Dez 20

Terror-Hintergrund möglich: Polizei sucht Verdächtige nach Ausspähversuch am Stuttgarter Airport

Stuttgarter Flughafen. Nach Hinweisen auf Ausspähversuche sind die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt worden.
(Foto: dpa)

Im Zusammenhang mit verdächtigen Aktivitäten an Flughäfen suchen die Behörden nach vier polizeibekannten Personen. Es herrscht Terrorverdacht.

Stuttgart Die Polizei sucht im Zusammenhang mit einem möglicherweise geplanten Anschlag auf einen Flughafen im Südwesten Deutschlands vier Personen. Das bestätigten Sicherheitskreise der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag, zuvor hatte der Südwestrundfunk (SWR) berichtet.

Mindestens einer der Verdächtigen gehört nach dpa-Informationen zum radikalislamischen Milieu. Nach Hinweisen auf Ausspähversuche am Stuttgarter Flughafen hatte die Polizei die Sicherheitsvorkehrungen an mehreren Airports in der Region erhöht.

Zwei der Gesuchten seien Vater und Sohn und stammten aus Nordrhein-Westfalen, hieß es. Sie seien bereits vergangene Woche der französischen Polizei aufgefallen, als sie am Pariser Flughafen Charles de Gaulle Fotos machten. Das waren laut dem SWR-Bericht auch die beiden Männer, die am Stuttgarter Flughafen gesichtet wurden. Sie konnten demnach anhand von Videoaufzeichnungen identifiziert werden.

Das zuständige Polizeipräsidium in Reutlingen wollte den SWR-Bericht nicht kommentieren. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart äußerte sich am Donnerstag auf Anfrage nicht, ebenso wenig die Bundesanwaltschaft.

Die Bundespolizei „sensibilisierte“ Einsatzkräfte an allen Verkehrsflughäfen in ihrem Zuständigkeitsbereich, wie ein Sprecher mitteilte. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung darüber berichtet.

Nach Hinweisen französischer Behörden wurden bereits am Mittwochabend in Stuttgart sowie dann auch an den Flughäfen Friedrichshafen, Karlsruhe/Baden-Baden und Mannheim die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Das baden-württembergische Innenministerium hat nach eigenen Angaben aber keine Erkenntnisse zu einer konkreten Gefährdung der Flughäfen in dem Bundesland.

Schwer bewaffnete Polizisten waren in Schutzausrüstung auf Streife unterwegs. Wie lange die Maßnahmen geplant sind war zunächst unklar. Der Flugbetrieb lief normal weiter und wurde nicht beeinträchtigt.

Die Maßnahmen an den baden-württembergischen Flughäfen seien eine „reine Vorsichtsmaßnahme“, teilte die Polizei mit. „Derartige Hinweise oder Vorkommnisse gibt es immer wieder, vor allem um die Weihnachtszeit.“ Gerade nach der schrecklichen Tat in Straßburg müsse man weiter wachsam sein. Bei dem Anschlag in der Stadt im Elsass waren fünf Menschen ums Leben gekommen.

Vergangene Woche und am Mittwoch seien am Stuttgarter Aiport junge Männer von einer Überwachungskamera gefilmt worden, berichtete der „Tagesspiegel“ unter Berufung auf Sicherheitskreise.

Die Personen hätten sich an der Sicherheitsschleuse aufgehalten, ohne einen Flug antreten zu wollen und ohne Reisegepäck. Vor diesem Hintergrund habe die Bundespolizei die Spezialeinheit BFE plus am Flughafen eingesetzt, um einem Anschlag vorzubeugen. Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Reutlingen wollte den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren.

Hinweis durch marokkanische Behörden

Auch am Pariser Flughafen Charles de Gaulle waren vergangene Woche zwei Männer aufgefallen. Französische Polizeikreise bestätigten auf dpa-Anfrage Informationen der Zeitung „Journal du Dimanche“, wonach einer der Männer in einem Flughafenterminal Fotos gemacht haben soll. Ihr Auto, ein Mercedes-Sprinter, hatte demnach ein deutsches Kennzeichen.

Der 48 Jahre alte Autobesitzer stand nach laut „JDD“ in der deutschen Behördenliste mit „Gefährdern“. Auch das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, dies habe eine Kennzeichenabfrage ergeben.

Auf die Spur gekommen sind die Ermittler den Männern laut „SWR“-Informationen auch durch Hinweise marokkanischer Sicherheitsbehörden. Diese hätten verdächtige Chats abgefangen und deutschen Behörden übermittelt.

Darin sei von einem Anschlag auf einen Flughafen im deutsch-französischen Grenzgebiet als Rache für die westliche Politik die Rede: „Sie führen Krieg gegen den Islam, meine Brüder und ich sind hier, um sie zu bekämpfen“ stehe unter anderem in den Chats. „Werde ich alleine sein?“ fragt demnach eine Person. „Nein, wir sind mehrere!“, lautete demnach die Antwort.

Quelle: Handelsblatt

Dez 19

Boris Palmer will Kopftuch-Verbot für Mädchen an Schulen und Kitas

„Die Mädchen sollten verstehen, dass daran nichts unkeusch ist und Männer sie nicht als Sexobjekte einstufen, wenn sie offenes Haar tragen,“ sagt Palmer in einem offenen Brief an den „Mädchentreff Tübingen“.
Quelle: WELT

Boris Palmer unterstützt eine Petition der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes mit dem Ziel, Kopftücher für Mädchen in Schulen und Kindergärten zu verbieten. In einem offenen Brief begründet er seinen Standpunkt.

Boris Palmer sorgt mit einer neuen Forderung mal wieder für Aufsehen: Der grüne Tübinger Oberbürgermeister spricht sich für ein Kopftuchverbot für junge Mädchen an Schulen und Kindergärten aus.

„Mädchen sollten lernen, dass Gott sie nicht straft, wenn sie kein Kopftuch tragen“, heißt es in einem offenen Brief Palmers an den Mädchentreff Tübingen vom Dienstag. „Sie sollten verstehen, dass daran nichts unkeusch ist und Männer sie nicht als Sexobjekte einstufen, wenn sie offenes Haar tragen.“

Palmer teilt in dem Schreiben mit, Erstunterzeichner einer Petition der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes zu sein. Sie fordert ein Verbot des sogenannten Kinderkopftuchs in öffentlichen Räumen.

Hintergrund ist demnach ein Besuch des Tübinger Mädchentreffs im Rathaus der Stadt am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen im November. Unter den Besucherinnen waren auch geflüchtete Mädchen, die Kopftuch tragen.

Bereits zu diesem Anlass sprach sich Palmer in einer Rede gegen das Kopftuch für junge Mädchen aus. Das Team des Mädchentreffs hatte das danach in einem Schreiben an den Bürgermeister kritisiert.

Das Tragen des Kopftuchs sei für manche ein Zeichen von Stärke, weil es Teil ihrer Religion sei, heißt es darin. In Bildungseinrichtungen und öffentlichen Räumen in Deutschland solle es in keinem Alter durch Erlaubnis und Verbot geregelt werden.

Wenn junge Mädchen ein Kopftuch tragen, wird diese Entscheidung Palmer zufolge von den Eltern getroffen. Sie müsse aber den Kindern überlassen werden. „Das gelingt nur, wenn sie bis zur Religionsmündigkeit wenigstens in der Schule erleben, wie man ohne Kopftuch lebt“, antwortete er dem Mädchentreff.

Zu den Erstunterzeichnern der Petition von Terre de Femmes gehören neben Palmer unter anderem Journalistin Alice Schwarzer, Psychologe Ahmad Mansour und Schauspielerin Sibel Kekilli.

Quelle: welt

Dez 19

Zwickauer Richter schickt Mehrfachtäter ins Gefängnis

Der Eritreer muss für mehr als drei Jahre ins Gefängnis. © Irving Cova

Ein Asylbewerber aus Eritrea muss für drei Jahre und drei Monate ins Gefängnis. Am Mittwoch hat ihn der Amtsrichter wegen mehrerer Straftaten verurteilt: U.a. wegen Vergewaltigung einer Prostituierten, Fahrens ohne Führerschein und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr.

Der 27-Jährige hatte im Juli den Stadtgärtnern am Schwanenteich zwei Autos geklaut – erst einen Multicar, dann einen Transporter. Auf der Flucht durch die Stadt verursachte er mehr als 20.000 Euro an Sachschäden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Quelle: Radio Zwickau

Dez 19

„Der Spurwechsel ist an enge Bedingungen geknüpft“

Über die Hälfte der Asylbewerber aus 2015 sei in sozialversicherungspflichtigen Jobs – man müsse fragen, wie man diese Situation halten kann, sagte der CDU-Innenpolitiker Marian Wendt im Dlf. (Bernd von Jutrczenka/dpa)

Eine klare Trennung in Asyl und Erwerbsmigration – damit könne man „konstruktiver in die Debatte gehen“, sagte der CDU-Innenpolitiker Marian Wendt im Dlf zu zwei neuen Zuwanderungs-Gesetzen. Doch dass Menschen für sechs Monate nach Deutschland kommen dürften, um hier Arbeit zu suchen, sehe er kritisch.

Martin Zagatta: Mitgehört hat der CDU-Bundestagsabgeordnete Marian Wendt, der zu den Innenpolitikern der Union gehört, die im Vorfeld noch große Bedenken gegen das Gesetz angemeldet haben. Guten Tag, Herr Wendt!

Marian Wendt: Guten Tag, Herr Zagatta.

Klare Trennung zwischen Asyl und Erwerbsmigration

Zagatta: Herr Wendt, wir haben es eben gehört: Um Erwerbsmigration vom Asylrecht ganz klar zu trennen, sind jetzt zwei Gesetze vorgesehen: Ein sogenanntes Fachkräfte-Einwanderungsgesetz -nicht sehr sonderlich umstritten -und ein Beschäftigungs-Duldungsgesetz, so wird das jetzt genannt. Macht Ihnen das die Zustimmung leichter?

Wendt: Das macht mir auf jeden Fall die Zustimmung leichter. Wir hatten das bereits im Vorfeld ja auch in einem Schreiben an die Minister so adressiert, dass wir klar trennen müssen immer zwischen Asyl und Erwerbsmigration, und mit dieser Trennung der beiden Gesetzentwürfe ist das auch erfolgt. Von daher kann man da jetzt konstruktiver auch in die Debatte gehen.

Zagatta: Es soll jetzt zwei Gesetze geben. Aber was ändert sich denn damit in der Sache? Das ist doch fast nur Augenwischerei.

Wendt: Ich glaube, die Signalwirkung ist das Entscheidende. Wir müssen ja auch feststellen, dass wir mit dem bisherigen neuen Fachkräfte-Einwanderungsgesetz vor allen Dingen eine modernere Kommunikation im Bereich Fachkräftezuwanderung hinbekommen. Wir haben bereits jetzt auch schon Möglichkeiten, nach Deutschland zu reisen; die sind aber sehr kompliziert. Die sind gegenüber unserer einheimischen Bevölkerung nicht so klar und transparent, aber auch gegen den ausländischen Interessenten nicht immer so verständnisvoll. Durch diese klare Struktur, die wir jetzt bekommen mit dem Fachkräfte-Einwanderungsgesetz, und auf der anderen Seite mit der Beschäftigungsduldung ist für jeden klar, wohin die Reise geht, was wir erwarten, und vor allen Dingen, wie wir künftig unseren Fachkräftebedarf über ausländische Einwanderung steuern wollen.

Über 50 Prozent der Asylbewerber aus 2015 im Job

Zagatta: Umstritten ist ja vor allem dieses Beschäftigungs-Duldungsgesetz. So heißt das jetzt. Früher hat man das Spurwechsel genannt. Aber dieses Beschäftigungs-Duldungsgesetz, das beschreibt ja schon, dass dieser sogenannte Spurwechsel, gegen den sich so viele in der Union gesträubt haben, dass der jetzt legalisiert wird.

Wendt: Wir müssen feststellen und Politik beginnt beim Betrachten der Realität. Wir haben eine hohe Zahl von Beschäftigten, die hier nur eine Duldung haben. Wir haben viele Firmen, die sagen, wir haben Asylbewerber aufgenommen, die arbeiten bei uns, die sind bei uns fleißig, die zahlen sozialversicherungspflichtige Beiträge. Auch wenn ich den Arbeitgeberpräsidenten Cramer gehört habe und gelesen habe, der feststellt, dass bereits über die Hälfte der Asylbewerber aus 2015 hier in sozialversicherungspflichtigen Jobs sind, dann muss uns das zu fragen geben, wie kann man diese Situation halten.

Es macht, glaube ich, keinen Sinn, wenn wir diesen Leuten jetzt sagen, ihr müsst alle ausreisen, aber erstens können wir das faktisch nicht, weil wir nicht nach Syrien und Irak abschieben können, und zum zweiten tut ihr unserer Wirtschaft und unseren Sozialversicherungssystemen sehr gut, weil ihr arbeitet.

Spurwechsel an enge Bedingungen knüpfen

Zagatta: Einen Spurwechsel erkennen Sie jetzt an?

Wendt: Den Spurwechsel kann ich schon anerkennen. Aber der ist an enge Bedingungen geknüpft. Das heißt: Ihr müsst hier arbeiten, ihr müsst für euren eigenen Lebensunterhalt sorgen, ihr müsst die deutsche Sprache können, eure Familie muss hier integriert sein. Das ist doch eigentlich das, was sich jeder Mensch wünscht, dass der hier lebt, dass der hier arbeitet, dass der Steuern zahlt und dass der Deutsch spricht. Dann ist auch jeder, der sich hier an unsere Werte hält, entsprechend eingeladen, auch in unserem Land zu leben, und mit diesen klaren Bedingungen, die wir jetzt ganz deutlich, auch zeitlich befristet vor allen Dingen definieren, können wir doch eine Lösung im Interesse aller schaffen, der Unternehmen und vor allen Dingen auch derer, die hier arbeiten wollen.

Im Übrigen bleibt es ja an uns als Staat, dafür zu sorgen, dass die, die wirklich ausreisepflichtig sind, auch binnen kürzerer Frist natürlich ausreisen. Denn 18 Monate Duldung ist der Mindestaufenthalt und wir sollten unsere Asylverfahren, die wir ja über die Ankerzentren auch straffen, dazu bringen, dass derjenige, der kein Asyl erhält, gar nicht erst in die Lage kommt, 18 Monate mit Duldung zu leben.

Erst zur Arbeitsaufnahme nach Deutschland reisen

Zagatta: Sind Sie jetzt mit den Bedingungen, die gestern Abend ausgehandelt wurden, die jetzt gerade bekanntgemacht werden, sind Sie mit denen jetzt einverstanden? Können Sie diesem Gesetz zustimmen, oder haben Sie noch Einwände, wo Sie sagen, nein, das muss noch unbedingt geregelt werden und da muss jetzt noch was geändert werden?

Wendt: Im Bereich der Beschäftigungsduldung sind wir, glaube ich, klar. Im Bereich des Fachkräfte-Zuwanderungsgesetzes müssen wir uns noch mal überlegen – und das sehe ich persönlich kritisch – diese Frage der Suche nach einem Ausbildungs- oder Arbeitsplatz. Man kann sechs Monate nach Deutschland reisen, um einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zu suchen. Das halte ich für kritisch. Ich möchte einfach an dem bestehenden Grundmodell festhalten, wie es auch in jedem Einwanderungsland dieser Erde normal ist, dass man sich aus dem Ausland heraus einen Arbeitsplatz sucht. Man hat eine Qualifikation, man lernt im Ausland die Sprache, man bewirbt sich dann über eine Agentur, über Online-Plattformen – da gibt es ja zig verschiedene Möglichkeiten – auf den entsprechenden Ausbildungs- oder Arbeitsplatz in Deutschland und reist dann zur Arbeitsaufnahme nach Deutschland, nicht schon zur Arbeitsplatzsuche. Weil was ist, wenn nach sechs Monaten ich feststelle, ich finde hier keinen Arbeitsplatz? Reist er dann wieder aus? Ich habe dann große Vollzugsherausforderungen. Da müssen wir das noch mal Nachsteuern. Das halte ich noch für kritisch. Das war auch einer unserer Hauptpunkte als Unions-Abgeordnete. Diese Ausbildungs-und Arbeitsplatzsuche, dieser sechsmonatige Aufenthalt, da müssen wir noch mal nachschärfen.

Zagatta: Ist das der kritische Punkt, den auch der ehemalige Fraktionsvorsitzende Kauder beschrieben hat, der ja gesagt hat, das sende an Schlepper die Botschaft aus, dass letztlich jeder aufgenommen wird, der Arbeit findet? Das meinen Sie damit?

Wendt: Für die Schlepper weiß ich nicht, ob das ein Signal ist. Man braucht ja trotzdem erst mal ein Visum. Es heißt ja nicht, dass man dann hier herkommt. Aber man kann natürlich ein Visum relativ leicht bekommen – unter der Bedingung, man sucht hier einen Arbeits-und Ausbildungsplatz. Und was macht man dann, wenn man hier entsprechend wieder abgeschoben wird oder keinen Ausbildungsplatz nach sechs Monaten gefunden hat? Deswegen ist diese Regelung noch unkonkret und hier müssen wir entsprechend noch mal nachwirken im parlamentarischen Verfahren. Der Gesetzentwurf liegt ja jetzt vor, das ist ein Entwurf, und Sie wissen ja, wie es Herr Struck einmal sagte: Nichts verlässt das Parlament so, wie es in das Parlament gekommen ist.

Keine falschen Signale setzen

Zagatta: Aber wenn ich Sie recht verstanden habe, haben sich die Verhandlungsführer, die Parteispitzen ja entsprechend bewegt, haben ihre Einwände berücksichtigt, sodass Sie jetzt davon ausgehen, da gibt es keinen großen Widerstand mehr. Sie haben jetzt ja auch nur einen Punkt genannt, den Sie noch geändert haben wollen.

Wendt: Ja! Wir haben ja im Vorverfahren bereits einige Punkte aufgebracht. Das macht ja Sinn, dass wir nicht alles erst vorschlagen, dann müssen wir das mühselig im parlamentarischen Verfahren wieder ändern, sondern dass wir bereits im Vorfeld eingebunden waren. Deswegen ist ja auch ein deutlicher Unterschied vom Referentenentwurf zur jetzigen Kabinettsfassung. Deswegen haben wir auch zwei Gesetzentwürfe. Aber ich finde, an diesem Punkt der Aufenthaltserlaubnis oder des Aufenthalts für die Ausbildungs-und Arbeitsplatzsuche, da müssen wir noch mal in Verhandlungen treten, auch mit der SPD-Fraktion.

Ich glaube, es darf nicht das Signal entstehen, dass Leute erst mal nach Deutschland kommen dürfen, die hier einen Job suchen, sondern dass vor allen Dingen Leute kommen sollen, die einen Job bereits zugesagt haben, und dass die als Fachkräfte arbeiten. Das entspricht dem Sinn eines Fachkräfte-Einwanderungsgesetzes und das ist, glaube ich, auch breit von unserer Bevölkerung so akzeptiert, wenn Leute kommen, die bereits eine Jobzusage haben. Das ist in allen anderen Staaten der Erde auch so. Ich kann auch nicht in die USA reisen und sagen, ich will erst mal einen Job suchen, bin dann sechs Monate unterwegs und vielleicht reise ich dann aus, wenn man mich bekommt. Das geht nicht und deswegen müssen wir hier noch mal versuchen nachzuarbeiten.

„Es gibt Arbeit ohne Ende“

Zagatta: Herr Wendt, wenn ich das recht verstanden habe, fällt jetzt mit den neuen Regelungen auch die sogenannte Vorrangprüfung weg. Das heißt, es wird nicht mehr geprüft, ob es für einen Job, um den es dann möglicherweise ganz konkret geht, auch einen Deutschen gibt, der das machen könnte. Ist das sinnvoll, weil es in der Praxis ja tatsächlich mittlerweile offenbar schon so ist?

Wendt: Ja, es ist eine sehr sinnvolle Regelung. Die entlastet die Arbeitsagenturen und sie macht natürlich das ganze Verfahren unbürokratischer. Wir können allerdings die Vorrangprüfung jederzeit wieder einführen. Sie fällt nicht per se weg; sie wird jetzt ausgesetzt für eine gewisse Zeit, weil wir wirklich feststellen, auch ich in meinem Wahlkreis, wo ich unterwegs bin, es gibt Arbeit ohne Ende und es findet sich auch kein adäquater Ersatz mit einer rein deutschen Arbeitskraft. Von daher würde das schon zu einer wirklichen Entbürokratisierung und zu einer Beschleunigung der Verfahren führen. Das ist, glaube ich, auch ein ganz wichtiger Punkt, der mir im Gesetzentwurf wichtig war, dass wir vor allen Dingen jetzt auch Schwerpunkt-Ausländerbehörden schaffen pro Bundesland, die eine Fachkompetenz haben für diese Erwerbsmigration, dass nicht jede kleine Ausländerbehörde sich mit verschiedenen Verfahren, mit verschiedenen Berufsqualifikationen, die es in den verschiedenen Ländern dieser Erde gibt, auseinandersetzen muss, sondern dass das schwerpunktmäßig geschieht, dass das zügig auch geschieht und dass wir vor allen Dingen hier in Verfahren und Mechanismen kommen, die wirklich einem modernen Einwanderungsland, glaube ich, auch entsprechen, und wir gleichzeitig aber auch die Kontrolle und Steuerung darüber behalten. Das ist sehr wichtig.

Zagatta: Der CDU-Bundestagsabgeordnete Marian Wendt ist im Großen und Ganzen mit dem Fachkräfte-Einwanderungsgesetz und dem neuen Beschäftigungs-Duldungsgesetz zufrieden. Ich glaube, so darf ich unser Gespräch zusammenfassen. Vielen Dank, Herr Wendt!

Wendt: Gerne! – Auf Wiederhören!

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

Quelle: Deutschlandfunk

Dez 19

EU-Haushaltswächter verschonen Italien

Premierminister von Italien in Brüssel. Der Haushaltsstreit ist beendet. (Foto: dpa)

BrüsselDem Vizepräsidenten der EU-Kommission war deutlich anzumerken, dass er mit seiner eigenen Entscheidung nicht glücklich ist: „Die Lösung ist nicht ideal“, sagte Valdis Dombrovskis am Mittwoch. Zuvor hatte das Kollegium der 28 EU-Kommissare beschlossen, nun doch kein Strafverfahren wegen eines überhöhten Defizits gegen das hochverschuldete Italien einzuleiten. Vorausgegangen waren schwierige Verhandlungen über den italienischen Haushaltsentwurf für 2019.

Dabei konnte die EU-Kommission der populistischen Regierung in Rom zwar einige Zugeständnisse abringen. Aber Italien ist immer noch weit davon entfernt, die Vorschriften des Stabilitätspakts zu erfüllen. Die nominale Defizitquote soll 2019 nun nicht 2,4 Prozent betragen, wie ursprünglich geplant, sondern nur 2,04 Prozent. Ursprünglich mit der EU vereinbart war eine nominale Defizitquote von 0,8 Prozent im nächsten Jahr.

Beim konjunkturbereinigten strukturellen Defizit – aus Sicht der EU-Kommission die wichtigere Kennzahl – liegt Italien ebenfalls über Plan. Hochverschuldete Länder sind eigentlich verpflichtet, ihre strukturelle Defizitquote um 0,6 Prozentpunkte jährlich zu senken. Denn nur so kann der staatliche Schuldenberg nachhaltig abgebaut werden.

Doch nun duldet die EU-Kommission, dass Italien sein strukturelles Defizit lediglich auf dem bisherigen Niveau hält.

Quelle: Handelsblatt

Dez 18

Polizisten betreuen bewusstlose Frau und werden von Kurden attackiert

Gleich mehrfach wurden Polizisten am Sonntag in Neukölln angegriffen. Insgesamt wurden fünf Beamte verletzt, teilweise schwer!

Zu ersten Übergriffen kam es am Sonntagnachmittag an der Hasenheide. Dort gab es bereits während eines Benefizkonzerts zum Tag der kurdischen Flagge, der am Montag ist, Verstöße gegen das Versammlungs- und das Vereinsgesetz, indem laut Polizei „verbotene Fahnen und verbotene Bildnisse gezeigt sowie verbotene Ausrufe getätigt“ wurden. Wie die Polizei am Montagvormittag mitteilte, nahmen die Beamten die Personalien der beteiligten Personen auf und schrieben zunächst Anzeigen.

Weil drei Männer von den Polizisten als Tatverdächtige zurückliegender Straftaten wiedererkannt wurden, wurden sie festgenommen. Ein 60-Jähriger hatte allerdings entscheidend etwas dagegen – er schubste die Polizisten und versuchte einen Festgenommenen (23) aus den Griffen der Beamten zu lösen. Auch der ältere Herr wurde den Angaben zufolge vorläufig festgenommen.

Polizisten erneut angegriffen

Für das Einsatzpersonal der Polizei war nach dem vorangegangenen Tumult aber noch nicht Schluss: Als gegen 19.20 Uhr zwei Frauen am Rande der Veranstaltung medizinisch betreut werden mussten, wurde es erneut brenzlig. Sie alarmierten die Feuerwehr, kümmerten sich aber um die Erstbetreuung einer 60-Jährigen, die das Bewusstsein verloren hatte.

Nach Angaben der Polizeibeamten reagierten umstehende Personen hierauf sehr emotional und aggressiv. Etwa zehn Personen schlugen auf die Polizisten ein. Zwei der Angreifer konnten festgenommen werden. Vier Polizisten und eine Polizistin wurden durch die Angriffe verletzt. Drei von ihnen mussten aufgrund teilweise erheblicher Kopf- und Gesichtsverletzungen in einem Krankenhaus behandelt werden und mussten ihren Dienst abbrechen.

Neben Strafermittlungsverfahren wegen Verstößen gegen das Versammlungs- und Vereinsgesetz nahm die Polizei außerdem Strafanzeigen wegen Widerstands, versuchter Gefangenenbefreiung, Landfriedensbruchs, Körperverletzung und Beleidigung auf. Die Ermittlungen dauern an.

Quelle: BZ

Dez 18

20-Jähriger stirbt nach Asylanten- Attacke auf offener Straße | Neumünster

Krystian kam aus der Disco, als er auf seinen Mörder trafFoto: Privat

Neumünster – Krystian war ein höflicher junger Mann, beliebt bei Freunden und Kollegen. Einer sagt: „Der konnte keiner Fliege was zu Leide tun.“

Jetzt ist der Fliesenleger, der von einem Jahr aus Polen nach Neumünster kam, tot. Erstochen morgens um sechs Uhr, kurz vor seinem Zuhause.

Ein Spurensicherer ist am Tatort im Einsatz
Ein Spurensicherer ist am Tatort im EinsatzFoto: DanFoto

Stean S. (50) wohnt an der Friedrichstraße, sagt zu BILD: „Ich hörte Schreie, sah aus dem Fenster. Da lag der junge Mann. Ich schnappte mir ein paar Handtücher, rannte hin und versuchte, die Blutung zu stoppen.“

Vergeblich.

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Der Bürgersteig ist voller Blut. Die Polizei hat den Tatort abgesperrt
Der Bürgersteig ist voller Blut. Die Polizei hat den Tatort abgesperrtFoto: Thomas Nyfeler

Der 20-Jährige hatte nach einem Streit mit einem anderen Mann mehrere Stiche in Hals und Rücken erlitten. Der Täter (laut Polizei südländisches Erscheinungsbild, dunkler Drei-Tage-Bart) ist flüchtig.

Am Montagmittag reiste Krystians Mutter aus Polen an. Ihr Sohn schickte jeden Monat Geld in die Heimat. Für seinen kleinen Bruder (8), der im Rollstuhl sitzt.

Hinweise an: 0431-160 33 33 oder 110.

Krystians Mutter (re) wird von Freundinnen getröstet
Krystians Mutter (re) wird von Freundinnen getröstetFoto: Marco ZitzowQuelle: BILD

Dez 18

Thüringen: Offenbar mehr als 1000 Abschiebungen abgebrochen

In Thüringen werden die Wenigsten abgeschoben . Mehr als 1000 Menschen, die eigentlich abgeschoben werden sollten, leben demzufolge in Deutschland. Das Land hat dafür eine simple Erklärung. Quelle: WELT / Sebastian Struwe

2018 ist die Mehrheit der Abschiebungen aus Thüringen einem Bericht zufolge gescheitert. Der Justizminister des Landes hat dafür eine simple Erklärung. Tausende seien demnach ausreisepflichtig.

Die Mehrheit der Abschiebungen aus Thüringen ist in diesem Jahr einem Medienbericht zufolge gescheitert. Wie die „Thüringer Allgemeine“ berichtet, wurden laut vorläufigen Zahlen des Migrationsministeriums in Erfurt bisher in diesem Jahr 1650 Abschiebungen eingeleitet. Allerdings seien davon am Ende nur 635 erfolgreich gewesen, 1015 seien abgebrochen worden.

Da Abschiebungen grundsätzlich nicht mehr angekündigt würden, steige auch die Zahl der nicht angetroffenen Betroffenen, sagte ein Sprecher von Justizminister Dieter Lauinger (Grüne) der Zeitung.

Laut dem Bericht sind derzeit 3389 Menschen in Thüringen ausreisepflichtig. Der übergroße Teil von ihnen (2824) sei jedoch geduldet.

Quelle: Welt

Dez 18

Maas sieht Basis für Rückkehr irakischer Flüchtlinge

Außenminister Heiko Maas besucht den Irak. Er schätzt die Sicherheitslage so ein, dass nach Deutschland geflüchtete Iraker nun wieder in ihre Heimat zurückkehren könnten.

Ein Jahr nach dem militärischen Sieg über die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) im Irak sieht Außenminister Heiko Maas eine erste Grundlage für die Rückkehr von Flüchtlingen aus Deutschland. „Wir stellen hier fest, dass sich die Sicherheitslage eindeutig verbessert hat“, sagte Maas am Dienstag bei einem Besuch in der irakischen Hauptstadt Bagdad. „Das gilt hier für Bagdad, aber auch für weite Teile dieses Landes.“

Irakischer Außenminister: Lage „exzellent“

Es gebe zwar noch einiges zu tun. „Aber ich glaube, die Sicherheitslage ist tatsächlich so, dass man sagen kann, es besteht auch die Basis dafür, (…) dass Menschen eine Perspektive haben, hier zu bleiben, aber auch wieder hierher zurückzukommen“, sagte der Außenminister.

Bereits am Montag hatte der irakische Außenminister Mohammed Ali al Hakim seine irakischen Landsleute nach einem Treffen mit Maas zur Rückkehr aufgerufen. Er bezeichnete die Sicherheitslage im Irak als „exzellent“.

Während des Bürgerkriegs in ihrer Heimat sind Hunderttausende Iraker nach Deutschland geflüchtet. Ende September waren hier nach Angaben aus der Bundesregierung 245.000 Menschen registriert. Der IS hatte 2014 große Teile des Landes unter seine Kontrolle gebracht. Die Gegenoffensive führte im vergangenen Jahr zur Befreiung der nordirakischen Millionenstadt Mossul.

Am 10. Dezember 2017 erklärte der damalige Ministerpräsident Haider al Abadi zwar den militärischen Sieg über den IS. Vor allem im Norden des Landes um Mossul herum sind aber noch immer IS-Zellen aktiv. Dort verübt die Terrormiliz auch immer wieder Anschläge.

Quelle: FAZ

Dez 17

Zwei von drei Flüchtlingen leben von Hartz IV

31,6 % der Migranten aus Fluchtländern zwischen 15 und 65 Jahren haben eine Beschäftigung gefunden. Viele sind aber noch auf der Suche und über 60 Prozent beziehen Hartz IV.

Knapp zwei Drittel (63,7 Prozent) der Flüchtlinge aus den Haupt-Fluchtländern (Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien) beziehen Hartz-IV-Leistungen, berichtet BILD. Im August etwa seien dies 992.202 Personen gewesen.

Insgesamt bezögen neun Prozent der Gesamtbevölkerung und 20,6 Prozent aller in Deutschland lebenden Ausländer das Arbeitslosengeld II, das umgangssprachlich Hartz IV genannt wird.

Zugleich, so die Zeitung, seien von den insgesamt rund 1,6 Millionen Migranten im Alter von 15 bis 65 aus diesen Ländern aktuell 360.000 beschäftigt (31,6 Prozent; Stand September) und damit 41 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Bei in Deutschland lebenden Ausländern insgesamt seien es 50,3 Prozent, bezogen auf die Gesamtbevölkerung liege die Quote bei 67,7 Prozent.

Sprachkenntnisse nicht immer Priorität bei Job-Vergabe

Die rund 150.000 arbeitslos gemeldeten Geflüchteten seien laut Bundesagentur für Arbeit (BA) „überwiegend jung und männlich“. Sie kämen „häufig für Jobs in Frage, in denen Sprachkenntnisse nicht die wichtigste Rolle“ spielten. Im November hätten sie vor allem Arbeit in der Logistik, in der Reinigung, als Küchenhelfer und im Verkauf gesucht.

Ingo Kramer lobte Integration in den Arbeitsmarkt

Am Freitag hatte Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer der „Augsburger Allgemeine“ gesagt, die Integration von Flüchtlingen in den deutschen Arbeitsmarkt laufe deutlich besser als angenommen. Auch könnten die meisten jungen Migranten nach einem Jahr Unterricht so gut Deutsch, dass sie dem Berufsschulunterricht folgen könnten.

Die Mehrheit der erwerbstätigen Geflüchteten arbeite in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung und sei somit integriert. Viele Migranten seien „eine Stütze der deutschen Wirtschaft geworden“.

Vor allem Mittelständler suchen nach Fachkräften

Die meisten Mittelständler, so Kramer, seien auf der Suche nach Mitarbeitern und hofften auf das geplante Fachkräfteeinwanderungsgesetz der Bundesregierung. Denn wenn es nicht gelinge, Fachkräfte aus dem Ausland anzuwerben, bestehe die Gefahr, dass Deutschland wirtschaftlich zurückfalle wie in den 90er Jahren.

Quelle: bz

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