621/174-4444 melden.

Fotos: DPA

Mrz 08

Frau sexuell belästigt Als Mann helfen will, wird er geschlagen und am Boden getreten

Symbolbild

Magdeburg – Vor einer Diskothek in der Gareisstraße in Magdeburg kam es in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch nach Angaben der Polizei zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung, nachdem eine junge Frau sexuell belästigt worden war.

Nach Aussagen der Geschädigten war die 22-jährige Frau in der Diskothek von drei ihr unbekannten Männern zunächst massiv angeflirtet worden. In der Folge kam es zwischen den Männern und der Frau sowie ihrem Bekannten in dem Lokal zu einer verbalen Auseinandersetzung. Der Streit verlagerte sich laut Polizei dann nach draußen, wo die junge Frau von einem der Männer unsittlich berührt wurde.

Zu den Tätern ist bislang nur bekannt, dass die Täter südländisch ausgesehen haben sollen. Einer der Männer trug schulterlanges, gelocktes Haar.

Als der Bekannte der jungen Frau, ein 23-jähriger Magdeburger, zu Hilfe kam, stieß ihn einer der Täter zu Boden. Am Boden liegend wurde auf den jungen Mann eingetreten. Aufgrund seiner Verletzungen musste der junge Mann im Krankenhaus behandelt werden. Gegen die Täter ist ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung sowie wegen Beleidigung auf sexueller Grundlage eingeleitet worden.

 

Quelle: mz-web

Mrz 08

Nach tödlichem Schuss: Fall wird wegen „Araberclans“ und Drohungen zum Politikum

Bei einem Einsatz in Neubrandenburg traf ein Polizist einen Einbrecher tödlich mit einer Kugel.

Neubrandenburg/Schwerin – Der Polizist, der vor wenigen Tagen einen mutmaßlichen Einbrecher in Neubrandenburg erschossen hat, wird ein Fall für den Innenausschuss des Schweriner Landtages.

Hintergrund seien neben dem Einsatz auch daraus resultierende Todes-Drohungen von Mitgliedern arabischstämmiger Clans über Facebook gegen den Polizisten, der den tödlichen Schuss abgegeben hat, erklärten Sprecher der CDU- und AfD-Fraktion am Mittwoch.

Inzwischen wurden „geeignete Maßnahmen ergriffen, um den Kollegen zu schützen“, wie TAG24 berichtete. Der Tote kam aus Berlin und soll Verbindungen ins kriminelle Milieu gehabt haben.

Er soll vor dem Schuss den Beamten mit Reizgas attackiert haben. Zwei Komplizen wurden am Tatort mit mehr als 30.000 Euro verhaftet.

„Es kann nicht sein, dass Berliner Zustände durch kriminelle Araberclans jetzt auch nach Mecklenburg-Vorpommern getragen werden“, erklärte AfD-Fraktionschef Nikolaus Kramer (41). Der CDU-Innenexperte Marc Reinhardt sagte, der Ausschuss werde sich „selbstverständlich mit diesem bedeutenden Fall befassen.“

Handfeste Ergebnisse der Staatsanwaltschaft gebe es aber wohl erst im April.

Fotos: DPA

Quelle: Tag24

Mrz 07

Joggerin in Düsseldorf sexuell massiv bedrängt – Tatverdächtiger flüchtig

Foto: Patrick Schlos, Die Polizei sucht nach einem Mann, der am Unterbacher See in Düsseldorf offenbar eine Frau vergewaltigen wollte.

Düsseldorf.  Ein Mann hat am Unterbacher See eine Joggerin in ein Gebüsch gestoßen und an Po und Brüsten begrapscht. Weil sie sich heftig wehrte, floh er.

Die Polizei sucht Zeugen eines Übergriffs auf eine Joggerin, der sich am Montagmorgen am Unterbacher See ereignete: Demnach hat ein Unbekannter die Frau auf dem Waldweg im Bereich Südstrand massiv sexuell belästigt. In der Nähe eines dortigen Cafes sei dann ein Mann auf sie zugekommen und habe nach der Uhrzeit gefragt. Als die Frau ihr Smartphone hervorholte, habe der Tatverdächtige sie plötzlich in ein Gebüsch gestoßen und ihr an Po und Brüste gefasst. Nur weil sie sich heftig wehrte, habe der Mann schließlich von ihr abgelassen und sei in Richtung Autobahn geflüchtet.

Tatverdächtiger flüchtet in Richtung Autobahn

Der Tatverdächtige ist weiter auf der Flucht und wird wie folgt beschrieben: etwa 30 bis 40 Jahre alt und circa 1,70 bis 1,75 Meter groß, kurze schwarze Haare, er sprach gebrochenes Deutsch. Laut Angaben der Geschädigten hatte er einen dunkleren Teint. Bekleidet war er zur Tatzeit mit einem olivgrünen Parka mit Kapuze und einer Jeans.

Hinweise nimmt das Kriminalkommissariat 12 der Düsseldorfer Polizei unter der Rufnummer 0211-8700 entgegen.

Quelle: nrz

Mrz 07

Vermeintliche Teenies vergewaltigen Frau und drohen, sie abzustechen

Zu viert stürzten sich die Männer auf die Frau (56) (Symbolbild).

Dessau-Roßlau – Am Landgericht Dessau-Roßlau müssen sich von Dienstag kommender Woche an vier Männer verantworten, die im August 2017 eine 56 Jahre alte Frau vergewaltigt haben sollen.

Den Angeklagten aus Eritrea werden Vergewaltigung im besonders schweren Fall und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen, teilte das Landgericht Dessau-Roßlau am Mittwoch mit. Hinter einer ehemaligen Schule sollen die Männer ihr Opfer nacheinander missbraucht haben. Einer von ihnen soll der Frau eine zerbrochene Bierflasche an den Hals gehalten und gedroht haben, sie „abzustechen“, falls sie sich wehre.

Die Frau erlitt eine Stichverletzung am Jochbein, Hautabschürfungen und Prellungen und wurde mehrere Tage im Krankenhaus behandelt. Die Männer sind in Untersuchungshaft.

An ihren Altersangaben gibt es Zweifel – drei der Täter gaben an, zur Tatzeit 18 oder 19 Jahre alt gewesen zu sein. Ein weiterer Angeklagte ist eigenen Angaben zufolge 21 Jahre alt. Ein Altersgutachten hat laut Landgericht ergeben, dass die Angaben mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zutreffen. Ein vermeintlich 18-Jähriger sei tatsächlich mindestens 22 Jahre alt.

Für den Prozess sind Termine bis Mitte April festgesetzt.

Fotos: 123RF

Quelle: Tag24

Mrz 07

Mann bedroht Polizisten mit Messer

Die Polizei hat am Sonntag einen 19-Jährigen festgenommen. Foto: dpa

Ein 19-Jähriger verschanzt sich in seinem Zimmer und droht damit, aus dem Fenster zu springen. Als die Polizei eintrifft, geht er mit einem Messer auf die Beamten los.

Filderstadt – Wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung mit tätlichem Angriff auf Vollstreckungsbeamte und Bedrohung ermitteln die Staatsanwaltschaft Stuttgart und die Kriminalpolizei Esslingen gegen einen 19 Jahre alten Mann aus Kamerun. Wie die Polizei berichtet, war der Asylbewerber am Sonntagabend in seiner Unterkunft in Filderstadt-Sielmingen (Kreis Esslingen) mit einem Messer auf mehrere Polizisten losgegangen. Erst nach dem Einsatz von Pfefferspray gelang es den Beamten, den Mann festzunehmen. Verletzt wurde niemand. Der Tatverdächtige befindet sich mittlerweile in Haft.

Am Sonntag war der Polizei gegen 19.15 Uhr mitgeteilt worden, dass sich ein Bewohner in seinem Zimmer verschanzt habe und aus dem Fenster springen wolle. Als die Beamten vor Ort eintrafen, saß der 19 Jahre alte Kameruner auf einer Fensterbank. Als er die Polizisten sah, rannte er mit dem Messer in der Hand auf sie zu. Die Beamten versprühten Pfefferspray, daraufhin legte der junge Mann das Messer weg. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Stuttgart wurde der bereits polizeibekannte Mann am Montagnachmittag beim Amtsgericht Nürtingen einem Haftrichter vorgeführt, der den Beschuldigten in Untersuchungshaft nahm. Er wurde im Anschluss in eine Justizvollzugsanstalt gebracht.

Quelle: StZ

Mrz 07

So sollen Anwohner jetzt vor kriminellen Flüchtlingen geschützt werden

In dem Flüchtlingsheim in Oerlinghausen werden vor allem Flüchtlinge untergebracht, die keine Bleibeperspektive haben. (Symbolbild)

Oerlinghausen – Das Flüchtlingsheim in Oerlinghausen hält Anwohner seit Monaten in Atem. Einige berichteten sogar davon, dass sie nicht mehr schlafen können, weil sie sich vor kriminellen Asylbewerbern fürchten.

Seit einem Jahr stiegen die Einbruchszahlen. Laut Angaben der Polizei Lippe und der Polizei Gütersloh sollen die mutmaßlichen Täter aus der Asylunterkunft stammen (TAG24 berichtete).

In den vergangenen Wochen konnten bereits mehrere Tatverdächtige festgenommen werden: Neben drei polizeibekannten 20, 31 und 38 Jahre alten Männern wurden zuletzt auch ein 17-jähriger Zuwanderer albanischer Herkunft sowie ein Georgier (42) aufgespürt.

Trotzdem: Anwohner kritisierten, dass sich Staatssekretär Andreas Bothe vom Ministerium für Flüchtlinge und Integration ihre Ängste nicht persönlich anhörte. Er war Ende Januar nach Oerlinghausen gekommen, um sich ein Bild von der Situation zu machen.

Am Montagabend kehrte er zurück – dieses Mal gab es ein Gespräch mit rund 500 Anwohnern. Wie der WDR berichtet, wurden seitens der Politik und Polizei Fehler eingeräumt. Mittlerweile nimmt man die Befürchtungen der Bürger ernst.

Es sind zahlreiche Maßnahmen geplant. Einige wurden bereits umgesetzt: So gibt es eine Überwachung des Flüchtlingsheims mit Kameras und Nachtsichtgeräten. Außerdem wurde mehr Security-Personal eingestellt.

Ein weiterer Schritt, um die Sicherheit zu erhöhen: In Zukunft sollen weniger Flüchtlinge nach Oerlinghausen kommen. Die meisten Asylsuchenden, die dort aktuell unterkommen, haben keine Bleibeperspektive in Deutschland. Ihre Herkunftsländer – meistens im Balkan oder in Nordafrika – gelten als sicher.

Auch das soll ein Grund dafür sein, warum die Kriminalität in Oerlinghausen stieg: Eine Studie der Bundesregierung zeigte auf, dass vor allem die Asylsuchenden Straftaten begehen, die in der Bundesrepublik keine Chancen mehr haben.

Fotos: DPA

Quelle: Tag24

Mrz 07

Merkel unter vier Augen zu Seehofer – „Die wollen mich weghaben“


Angela Merkel äußerte sich vor der Presse zum Scheitern der Jamaika-Sondierungen
Quelle: pa/Michael Kappe/dpa

Über Monate wurde im politischen Berlin gerungen – um Themen, Macht, Posten. Die Doku „Im Labyrinth der Macht“ zeigt, wie es hinter den Kulissen zuging. Horst Seehofer gewährt erstaunliche Einblicke.

Jamaika-Aus nach wochenlangem Sondieren. Das Ringen der SPD um die Regierungsbeteiligung in einer neuen GroKo. Martin Schulz‘ Rückzug von allen Ämtern. Die Deutschen brauchten nach der Bundestagswahl viel Geduld. Mehr als fünf Monate voller politischer Machtkämpfe, offen ausgetragenem Streit und durchgesteckten Nachrichten vergingen, bis die große Koalition stand. Wie aufgeladen die Stimmung war, zeigt die ARD-Dokumentation „Im Labyrinth der Macht – Protokoll einer Regierungsbildung“, die am Montagabend ausgestrahlt wurde. Vor allem CSU-Parteichef Horst Seehofer gewährte einen tiefen Einblick und redete Klartext. Seine stärksten Aussagen im Überblick:

Seehofer über Gabriels Tabubruch

Horst Seehofer, der zukünftig das Innenministerium leiten wird, kritisierte Sigmar Gabriel (SPD) in aller Deutlichkeit. Der noch amtierende Außenminister habe mit seiner Äußerung über den früheren SPD-Chef Martin Schulz ein Tabu gebrochen. „Seine Tochter zu instrumentalisieren in einer innerparteilichen Auseinandersetzung, ist inakzeptabel. Noch dazu mit der ihr in den Mund gelegten Äußerung“, sagte Seehofer in der TV-Dokumentation. Es sei völlig daneben, ein Kind in die politische Auseinandersetzung einzubeziehen. „Ich glaube, das hat es auch so noch nie gegeben. Dass irgendjemand in der Politik ein Kind in Anspruch nimmt, um einen Politiker herabzusetzen. Das geht nicht!“

Gabriel hatte den Plan von Martin Schulz, selbst Außenminister zu werden, mit einem Zitat seiner fünfjährigen Tochter Marie kommentiert: „Papa, jetzt hast du doch mehr Zeit mit uns. Das ist doch besser als mit dem Mann mit den Haaren im Gesicht.“ Gabriel entschuldigte sich später bei Schulz für die Aussage.

… über das Krebsübel der deutschen Politik

Auch Christian Lindner bekommt in der Sendung Seehofers Groll zu spüren: Der FDP-Chef habe sich während der gescheiterten Sondierungen für eine Jamaika-Koalition von Union, FDP und Grünen sehr häufig über Indiskretionen aufgeregt und die Grünen verdächtigt, interne Informationen an die Presse weitergegeben zu haben. Seehofer: „Er hat es aber selbst kräftig praktiziert, indem er Unterlagen abfotografiert hat und diese Fotografien dann den Journalisten zugespielt hat. Das ist ein wirkliches Krebsübel der deutschen Politik geworden.“

… über Merkels Reaktion auf das Jamaika-Aus

Regierungschefin Angela Merkel äußert sich in der Dokumentation nicht. Allerdings beschreibt Seehofer den Moment, als die Jamaika-Verhandlungen platzten. Merkel fühlte sich angegriffen wie selten – und vermutete sogar ein Komplott. „Angela Merkel, nachdem das klar war, die war richtig ernst, wie man sie ganz, ganz selten erlebt“, sagt Seehofer. „Das war nicht für die Fernsehkameras, sondern sie war wirklich getroffen. Und sie hat mir dann später unter vier Augen gesagt: ‚Die wollen mich weghaben.‘ Die FDP – die wollen mich weghaben.“

Verlierer und eine ungewisse Zukunft

Gedreht hat die Dokumentation der Filmemacher und Fernsehpreisträger Stephan Lamby. Er holte einige Protagonisten des politischen Berlin der vergangenen Monate vor die Kamera. Außer Horst Seehofer kamen auch Christian Lindner, Katarina Barley, Martin Schulz, Kevin Kühnert, Julia Klöckner, Alexander Dobrindt, Katrin Göring-Eckardt und Alexander Gauland zu Wort.

In den Interviews sticht ein deutlicher Verlierer der langen Regierungsbildung heraus: Martin Schulz. Er stolperte über die Aussage nach der Wahl, er werde nicht in ein Kabinett von Merkel eintreten. Nach dem Scheitern von Jamaika strebte er jedoch einen Ministerposten an. Die geschäftsführende Bundesfamilienministerin Barley (SPD) empfand die massive Kritik aus den eigenen Reihen als unverhältnismäßig. „Das war mit einer persönlichen Aggressivität, Häme und Wut gepaart, in vielen Fällen, das fand ich schon bemerkenswert. Daraus sprach sicherlich viel Enttäuschung, viel Frust. Aber dass er das für sich persönlich als übermäßige Härte empfunden hat, das kann ich sehr gut nachvollziehen“, sagte sie.

Doch nicht nur Schulz, auch die SPD kann als Verlierer betrachtet werden. Am Sonntag, 4. März, verkündete die neue Parteiführung das Ergebnis des Mitgliederentscheids. Sachlich. Ohne einen Hauch von Emotionen. Auch im Saal blieb es still. Es ist das Ende eines erbitterten Kampfes in der Partei, die gespalten aus der Regierungsbildung hervorgeht. Zwei Drittel der Mitglieder wollten die GroKo, ein Drittel nicht. Dazu kommen noch schlechte Umfragewerte. Inzwischen liegen die Sozialdemokraten gleichauf mit der AfD.

Am Ende bringt die Dokumentation das Dilemma auf den Punkt. „Es ist eine Zäsur, und es ist und wird kein Einzelfall bleiben. Wir müssen uns daran gewöhnen, dass die deutsche Politik sich grundlegend verändert hat“, sagt Dobrindt. Auch Barley bemerkt „eine gewisse Verunsicherung“, dass die Mechanismen nicht mehr so funktionieren, wie wir es gewohnt waren.

Und WELT-Autor Robin Alexander fasst zusammen, dass derzeit ein „epochaler Wandel“ stattfindet. „Manche glauben nur, die Ära Merkel geht vorbei. Andere glauben, die Ära Bundesrepublik geht vorbei“, sagt er. Damit wären feste Volksparteien und sichere Mehrheiten Geschichte. Eine Frage aber lässt die Dokumentation offen: „Was oder wer kommt danach?“

Quelle: welt

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