Apr 08

Skandal um die „Gorch Fock“: Von der Leyens Beamte frisierten Berichte

(Foto: picture alliance/dpa)

Eine interne Untersuchung zur Ausgabenexplosion der „Gorch Fock“-Sanierung zeigt: Die eigenen Leute ließen die Verteidigungsministerin in die Kostenfalle laufen. Sie verkehrten Kernaussagen ins Gegenteil – innerhalb weniger Wochen.

Keine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung, fehlende Sorgfalt, mangelnde Transparenz, Verstöße gegen hausinterne Vorgaben und Vergaberecht, unter den Tisch gekehrte Warnungen vor einer Kostenexplosion sowie mangelnde oder gar falsche Informationen für Ressortchefin Ursula von der Leyen: Selten haben regierungsinterne Ermittlungen derartig viele Missstände schonungslos zu Tage gefördert, wie es der Bericht tut, den von der Leyens parlamentarischer Staatssekretär Peter Tauber zur Kostenexplosion bei der Renovierung der „Gorch Fock“ am Montag dem Verteidigungsausschuss des Bundestages übermittelte.

Das 19-seitige Dokument, das n-tv.de vorliegt, ist ein einziges Selbsteingeständnis des Versagens, das selbst der Opposition Respekt abnötigt. „Die haben sich ehrlich gemacht“, sagt der FDP-Verteidigungsexperte Alexander Müller. Aber ebenso wie sein Kollege Tobias Lindner von den Grünen ist Müller fassungslos über die Ausmaße der Verfehlungen. Beide sprechen von einem „desaströsen Ausmaß“ der Fehltritte. Lindner meint: „Die haben die Augen vor der Kostenexplosion einfach verschlossen.“ Nun bleibe nichts anderes übrig, als von einem „handfesten Skandal“ zu sprechen.

Die interne Untersuchung der Entscheidungsprozesse der beteiligten Fachabteilungen in von der Leyens Haus ergab, dass schon Anfang 2018 Zweifel an der Leistungsfähigkeit der Elsflether Werft bekannt waren, die seit Ende 2015 mit der Sanierung des Segelschulschiffes der Marine befasst ist. Doch weder diese Warnung noch mögliche Risiken für Mehrkosten wurden der Darstellung der Ermittler zufolge an die CDU-Politikerin weitergemeldet. Im Gegenteil wurden die Vorlagen so verändert, dass von der Leyen das Ausmaß der Risiken offenkundig nicht bekannt werden konnte.

Was wusste von der Leyen?

„Der Auftragnehmer ist mit der Dimension bereits jetzt überfordert“, hieß es demnach in einem ersten Entwurf „einer Vorlage zur Entscheidung“ zu Händen des Chefs des Bereichs „Ausrüstung“. Als Datum des Schriftstücks eines Referats dieser Abteilung wird der 24. Januar 2018 genannt. „Der Entscheidungsvorschlag sah den Abbruch der Instandsetzung der Gorch Fock sowie eine schnellstmögliche Realisierung einer Nachfolgelösung vor“, schrieben die internen Ermittler. In die Gesamtbewertung sei auch eingeflossen, dass eine Nutzungsdauer über 2032 hinaus „aufgrund des Alters wesentlicher Bauteile (z.B. Kiel des Schiffes) aus fachlicher Sicht nicht empfohlen werden könne“.

Der Abteilungsleiter „Ausrüstung“ sei dem Vorschlag nicht gefolgt und habe die Erarbeitung eines „Erklärstücks“ hinsichtlich der Gründe für die Ausgabensteigerung sowie der „Kostentreiber“ gefordert, „um Handlungsoptionen bewerten zu können“. Daraufhin wurden dem internen Ermittlungsbericht zufolge drei Optionen geprüft: Abbruch der Sanierung – Kostenpunkt: 75 Millionen Euro – plus Neubau für 170 Millionen Euro, als zweite Variante die weitere Instandsetzung mit der Elsflether Werft für 133 Millionen Euro. Nummer drei war die Aufbereitung der Dreimastbark in einer anderen Schiffswerkstatt.

Die Order eines Ersatzes für die „Gorch Fock“ sowie der Wechsel der Werft wurden dem Bericht zufolge aus Kostengründen, Angst vor massivem Zeitverlust und der Erwartung, dass die Marine dann „insgesamt rund neun Jahre“ ohne Segelschulschiff dastehe, verworfen. Die Entscheidung fiel auf die Fortsetzung der Überholung für insgesamt 135 Millionen Euro. Sie war Ende 2015 mit 9,6 Millionen Euro veranschlagt worden. Der Bericht lässt nun den Schluss zu, dass von der Leyen ungeachtet der bekannten Vorbehalte in ihrem Haus zwei Mal die weitere Sanierung absegnete.

Vorsatz oder Ahnungslosigkeit?

Der Bericht moniert einen Mangel an Sorgfalt und beklagt einen vorschnellen Verzicht auf die Option, ein neues Segelschulschiff zu bauen. Das Ministerium räumt zudem ein, dass die Entscheidungsvorlage, die von der Leyen letztendlich abzeichnete, an diversen Stellen abweicht von der ersten Variante. Mit anderen Worten: Von der Leyen war von den eigenen Leuten falsch oder schlecht informiert worden. „​Aus der Aktenlage ergibt sich kein Ansatz für die Veränderung wesentlicher Parameter, die zu einem Wechsel des Entscheidungsvorschlages von Abbruch zur Fortsetzung der Instandsetzung geführt haben.“ ​Die von der Werft vorgeschlagene Obergrenze ​habe ​128 Millionen Euro betragen. „​Mögliche Risiken der Einhaltung dieses Kostenrahmens werden jedoch in der Leitungsvorlage nicht thematisiert.​“​

Auch in seinem Fazit stellt sich das Ministerium ein miserables Zeugnis aus: „Zusammenfassend ist festzustellen, dass beide Leitungsvorlagen nach Würdigung sämtlicher Unterlagen, die für die Prüfung zur Verfügung gestanden haben, inhaltlich keine belastbare Grundlage für eine abschließende Entscheidung bildeten.“ Insofern sei die scharfe Kritik des Bundesrechnungshofes in Bezug auf die „Gorch Fock“ nicht zurückzuweisen. Weder die Instandsetzung des Schiffes noch alternative Optionen seien entgegen der Rechtspflicht auf Wirtschaftlichkeit untersucht worden. Damit stimmt das Ministerium der Auffassung des Rechnungshofes zu, der festgestellt hatte, es sei nie ernsthaft überprüft und berechnet worden, ob der Bau eines neuen Schiffs günstiger als die Reparatur gewesen wäre.

Was mit der internen Untersuchung allerdings immer noch nicht geklärt wurde, ist das Motiv der Handelnden. Haben sie schlicht geschlafen, waren sie ahnungslos oder war es Vorsatz? Schon der Bundesrechnungshof erklärte, entweder es habe „eine völlige Verkennung der Sachlage oder den unbedingten Willen zum Weiterbetrieb der ‚Gorch Fock'“ gegeben.

Für Lindner steht schon heute fest: „Die Führungsriege des Ministeriums wollte offenbar um jeden Preis an der ‚Gorch Fock‘ festhalten.“ Niemals sei ernsthaft eine Alternative zu der immer teurer werdenden Sanierung des alten Schiffes geprüft worden, sagte der Grünen-Politiker. Sein FDP-Kollege Müller meint: „Da ​muss es irgendwelche Menschen geben, die auf gar kein Fall ein neues Schiff wollten, die ganz großes Interesse daran haben, dass die ‚Gorch Fock‘ saniert wird – und zwar so schön und protzig wie möglich.“ Müller rät von der Leyen: „Sie sollte ihre Leute ins Kreuzverhör nehmen und manchen Kopf ersetzen.“

Quelle: n-tv.de

 

Apr 07

Asylanten aus dem Niger: Als sie ihre Ehre verletzt sahen, zückten sie die Messer

Eine der beiden Brüder legte ein Geständnis ab, der anderen machte keinerlei Angaben zu den Vorwürfen. Quelle: dpa/Axel Heimken

Aus einer Nichtigkeit wurde ein blutiger Streit bei einer Boxveranstaltung in Lübeck. Nun muss einer der Männer ins Gefängnis, der andere bekommt Bewährung. Es gibt auch harsche Kritik an der Polizei.

Fast zwei Jahre nach einem blutigen Streit bei einer Boxveranstaltung in Lübeck hat das Landgericht Hamburg zwei Brüder zu Haftstrafen verurteilt. Ein 23-Jähriger erhielt am Freitag wegen gefährlicher Körperverletzung zweieinhalb Jahre. Sein 21 Jahre alter Bruder kam mit einer Jugendstrafe von zwei Jahren auf Bewährung davon.

Nach Überzeugung des Gerichts hatten die beiden Angeklagten mit Messern und Pfeffergel sechs Menschen verletzt. Zwei der Verletzten erlitten Messerstiche im Oberkörper und mussten im Krankenhaus notoperiert werden.

Erst Ermahnung, dann Rangelei

Zu der Auseinandersetzung am 29. April 2017 war es durch eine Nichtigkeit gekommen. Ein dritter Bruder, damals 17 Jahre alt, hatte eine Schweigeminute für verstorbene Mitglieder des Boxverbandes durch lautes Reden gestört. Es folgten eine Ermahnung und eine Rangelei.

Dann bekam der 17-Jährige einen Faustschlag ins Gesicht. Die aus dem Niger stammenden Brüder fühlten sich in ihrer Ehre verletzt und riefen weitere Mitglieder ihres Vereins aus Hamburg zur Verstärkung, um sich an dem Verantwortlichen für den Faustschlag zu rächen.

Gegen die durchtrainierten Türsteher und Boxer in Lübeck hätten die Hamburger eigentlich keine Chance gehabt. Darum hätten sie neben den Messern das Pfeffergel eingesetzt. Es sei ein feiger Angriff gewesen, sagte der Vorsitzende der Strafkammer, David Vymer.

Unbeteiligte Besucher der Veranstaltung seien verletzt worden. „Das war sehr unehrenhaft“, betonte der Richter. Außerdem seien Kinder auf der Veranstaltung gewesen und hätten den Rettungs- und Polizeieinsatz miterlebt.

Zunächst war der älteste Bruder auch wegen versuchten Mordes angeklagt gewesen. Die Stichverletzungen seien jedoch eher oberflächlich gewesen, und die Angeklagten hätten nicht weiter zugestochen. Keines der Opfer habe sich in Lebensgefahr befunden, sagte Vymer.

Der 21-Jährige legte ein Geständnis ab, das der Richter als offen und freimütig bezeichnete. Außerdem habe er sich bei dem von ihm verletzten Mann entschuldigt und erste Raten eines Schmerzgeldes von 1000 Euro gezahlt. Der 21-Jährige besuche das Gymnasium und habe gute Chancen, das Abitur zu schaffen.

Positive Prognose für 21-Jährigen

Nur wegen dieser „äußerst positiven Entwicklung“ sei die Aussetzung der Strafe zur Bewährung möglich. Als Auflage muss er jedoch das Schmerzensgeld und weitere 500 Euro an einen gemeinnützigen Verein zahlen. Zudem verpflichtete ihn das Gericht zur Ableistung von Sozialstunden und zur Teilnahme an einem Antiaggressionstraining.

Sein älterer Bruder habe dagegen keine Angaben gemacht. Er sei einschlägig vorbestraft. Bei ihm gebe es keine positive Entwicklung, der 23-Jährige habe „nichts zustande gebracht“, sagte Vymer.

Praktikantin vernimmt Zeugen

Kritisch äußerte sich der Richter zur Arbeit der Ermittler: „Die Lübecker Polizei hat sich alles andere als mit Ruhm bekleckert.“ Eine Praktikantin habe Zeugen vernommen und deren Aussagen teilweise falsch und unvollständig aufgenommen.

Vor der Vorlage von Wahllichtbildern hätten die Zeugen ein Gruppenbild sehen können, auf dem nur zwei dunkelhäutige Personen zu sehen waren. Bei den Wahllichtbildern seien Fotos von vier Männern dabei gewesen, die hellhäutig und übergewichtig waren, also eindeutig nicht als Täter infrage kamen.

Quelle: welt

Apr 07

Schon wieder! Armutsasylant ermordet Mutter von 2 Kindern in Preetz bestialisch

Symbolbild, Credits: Youtube

Ein weiteres Opfer der arabischen Massenmigration nach Deutschland ist dem Messerwahn in Preetz zum Opfer gefallen. Ein Afghane ermordete die allein erziehende Mutter zweier Grundschulkinder.

Am Samstagmorgen ist es in Preetz zu einem brutalen Morddelikt an einer 36-jährigen Preetzerin aus der Lindenstraße gekommen. Ein 24-Jähriger Armutsasylant erschien am Vormittag auf der Polizeistation in Preetz und räumte die Tötung der Frau ein. Die Polizei meldete den Mord in dieser Mitteilung.

Gegen 10:30 Uhr erschien der 24-Jährige auf der Polizeistation in Preetz und erklärte gegenüber den Beamten, dass er in der Lindenstraße, in einem Reihenhaus, eine Frau getötet habe. Der Mann wurde zunächst vorläufig festgenommen. Mittlerweile wurde Haftbefehl erlassen.

Am Tatort fand sich eine leblose weibliche Person vor. Die Frau wies mehrere äußere Verletzungen auf. Laut Kieler Nachrichten soll es sich bei der Frau um eine Mutter zweier Grundschulkinder handeln. Sie hatte einen einfachen Job und versuchte als Verläuferin über die Runden zu kommen. Der Täter soll aus Afghanistan stammen.

Nach jetzigem Ermittlungstand kannten sich das 36-jährige Opfer und der 24-jährige Asylant. Zum Motiv und zu den Begleitumständen der Tat können die Ermittler zurzeit noch keine Angaben machen.

Immer wieder Vergewaltigungen und Morde durch analphabetische Afrikaner und Moslems – diese Bevölkerungsgruppe ist äußerst verroht und statistisch hochkriminell

Quelle: Truth24.net

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Apr 07

„Flüchtling“ in Deutschland: Syrer in Deutschland für Kriegsverbrechen im Bürgerkrieg verurteilt

Der Angeklagte im Gerichtssaal des Oberlandesgerichts Stuttgart: Der Syrer ist als Kriegsverbrecher verurteilt worden. (Quelle: Marijan Murat/dpa)

Im Bürgerkrieg in Syrien hat er zwei Männer gefoltert. Die Taten wurden gefilmt. Nun in Deutschland ist er dafür als Kriegsverbrecher verurteilt worden. Er kämpfte nicht für die Assad-Regierung.

Das Oberlandesgericht Stuttgart hat einen Syrer als Kriegsverbrecher zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt, der im Bürgerkrieg zwei Männer gefoltert hat. Sie seien geschlagen und dabei gefilmt und die Filme anschließend weltweit auf YouTube verbreitet worden, sagte der Vorsitzende Richter in seiner Urteilsbegründung. „Die Opfer wurden in besonderer Weise erniedrigt.“

Die zwei kurzen Video-Clips waren Anfang 2013 auf der Internetplattform veröffentlicht worden. Sie zeigen, wie der heute 29-Jährige jeweils einen der entkleideten Männer mit einem Seil auspeitscht, teils mit großer Wucht.

Angeklagter soll für Freie Syrische Armee gekämpft haben

Die Taten ereigneten sich laut Anklage zwischen Januar 2012 und Januar 2013. Die Opfer sollen aufseiten der syrischen Regierung von Präsident Baschar al-Assad gekämpft haben. Der Angeklagte soll dagegen der oppositionellen Freien Syrischen Armee (FSA) angehört haben. Im September 2015 war er als Flüchtling nach Deutschland gekommen. Seit vergangenem Juni sitzt er in Untersuchungshaft.

Berücksichtigt wurde beim Strafmaß unter anderem, dass er im Bürgerkrieg selbst Leid erfahren hat, in Deutschland nicht vorbestraft war und als gut integriert galt. Gegen das Urteil kann er Revision einlegen.

Quelle: t-online

Apr 07

Massenschlägerei zwischen Chemnitz-Fans und Syrern

Die Fan-Kneipe „Pub à la Pub“ an der ZietenstraßeFoto: Pastierovic

Chemnitz – Wieder muss die Polizei gegen Fans des Chemnitzer FC einschreiten. Diesmal gab es Verletzte bei einer Schlägerei zwischen angetrunkenen Fans und einer Gruppe Syrer.

Nach dem 3:0-Sieg gegen Optik Rathenow zogen einige der 3500 CFC-Anhänger aus dem Stadion in die benachbarte Fan-Kneipe „Pub à la Pub“ und deren kleinen Vorgarten an der Zietenstraße. Das Bier (u.a. Marx Städter) floss reichlich bei 19 Grad im Schatten.

Gegen 17 Uhr kam eine Gruppe Männer an dem Lokal vorbei. Junge Syrer, so die Polizei. „Es kam zum Disput zwischen der Gruppe der sieben Männer und mehreren Personen, die sich vor dem Lokal aufhielten“, sagt Polizeisprecherin Jana Ulbricht (41).

Aus dem verbalen Streit wurde eine Schlägerei zwischen mehreren Männern.

Und es gab zwei Opfer: Ein Deutscher (49, mehr als zwei Promille) erlitt leichtere Verletzungen. Ein Syrer (21) wurde sogar so schwer getroffen, dass er ins Krankenhaus gebracht werden musste.

Wer mit dem Streit anfing, worum es ging, ob es ein ausländerfeindliches Motiv gab – all das weiß die Polizei nach eigenen Angaben noch nicht. Es werde ermittelt. Aber: Vermutlich übernimmt der Staatsschutz den Fall.

Erst einen Monat zuvor war es im Stadion an der Gellertstraße zu einem Skandal gekommen: Hooligans hatten mit Erlaubnis des Vereins und der Behörden eine Trauerbekundung für den toten Neonazi Thomas Haller abgehalten

Quelle: BILD

Apr 06

Wegen Flüchtlingen: Fast nirgends in Deutschland gibt es so viele HIV-Diagnosen wie in München

Ein HIV-Schnelltest bringt Gewissheit. Doch die Zahl der Erstdiagnosen ist nur ein Anhaltspunkt für das Ausmaß des HIV-Problems. (Foto: dpa)

  • Schätzungen zufolge infizieren sich jedes Jahr 3200 Menschen in Deutschland mit HIV. Alleine in Bayern wurden 2015 643 HIV-Erstdiagnosen gemeldet.

  • In München ist die Zahl der Ansteckungen im Vergleich besonders hoch.

  • Experten halten auch die Dunkelziffer für hoch, also die Zahl der Menschen, die gar nicht wissen, dass sie das Virus in sich tragen.

Er hat nichts von ihr behalten, außer dem tödlichen Virus. Ein bisschen flirten, ein bisschen knutschen, ein bisschen Sex, man kennt sich nicht, man trinkt zusammen, nicht mal an ihren Vornamen erinnert sich Thomas Meier (Name geändert). Nur daran, dass ein Kondom im Spiel ist, das am Ende reißt, aber so genau weiß er es nicht mehr. Wo sie wohnt? Keine Ahnung. Ihre Telefonnummer? Keine Ahnung. Thomas Meier ist 26 Jahre alt, Münchner, er lebt seit dieser Nacht mit HIV im Blut, dagegen hilft eine Pille, das Medikament Genvoya, jeden Tag 510 Milligramm, es soll das Virus unterdrücken, von nun an ein Leben lang.

Wie Thomas Meier infizieren sich jedes Jahr in Deutschland schätzungsweise 3200 Menschen mit dem HI-Virus, das das Immunsystem in die Knie zwingen und einen Menschen töten könnte, gäbe es nicht gute Medizin dagegen. Alleine in Bayern wurden im Jahr 2015 – aktuellere Daten gibt es nicht – 643 HIV-Erstdiagnosen gemeldet, das ist Platz zwei bundesweit, nur in Nordrhein-Westfalen sind es mehr. Ein Blick auf München verrät: In der Landeshauptstadt sind die Zahlen mit 230 Diagnosen besonders hoch, verglichen mit anderen Großstädten, 121 sind es in Köln, gerade mal 62 in Stuttgart. Nur in Frankfurt war die Zahl – gemessen an der Einwohnerzahl – ein kleines bisschen höher.

Doch HIV-Statistiken sind tückisch, für klare Aussagen braucht es einen genauen Blick auf die Daten. Zunächst unterscheiden Mediziner zwischen gesicherten HIV-Erstdiagnosen und Schätzungen zu Neuinfektionen. Ersteres sind Zahlen, die von Ärzten oder Beratungsstellen gemeldet werden. Allerdings können zwischen einer Infektion mit dem HI-Virus, das bei ungeschütztem Sex oder durch verunreinigte Nadeln übertragen wird, und einer Diagnose beim Arzt, also einem positiven Bluttest, oftmals Jahre vergehen. Viele Menschen wissen nicht, dass sie das Virus in sich tragen, es schlummert lange im Blut, bevor es krank macht. Die Zahl der Erstdiagnosen ist daher nur ein Anhaltspunkt für das Ausmaß des HIV-Problems, mehr nicht.

Hinzu kommen mit Blick auf Bayern und München regionale Besonderheiten. So ist die Zahl der Erstdiagnosen besonders bei heterosexuellen Menschen in keinem anderen Bundesland so deutlich gestiegen wie in Bayern. Bei genauer Betrachtung zeigt sich, dass hier vor allem Patienten aus dem Ausland in der Statistik auftauchen.

Experten des Robert Koch-Instituts sehen als Grund für diesen Anstieg die Zuwanderung von Geflüchteten, von denen 2015 ein Großteil über Bayern in die Bundesrepublik eingereist ist.

„Viele dieser Menschen wurden wahrscheinlich in den Aufnahmeeinrichtungen ohne ihr Einverständnis getestet“, sagt Viviane Bremer, Epidemiologin am Robert Koch-Institut (RKI).

Mehr Erstdiagnosen in kleineren Städten und Dörfern

Von den 643 Erstdiagnosen in Bayern betrafen 180 heterosexuelle Ausländer – mit Blick auf die Hunderttausende Flüchtlinge sei das wenig, sagt Bremer. „Das Gerede von einer HIV-Welle in Bayern, ausgelöst durch Flüchtlinge, ist Quatsch.“ Zum Vergleich: Bei Männern, die mit Männern Sex haben, verzeichnete das RKI in Bayern 242 Erstdiagnosen, davon 93 in München, 24 in Nürnberg, drei in Augsburg und 122 in ländlichen Gebieten.

Die letzte Zahl ist ein Hinweis auf einen weiteren Trend in Bayern: Die Erstdiagnosen in kleineren Städten und Dörfern werden mehr – bei hetero- wie homosexuellen Menschen. RKI-Expertin Bremer vermutet, dass dies zwei Gründe haben könnte: Zum einen könnte es sich um Asylsuchende handeln, die in Aufnahmeeinrichtungen getestet werden, zum zweiten um schwule Männer, denen neue Datingapps wie Tinder helfen, Sexpartner in ihrer Region zu treffen, statt in die Großstadt fahren zu müssen.

Doch unabhängig davon bleibt die Landeshauptstadt Anziehungspunkt für schwule Männer. München habe seit Jahren eine große Schwulenszene und daher schon immer höhere Meldezahlen gehabt als andere Städte, sagt Bremer. Auch wenn in der öffentlichen Wahrnehmung insbesondere Berlin und Köln als Hotspots der Schwulenszene gelten.

Wo nicht getestet wird, gibt es auch kein Virus

Und heterosexuelle Menschen wie Thomas Meier? In Bayern wurden 30 Erstdiagnosen in der Statistik „heterosexuellen Menschen deutscher Herkunft“ zugeordnet, acht davon in München – überschaubare Zahlen. Und doch: Das HI-Virus wird weiter kursieren, da sind sich alle Experten einig. Solange Menschen Sex haben, egal ob homo- oder heterosexuelle, werden sie dies auch mal ungeschützt tun, werden Kondome reißen, wird das schlechte Gewissen verdrängt. Hinzu kommt: Während schwule Liebespaare die Infektion mit HIV häufig problematisieren, ist unter heterosexuellen Partnern die Gefahr einer Ansteckung seltener ein Thema.

Es ist das Grunddilemma der Präventionsarbeit, letztlich auch das der Statistiken: Je geringer die Ansteckungszahlen, desto geringer scheint die Gefahr zu sein. In der Folge verhüten Menschen lax und lassen sich selten testen. Doch selbst wenn die Infektionszahlen niedrig sind, heißt es nicht unbedingt, dass nur noch wenige Menschen das HI-Virus in sich tragen. Anders formuliert: Wo nicht getestet wird, gibt es auch kein Virus, keine Daten, keine Warnungen.

Auch deshalb wird es die Zahl Null bei HIV-Diagnosen nicht geben, nicht solange schätzungsweise 13 000 Menschen in Deutschland, davon 1600 in Bayern, nichts von ihrer Infektion wissen. Nicht, bis es der Medizin gelingt, das Virus aus dem Körper eines Patienten zu vertreiben, oder, noch besser, es auszurotten. Und doch sind die Behandlungsmöglichkeiten gut. Sein Medikament Genvoya wirke zuverlässig, erzählt Thomas Meier. Er will seinen echten Namen nicht nennen, keine Unterlagen zeigen. Zu groß ist seine Angst, von Freunden und Chefs stigmatisiert zu werden. Nur wenige Menschen wüssten von seiner Infektion, und wenn es sein Arbeitgeber erfahre, sagt er, „bin ich raus“.

Meier hat ganz andere Pläne, er will eine Familie gründen, er und seine Partnerin machen sich keine Sorgen: „Ich bin nicht giftig, auch wenn viele das glauben.“ Die Medikamente haben die Viren in seinem Blut massiv zurückgedrängt, sie liegen unterhalb der Nachweisgrenze, solange Meier seine Tabletten gewissenhaft schluckt, besteht keine Ansteckungsgefahr, für niemanden. Thomas Meier ist damit nur noch ein Pünktchen in der HIV-Statistik, mehr nicht.

Quelle: SZ

Apr 06

Seuchenalarm: Multiresistente Tuberkulose-Keime bei Flüchtlingen entdeckt

Wissenschaftlern ist es gelungen, einen europaweiten Ausbruch eines multiresistenten Stamms der Tuberkulose (TB) bei 29 Flüchtlingen nachzuweisen. Die Flüchtlinge waren über das Horn von Afrika nach Deutschland gelangt.
Quelle: WELT/Kevin Knauer

Forschern ist es gelungen, einen Ausbruch eines multiresistenten Stamms der Tuberkulose nachzuweisen. Dieser wurde bei 29 Flüchtlingen entdeckt, die über das Horn von Afrika nach Deutschland gelangten.

Der über lange Jahre rückläufige Tuberkulosetrend hat sich umgekehrt. Das hatte das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin gerade zum Welttuberkulosetag 2017 gemeldet und dabei auf einen Zusammenhang mit aktuellen Migrationsbewegungen hingewiesen. Wissenschaftlern am Nationalen Referenzzentrum (NRZ) am Forschungszentrum Borstel (Kreis Segeberg) ist es gelungen, einen europaweiten Ausbruch eines multiresistenten Stamms der Tuberkulose (TB) bei 29 Flüchtlingen nachzuweisen. Dieser wies eine ungewöhnliche Kombination von Antibiotikaresistenzen gegen vier verschiedene Medikamente auf.

Die Häufung der Fälle bei den Personen mit Migrationshintergrund hatte die Forscher des NRZ veranlasst, weiterführende Untersuchungen durchzuführen. Generell werden neu ankommende Flüchtlinge bei der Eingangsuntersuchung nach Paragraf 62 des Asylgesetzes (AsylG) auf übertragbare Krankheiten untersucht. Dabei werden auch die Atmungsorgane geröntgt, wodurch eine Tuberkuloseerkrankung festgestellt werden kann. Allerdings erkranken nur zehn Prozent der Personen, die sich mit dem Tuberkuloseerreger infiziert haben, auch daran – die Hälfte davon im ersten Jahr nach der Ansteckung, die andere Hälfte auch noch später.

Seit Einführung des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) im Januar 2001 werden zahlreiche Merkmale für jeden Tuberkulosepatienten erhoben und von den knapp 400 Gesundheitsämtern in Deutschland anonymisiert über die jeweilige Landesstelle der 16 Bundesländer an das RKI übermittelt.

Flüchtlinge kamen über das Horn von Afrika

Wie das Forschungszentrum Borstel jetzt in einer Meldung zu einem aktuell im Fachmagazin „The Lancet Infectious Diseases“ veröffentlichten Artikel mitteilte, identifizierten die schleswig-holsteinischen Forscher und Kollegen des Nationalen Referenzzentrums für Mykobakterien (NZM) in der Schweiz 2016 zeitgleich einen bisher unbekannten Tuberkuloseerreger.

Die molekularbiologischen Untersuchungen in Kombination mit Patienteninterviews ermöglichten den Wissenschaftlern eine teilweise Rekonstruktion der Infektionskette. So wiesen die Daten darauf hin, dass die Übertragung vor der Ankunft in Europa in einem libyschen Flüchtlingscamp bei Bani Walid stattgefunden habe.

Wahrscheinlich habe sich der Ausbruchsstamm aus einem im Horn von Afrika häufigen Klon des Tuberkulosestamms entwickelt und die gefährliche Resistenzkombination entwickelt. Bei allen 29 Patienten aus sieben europäischen Ländern handelte es sich um Flüchtlinge, die aus Ländern am Horn von Afrika nach Europa eingewandert waren.

In Zelte warteten Flüchtlinge 2015 am Hamburger Hauptbahnhof auf ihre Weiterreise. Dort stellte ein Sanitäter bei drei Flüchtlingen Symptome der hochansteckenden Krankheit fest
In Zelten warteten Flüchtlinge 2015 am Hamburger Hauptbahnhof auf ihre Weiterreise. Dort stellte ein Sanitäter bei drei Flüchtlingen Symptome der hochansteckenden Krankheit fest

Quelle: dpa

Flüchtlinge aus Hamburg, Schleswig-Holstein oder Niedersachsen waren den Angaben zufolge bei den 14 Erkrankten aus Deutschland nicht dabei. „Es handelte sich bei den Erkrankten überwiegend um unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die in Baden-Württemberg registriert wurden“, sagte Dr. Katharina Kranzer, Leiterin des NRZ am Forschungszentrum Borstel. Da der Ausbruch aber noch laufe, könnten noch weitere Fälle hinzukommen.

Im Zuge des bisher größten Zustroms von Flüchtlingen nach Hamburg waren im September 2015 neun Menschen vorsorglich ins Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) gebracht worden. Ein Sanitäter hatte in einem Zelt am Hauptbahnhof bei drei Flüchtlingen, die dort auf ihre Weiterreise warteten, Symptome der hochansteckenden Krankheit festgestellt. Sie konnten wenige Stunden später wieder aus dem UKE entlassen werden.

70 Prozent der Erkrankten sind ausländische Staatsbürger

„Nur durch die Genomanalytik konnte der Ausbruchsstamm eindeutig identifiziert werden“, sagte Prof. Stefan Niemann, Letztautor der Studie und Leiter der Forschungsgruppe Molekulare und Experimentelle Mykobakteriologie am Forschungszentrum Borstel und des Bereichs Tuberkulose des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung. „Um die Vorteile dieser Technologie voll zu nutzen, muss diese allerdings in die routinemäßige Untersuchung und Tuberkuloseüberwachung eingebaut werden.“

Niemann bezeichnet sich und seine Kollegen als Genom-Detektive, die schon lange das Erbgut des Tuberkulosebakteriums analysieren. „Um den Tuberkulosestamm zu erkennen, haben wir einen Schnelltest entwickelt“, so Niemann. Zudem würden in Borstel in einem Pilotprojekt alle Laborproben von Tuberkulosepatienten aus Hamburg, Hannover und Frankfurt analysiert. „Aus Hamburg haben wir Material seit 1996“, sagt der Forscher, der hofft, dass sich das Projekt auf andere Städte ausweiten wird.

Im Jahr 2016 wurden in Deutschland laut RKI insgesamt 5915 Tuberkulosefälle registriert, was 7,2 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohnern entspricht. Die Analyse nach Staatsangehörigkeit ergab deutliche Unterschiede im Erkrankungsrisiko: So betrug die Inzidenz bei ausländischen Staatsbürgern 42,6 pro 100.000 Einwohner und war damit 19-mal so hoch wie in der deutschen Bevölkerung (Inzidenz 2,2).

So betrug die Inzidenz bei ausländischen Staatsbürgern 42,6 pro 100.000 Einwohner und war damit 19-mal so hoch wie in der deutschen Bevölkerung (Inzidenz 2,2)

Diese Diskrepanz hat sich gegenüber dem Vorjahr (Faktor 16,6) weiter verstärkt. Bei jungen Erwachsenen war dieser Unterschied besonders groß. Insgesamt 30,9 Prozent aller Erkrankten hatten die deutsche Staatsangehörigkeit, 69,1 Prozent waren ausländische Staatsbürger.

Die Analyse nach Geburtsland zeigt, dass der Anteil der im Ausland geborenen Patienten in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen ist und im Jahr 2016 rund drei Viertel (74,3 Prozent) aller registrierten Fälle ausgemacht hat. Zu den 2016 am häufigsten angegebenen Geburtsländern zählen Somalia, Eritrea, Afghanistan, Syrien und Rumänien. „Dass man sich in Deutschland nicht mit Tuberkulose infizieren kann und diese immer aus dem Ausland mitgebracht wird, ist jedoch eine falsche Annahme“, betonte Niemann. „30 Prozent der Fälle kommen durch eine Übertragung in Deutschland zustande.“

Quelle: Welt

Apr 06

Tuberkulose bei Flüchtlingen in Thüringen: Fahrzeug gestoppt

Röntgenmobile sollten angesichts vieler Flüchtlingsuntersuchungen auf Tuberkulose die Krankenhäuser und Arztpraxen entlasten. (Archivfoto)
Foto: Imago / Christian Ditsch

Erfurt. Das Tuberkulose-Röntgenmobil in Thüringen hat nach drei Jahren Einsatz den Betrieb eingestellt. Das Land habe den vor wenigen Wochen endenden Nutzungsvertrag wohl aus Kostengründen nicht weiter verlängert, sagte der Landeschef des Deutschen Roten Kreuzes, Peter Schreiber, der Deutschen Presse-Agentur.

Flüchtlinge in Thüringen auf Tuberkulose untersucht

Der DRK-Kreisverband Jena-Eisenberg-Stadtroda hatte den mit digitaler Röntgentechnik ausgestatteten Kleinlaster für die Reihenuntersuchungen von Asylbewerbern auf Lungentuberkulose (TBC) erworben und diese seit Anfang 2016 im Landesauftrag übernommen. Später kamen auch Röntgenchecks in Thüringer Haftanstalten hinzu. Laut Sozialministerium ist es seit dem 20. Februar nicht mehr im Einsatz.

Das Mobil sollte die allein 2015 mit rund 10.000 Flüchtlingsuntersuchungen betrauten Krankenhäuser und Arztpraxen entlasten. Inzwischen ist der Bedarf wegen rückläufiger Flüchtlingszahlen stark gesunken.

Röntgenmobil untersuchte Asylbewerber und Häftlinge

2018 wurden laut DRK rund 1700 Geflüchtete und 1100 Häftlinge untersucht. Zuletzt war die rollende Röntgenpraxis zweimal wöchentlich in der Erstaufnahmestelle für Asylbewerber in Suhl und an den restlichen Wochentagen in den Thüringer Gefängnissen im Einsatz, wie Schreiber sagte. Das DRK wolle nun neue Verwendungsmöglichkeiten suchen. Es gebe Anfragen aus anderen Bundesländern.

TBC-Untersuchung für Flüchtlinge in Gemeinschaftsunterkünften Pflicht

Nach Angaben des Justiz- und Migrationsministeriums kommt in den Einrichtungen nunmehr ein moderner Bluttest zum Einsatz. Für Flüchtlinge in Gemeinschaftsunterkünften ab einem Alter von 15 Jahren und für Gefängnisinsassen ist ein TBC-Check Pflicht. So soll gewährleistet werden, dass eventuelle Erkrankungen umgehend erkannt und mit Medikamenten behandelt werden können.

Was ist Tuberkulose?

TBC ist in Deutschland wie auch anderen Ländern mit einem modernen Gesundheitssystem selten geworden. In Thüringen wurden nach Zahlen von Sozialministerium und Berliner Robert-Koch-Institut im vergangenen Jahr 98 neue Fälle gemeldet, nach 110 im Jahr 2017. Die meisten Erkrankten sind Migranten, oft aus Ländern mit schlechter Gesundheitsversorgung. Sechs Menschen, fast alle älter als 70 Jahre, starben 2018 an Tuberkulose.

Die durch Bakterien verursachte Infektion kann durch das Einatmen von Erregern, die Erkrankte beim Husten freisetzen, übertragen werden. Allerdings sind nicht alle Tuberkuloseformen ansteckend.

Quelle: Thüringen24

Apr 06

Gesperrte Balkanroute: Hunderte Migranten stoßen mit Polizisten zusammen

REUTERS. Proteste in Diavata in Griechenland

Hunderte Migranten folgten einem Gerücht im Internet, demzufolge die Balkanroute über Nordmazedonien wieder geöffnet würde. Doch sie wurden enttäuscht – und protestieren nun.

In Griechenland nahe der Grenze zu Nordmazedonien ist es erneut zu gewalttätigen Zusammenstößen von Migranten mit der Polizei gekommen. Zahlreiche Migranten schleuderten Steine auf Polizisten. Die Beamten setzten ihrerseits Tränengas und Blendgranaten ein, um die Randalierer auseinander zu treiben und zurückzudrängen, wie griechische Medien übereinstimmend meldeten.

In der Region haben sich rund 2000 Ausländer versammelt, die über Nordmazedonien nach Mitteleuropa weiterreisen wollen. Sie übernachteten zuletzt in Zelten rund um ein Flüchtlingslager bei Diavata.

Grenze zu Nordmazedonien ist offen?

In den vergangenen Tagen hatte im Internet das Gerücht die Runde gemacht, die Grenze zu Nordmazedonien sei offen. Das griechische Migrationsministerium erklärte dagegen, die Grenze werde nicht geöffnet. Alle Migranten sollten in ihre Unterkünfte zurückgehen, dazu stünden Busse bereit.

Ansammlungen von Migranten, die gen Norden reisen wollten, gab es auch in Athen. Dort besetzten am Freitag rund 300 Menschen den Hauptbahnhof der griechischen Hauptstadt. Der Bahnverkehr wurde für mehrere Stunden eingestellt. Die Besetzung wurde jedoch in der Nacht zum Samstag beendet, teilte die Eisenbahndirektion mit. Alle Züge fuhren wieder.

Sicherheitsvorkehrungen an der Grenze werden verstärkt

Bereits am Freitag war es in der Gegend zu Zusammenstößen zwischen Migranten und Sicherheitskräften gekommen. Am selben Tag hatten rund 200 Asylbewerber vorübergehend die Gleise des Athener Hauptbahnhofs besetzt, um nach Thessaloniki und von dort nach Diavata zu gelangen. Nordmazedonien kündigte angesichts der Ereignisse an, die Sicherheitsvorkehrungen an der Grenze zu verstärken.

Während des Höhepunkts der Migrationskrise war entlang der Grenze zwischen Griechenland und Nordmazedonien ein Grenzzaun gebaut worden. Dieser steht noch und wird überwacht. Damit ist die sogenannte Balkanroute nach Mitteleuropa weitgehend geschlossen worden. Sie führt von Griechenland über Nordmazedonien, Serbien und Ungarn nach Mitteleuropa. 2015 und 2016 waren mehr als eine Million Menschen über diese Route nach Deutschland gereist.

Quelle: Spiegel

Apr 05

Leipzig: Weniger Diebstahl mehr Vergewaltigung Mord und Raub – 37,6% „Nichtdeutsch“

Polizeipräsident Torsten Schultze wertet den Rückgang der Kriminalität auch als Beleg dafür, dass veränderte Arbeitsabläufe greifen. Quelle: Andre Kempner

Die Zahl der Eigentumsdelikte in Leipzig ist merklich zurückgegangen. Dafür nahmen beispielsweise Raubüberfälle und Sexualstraftaten zu.

Leipzig

Erneut ist die Kriminalität in der Stadt Leipzig zurückgegangen – zumindest laut Statistik: Exakt 72 045 Straftaten erfasste die Polizei im Jahr 2018 in der Messestadt. Das ist ein Rückgang um 9,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig konnte die Aufklärungsquote auf 46,8 Prozent gesteigert werden. Mit mehr als 197 Straftaten pro Tag bleibt Leipzig allerdings weiter Sachsens Kriminalitätshochburg. Das zeigt auch die Fallzahl pro 100 000 Einwohner: 12 379 waren es zuletzt in Leipzig, in ganz Sachsen sind es 6831, der Bundesdurchschnitt liegt bei 6710. Polizeipräsident Torsten Schultze erklärte, der Kriminalitätsrückgang und die bessere Aufklärungsquote seien „angesichts einer stetigen Bevölkerungszunahme, welche grundsätzlich eine andere Entwicklung der Kriminalitätslage erwarten ließe, besonders positiv zu bewertende Fakten“. Eine veränderte Arbeitsweise, etwa das gebündelte Bearbeiten eines Tatverdächtigen, der fokussierte Umgang mit Intensivtätern und das Vernetzen mit externen Partnern scheinen zu greifen, so der Polizeichef.

Straftaten im Überblick

Morde: Exakt 27 Straftaten gegen das Leben ereigneten sich 2018 in der Stadt Leipzig, drei weniger als im Vorjahr. Darunter sind 15 Morde – im Jahr zuvor waren es noch fünf wenige

Sexualdelikte: Ein Plus von immerhin 118 Fällen der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung weist die Statistik aus. Aktuell sind 568 Delikte wie Vergewaltigung und sexuelle Nötigung erfasst.

Raub und Körperverletzung: Wieder zugenommen haben Raubüberfälle und Fälle der räuberischen Erpressung. Waren es 2017 noch 537 Delikte, sind es ein Jahr später 550. Auf gleichbleibend hohem Niveau bleiben die Zahlen bei gefährlicher und schwerer Körperverletzung (1283 Fälle) sowie bei einfacher Körperverletzung (2965). Ein Plus ist auch bei Nötigung (772), Bedrohung (694) und Stalking (197) zu verzeichnen.

Diebstähle: Bemerkenswerter Rückgang im noch immer dominierenden Deliktbereich: Binnen Jahresfrist sank die Zahl der registrierten Diebstähle um 6040 auf nunmehr 36 962, wobei gerade besonders schwere Fälle wie etwa Einbrüche deutlich zurückgingen – aktuell sind es in der Stadt 23 751 (Vorjahr: 27 328). In nahezu allen Bereichen gab es ein Minus, etwa beim Ladendiebstahl von 6609 auf aktuell 5373. beim Fahrraddiebstahl von 10 027 auf 8781 und bei Wohnungseinbrüchen von 1917 auf 1843.

Auto-Aufbrüche: Auch hier registrierte die Polizei merklich weniger Straftaten. So wurden 2018 insgesamt 4910 Diebstähle aus Kraftfahrzeugen mit einem Gesamtschaden von 3,6 Millionen Euro erfasst, im Vorjahr waren es noch 5485. Hinzu kommen 493 Autos im Gesamtwert von 6,8 Millionen Euro, die 2018 gestohlen wurden, sieben mehr als 2017.

Drogendelikte: Mit 2708 Fällen war hier 2018 ein Anstieg zu konstatieren (2017: 2598). Besonders Cannabis und verwandte Produkte waren auf dem Vormarsch (1744 Fälle), mit deutlichem Abstand folgten Crystal (549), Amphetamin (141) und Heroin (120). Im gesamten Bereich der Polizeidirektion, wozu auch die Landkreise Leipzig und Nordsachsen zählen, waren im vergangenen Jahr zehn Rauschgifttote zu beklagen, überwiegend durch Mischkonsum von Heroin, Crystal und Alkohol.

Tatverdächtige: Die Polizei ermittelte 2018 insgesamt 21 232 Tatverdächtige, was einem Rückgang um 593 entspricht. Darunter befanden sich 7355 nichtdeutsche Tatverdächtige, ein Anteil von 34,6 Prozent. Bedenklich: Die Zahl der jugendlichen Tatverdächtigen zwischen 14 und 18 Jahren nahm zu, insgesamt 1472 wurden ermittelt.

Offene Fälle: Ende 2018 waren bei der Polizeidirektion exakt 21 124 Fälle in Bearbeitung und nicht an die Staatsanwaltschaft abgegeben. Das heißt: Ein durchaus großer Anteil der Straftaten sind noch nicht in dem Zahlenwerk erfasst. Allerdings sind die Auswirkungen auf die Statistik nicht mehr so gravierend wie Ende 2015, als die Zahl der unerledigten Fälle auf mehr als 31 000 hochgeschnellt war.

Quelle: lvz

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