Nov 17

„Merkel: Eine Bilanz“ Gescheitert auf der ganzen Linie

Merkels langer Schatten: die CDU ist unter ihrer Führung massiv nach links gerutscht.
Bild: DPA

Angela Merkel zieht sich auf Raten aus dem politischen Geschäft zurück. Als CDU-Chefin und Kanzlerin hat sie Deutschland maßgeblich geprägt. Redakteure und Autoren dieser Zeitung ziehen eine persönliche Bilanz. NWZ-Nachrichtenchef Alexander Will rechnet mit dem politischen Erbe der Dauerkanzlerin ab.

Oldenburg So viel Verzweiflung war selten unter deutschen Eliten: Angela Merkel zieht sich aus der Politik zurück! Wer geglaubt hat, dieses Segment der deutschen Bevölkerung hätte inzwischen ein rationales Verhältnis zu politischen Galionsfiguren entwickelt, sieht sich getäuscht. In der „Zeit“ barmt die ostdeutsche Autorin Jana Hensel: „Mein Deutschland-Gefühl, es ist in Wahrheit ein Angela-Merkel-Gefühl. Ich bin in dieses Gefühl eingezogen wie andere in ein Haus.“ Martin Walser (91) kann noch schwülstiger schwurbeln: Er fühlt sich „verführt von ihr und der stillen Wucht ihrer Schönheit“. Für die „Kulturschaffenden“ warnt die Schauspielerin Maria Furtwängler, wir würden Merkel noch „unglaublich vermissen“.

Nein, werden wir nicht. All diese schwüle Gefühligkeit erklärt vielmehr, wo der Spitzname „Mutti“ herkommt und was es mit dem spätestens seit 2010 herrschende Merkel-Biedermeier auf sich hat: Es ist das Einsinken und willige Akzeptieren matriarchalischer Bevormundung bei gleichzeitigem politischem Abenteurertum.

Dabei ist Merkel gescheitert. Sie hat dieses Land so tief gespalten, wie kein Kanzler vor ihr. Und nein – sie ist eben nicht die ehrliche Haut, die man jetzt aus ihr machen will. Mutti Merkels politischer Mehltau, also die perfekte Simulation von Sicherheit, Beständigkeit und Zuverlässigkeit, gepaart mit Begabung zur politischen Intrige und kräftigen Ellenbogen, bewirkte, dass die politische Öffentlichkeit ihre so radikalen wie absurden Wenden und politischen Irreführungen immer wieder hinnahm. „Sie kennen mich!“, warb Merkel 2013 im Wahlkampf. Wirklich? Nein! Diese Frau kannte niemand. Sie war und ist unberechenbar. Das zeigen einige wenige Beispiele.

Jede Menge Wenden

2003, Leipziger Parteitag: Merkel gibt die liberale Reformerin, eine Politikerin, die auf das Individuum setzt: nur noch drei Steuersätze anstelle der Progressionstarifs, Kopfpauschale bei der Krankenversicherung sind die Ziele. 2018: Merkel greift mit vollen Händen in die Sozialstaatskiste und verteilt. Da sind Mindestlohn, „Mietpreisbremse“, Mütterrente. Gesellschaftspolitisch geht es ohnehin nur noch links herum. Im September 2013 log Merkel bei Anne Will: „Mit mir wird es keinen Maut geben.“ Ein knappes Jahr später hieß es dann: „Die Maut steht im Koalitionsvertrag, und sie wird kommen.“ 2010 rief Merkel den Delegierten des Deutschlandtages der Jungen Union zu: „Der Ansatz für Multikulti ist gescheitert, absolut gescheitert!“ 2015 führte ihr politisches Handeln zu ungesteuerter Masseneinwanderung, die eben diese richtige Erkenntnis völlig ignorierte.

Hausgemachter Kontrollverlust

Einwanderung ist zum Sinnbild des Merkel‘schen Scheiterns geworden – und letztlich auch der Grund ihres Sturzes. Erst jüngst entlarvte die „Welt“ die immer wieder bemühte These als Lüge, Grenzschließungen seien 2015 rechtlich nicht möglich gewesen. Die Zeitung belegte eindrucksvoll, dass es hier nur um politischen Willen ging. Der Steuerungs- und Kontrollverlust wurde hingenommen, und er ging von Merkels Entscheidungen aus. Das ganze paarte sich mit grenzenloser Naivität. Da gingen Selfies mit Einwanderern um die Welt, die bewirkten, dass Menschen die Koffer packten, die zuvor nie daran gedacht hatten. Hunderttausende strömten ungesteuert nach Deutschland. Die Behörden verloren die Kontrolle, nur das linke juste milieu war begeistert. Ein diffuses Bauchgefühl zerstörte rationale politische Analyse – zuerst bei der Kanzlerin. Gesinnungsethik schlug Verantwortungsethik.

Im Ausland rieb man sich dagegen die Augen. Der britische Politikwissenschaftler Anthony Glees nannte Deutschland einen „Hippie-Staat“. Niemand kann die Kosten dieser Politik einigermaßen seriös abschätzen. Fast eine Million nicht- und unterqualifizierter Einwanderer sind nun im Land. Die meisten werden nicht mehr gehen. Klar ist hingegen, dass diese Politik, dass Merkels Politik direkt für die auf 2015 folgenden Ereignisse in Berlin, Köln oder Freiburg verantwortlich ist.

Gelöst ist übrigens entgegen der Legende nichts. Alle Ideen, wie man „Fluchtursachen bekämpfen“ könnte, haben nichts bewirkt. Die illegale Einwanderung über das Mittelmeer liegt sogar noch deutlich über dem Niveau vor der Asylkrise. Auf dem Balkan stauen sich erneut Einwanderer. Nun sollen jährlich 200 000 Menschen im Land aufgenommen werden. Das ist eine Großstadt. Keine Antworten gibt es auf die Frage, wie das finanziell und mental von den Deutschen auf Dauer gestemmt werden kann. „Nun sind sie halt da“, würde Merkel wahrscheinlich sagen, so wie bereits 2015. Es ist ihr schlicht egal. Die Kanzlerin hätte Milton Friedmann lesen sollen, der die einfache Wahrheit schon 1977 aussprach: Man kann entweder offene Grenzen oder einen Wohlfahrtsstaat haben.

Gespaltenes Land, gespaltenes Europa

Das alles hat massive Folgen. Im Inneren ist das Land gespalten wie nie. Die Politik der Kanzlerin hat das Parteiensystem zerstört, die Erfolge der AfD erst möglich gemacht. Merkel ist das beste Pferd im Stall dieser Partei. Gespalten hat die einsame Merkel-Politik auch Europa. Deutschland wird in Osteuropa wieder als Schulhofschläger wahrgenommen, der seine politischen und moralischen Maßstäbe anderen aufzwingen will – was so ja auch der Realität entspricht.

In diesem Zusammenhang sind die angeblichen Rettungen – wahlweise des Euros oder Griechenlands – weitere Merkel-Legenden. In Griechenland ist nichts gerettet. Das Problem wurde nur durch absurd lange Rückzahlungsfristen und Niedrigzinsen in die Zukunft verlagert. Der Euro leidet noch immer an seinem Grundproblem: Länder mit verschiedener ökonomischer Stärke müssen sich eine Währung teilen. Dafür wurden Rettungspakete unter dubiosen Umständen durch den Bundestag gepeitscht, und die Merkel-Regierung war maßgeblich an der vertragswidrigen Staatsfinanzierung durch die Zentralbank beteiligt. Nichts anderes sind die Anleihenkäufe der EZB. Gleichzeitig enteignet diese durch ihre Niedrigzinspolitik und das Anheizen der Inflation die Sparer. All das schert die Kanzlerin nicht. Ohnehin sind die Merkel-Deutschen nicht die Superreichen der EU. Beim Finanzvermögen liegen sie auf dem 12. Rang, noch hinter Ländern wie Malta, Portugal und Spanien, beim Wohneigentum gar auf dem letzten Platz.

Führend nur bei Strompreisen

Dafür führt Deutschland auf anderem Gebiet: Hier ist der Strom am teuersten. Das ist eine Folge der Energiewende, die auf dem Rücken der Verbraucher durchgedrückt wurde. Die Folgen: Im vergangenen Jahr gab es Stromabschaltungen in fast 350 000 Haushalten. Inzwischen zeigt sich auch, dass dieses Merkel’sche Prestigeprojekt massive Pferdefüße hat: Die reduzierten deutschen Kapazitäten können wohl in absehbarer Zeit nicht durch Importe gedeckt werden. Auch für eventuelle Blackouts wären also die Dankesbriefe an die Kanzlerin zu senden, unter deren Ägide das Experiment seinen Anfang nahm.

Unterdessen vergammelt in Deutschland die Infrastruktur, und die Kanzlerin redet von der Digitalisierung als „Neuland“. Ernsthaft? Regionen wie das Baltikum, ganz zu schweigen von Japan oder den USA, sind dort längst angekommen. Es ist angesichts dieser Rückständigkeit im Denken und der Wahrnehmung kein Wunder, dass der digitale Strukturwandel in diesem Land unter den diversen Merkel-Regierungen regelrecht verschlafen wurde.

Wirtschaftsboom? Glück gehabt!

Die Kanzlerin hatte schlicht Glück, dass sie in ihrer Regierungszeit mit keiner schweren, strukturellen Wirtschaftskrise konfrontiert wurde. Sie profitierte zudem von den Reformen ihres Vorgängers Gerhard Schröder, der als Kanzler wirklich für die Zukunftsfähigkeit Deutschlands gesorgt hatte. Wenn jetzt die Ökonomie in die Knie geht, dann Gnade den Deutschen Gott. Einer Rezession ist das Land wehrlos ausgeliefert. Das zeigte die Ratingagentur Moodys Anfang November in einer Studie.

Unterdessen wird Deutschland mehr und mehr zum etatistischen Gängelstaat: Vom verdienten Euro bleibt nach Abzug aller Steuern und Abgaben unter Merkel grade einmal 46 Cent übrig. Deutschland sei eine Steuerhölle schreibt die „Neue Zürcher Zeitung“. Die Sozialsysteme sind trotzdem nicht zukunftsfest. Gegängelt wird auch über das Finanzielle hinaus: Die Mietpreisbremse ist nichts als eine Teilenteignung, und ein von Merkel unterstütztes Quotensystem bedroht sowohl die freie Verfügung über Eigentum als letztlich auch die Grundsätze einer jeden Demokratie.

Ja – Merkel hat Deutschland geprägt. Aber auf destruktive Weise. Doch auch mit ihrem Sturz ist das Desaster nicht vorbei. „Merkeln“ ist in der deutschen Politik und vor allem in der CDU zu einer höheren Kunst geworden. Schon stehen Merkel-Klone breit, um ihre Politik weiterzutreiben. Die Kramp-Karrenbauers, Laschets und Altmaiers dieser Welt werden es keinen Deut anders und besser machen. Gebe der Himmel, dass wenigstens Friedrich Merz einer ist, der zunächst die CDU entmerkelt – auch wenn das nur eine sehr schwache Hoffnung sein kann.

Nov 17

Streit eskaliert: Albaner schießt Kontrahent in den Bauch

Der Täter schoss auf den 21-Jährigen. (Symbolbild)

Ein 21-Jähriger ist in München angeschossen worden. München – Unfassbar! Einem 21-Jährigen wurde in München von einem anderen Mann in den Bauch geschossen und erst eine Stunde später ging der Verletzte in ein Krankenhaus.

Die beiden Männer hatten sich verabredet und waren dann heftig aneinander geraten, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Bei der Auseinandersetzung zog der 26 Jahre alte Kontrahent seine Waffe und schoss auf den 21-Jährigen. Dann flüchtete der Schütze mit einem Pkw, auch sein Opfer verließ den Tatort.

Die von Ohrenzeugen des Schusses alarmierte Polizei konnte deshalb zunächst nichts ausrichten. Erst als die Mitarbeiter in der Notaufnahme der Klinik wegen der unklaren Umstände der Schussverletzung die Beamten informierten, kam Bewegung in den Fall.

Nach intensiver Fahndung konnte der aus dem Kosovo stammende Schütze am Freitagnachmittag festgenommen werden, ihm wird versuchter Totschlag vorgeworfen. Sein Opfer befinde sich nicht in Lebensgefahr, hieß es.

Die Hintergründe des Streits sind noch ungeklärt. Die ersten Ermittlungen deuten auf Zwist zwischen den beiden Familien der Männer hin.

Das Opfer schwebt in Lebensgefahr. (Symbolbild)
Das Opfer schwebt in Lebensgefahr. (Symbolbild)

Fotos: 123RF, DPA

Quelle: tag24

Nov 17

Mönchengladbacher Tafel bittet um Weihnachtspäckchen – ohne Schweinefleisch!

Am 17. Dezember werden im Tafel-Laden in Lürrip wieder Weihnachtspäckchen ausgegeben. Gegen Vorlage eines Ausweises können bedürftige Menschen sich damit für die Weihnachtstage ein Geschenk machen. Damit möglichst viele bedacht werden können, ruft die Mönchengladbacher Tafel Bürger auf, Weihnachtspäckchen zu befüllen und zu spenden.

In Mönchengladbach gibt es viele Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht ausreichend Geld zum Leben haben – Geringverdiener, Kleinstrentner, Arbeitslose, Asylbewerber, Obdachlose. Um die 3000 Bedürftige decken sich täglich bei der Mönchengladbacher Tafel ein, etwa 100 Ehrenamtler sind für sie im Einsatz, stehen an der Ausgabe, holen Lebensmittelspenden ab, sortieren sie. An einem Tag im Jahr ist der Andrang bei der Tafel in Lürrip besonders lang, weiß die Vorsitzende Monika Bartsch: wenn nämlich in der Adventszeit die Weihnachtspäckchen ausgegeben werden. Das ist in diesem Jahr am 17. Dezember von 9 bis 15 Uhr im Tafel-Laden am Fleenerweg 48 der Fall.

Damit aber auch möglichst viele bedürftige Menschen bedacht werden können, bitten Vorstand und Mitglieder der Tafel darum, Weihnachtspäckchen zu spenden. Der Fantasie sind beim Inhalt der Päckchen keine Grenzen gesetzt. Es sollten aber nur Lebensmittel sein und ausschließlich haltbare Produkte.

Das Tafelteam bittet darum, keine alkoholischen Getränke einzupacken und auf Inhalte mit Schweinefleisch zu verzichten.

Abgegeben werden können die Päckchen bei folgenden Partnern zu den üblichen Geschäftszeiten: vom 26. November bis 14. Dezember bei der Bäckerei Held (Am Sternenfeld 63), vom 3. bis 15. Dezember bei der NEW AG (Odenkirchener Straße 201), Podologosche Praxis Renate Camps (Broicher Straße 5), Reifen Völker (Breite Straße 114), TÜV Rheinland (Theodor-Heuss-Straße 93-95) und Vital-Apotheke (Bismarckstraße 29) sowie letztmalig am 16. Dezember im Tafel-Laden (Fleenerweg 48).

Quelle: RP

Nov 17

Merkel in Chemnitz: „Was denken Sie, wenn Sie von Gruppenvergewaltigungen hören?“

Rund drei Monate nach der Tötung eines Mannes – mutmaßlich durch Asylbewerber – und nach anschließenden rechten Protesten stellt sich die Kanzlerin den Fragen der Chemnitzer. Einen Seitenhieb kann sich Merkel dabei nicht verkneifen – auf die Grünen.

Die Frage aller Fragen fällt nach etwa einer Stunde: „Woher kommt diese Unzufriedenheit, die man überall spürt?“, fragt ein Mann. „Tja“, sagt Angela Merkel. „Ich kann es auch nur vermuten.“ Und dann zählt sie die jüngsten Krisen auf, die sehr viel Geld gekostet haben, zuerst für die Banken, dann für die Flüchtlinge, und dass sie verstehe, wenn Leute verärgert seien, dass zu wenig für ihre Schulen, Kitas, Straßen übrig geblieben sei. Die Bundeskanzlerin steht am Freitagnachmittag in einer ehemaligen Fabrikhalle in Chemnitz vor 120 Lesern der Regionalzeitung „Freie Presse“, die zu einem Forum mit der Kanzlerin geladen hat. Es ist Merkels erster Besuch „nach den schrecklichen Ereignissen im August“, wie Chefredakteur Torsten Kleditzsch zu Beginn sagt, und dass seine Zeitung im Moment spüre, mehr tun zu müssen als nur zu berichten. „Deshalb gibt es heute die Veranstaltung mit Frau Merkel.“

350 Leser hatten sich für die Teilnahme beworben, knapp die Hälfte wurden schließlich ausgelost. Es sind, dem Altersdurchschnitt der Abonnenten entsprechend, überwiegend ältere Menschen, darunter nicht wenige Kritiker der Merkelschen Flüchtlingspolitik. Merkel selbst hat auch gar nichts anderes erwartet. „Ich bin gespannt, was Sie zu sagen haben, und ich bin natürlich auch hergekommen, um mir Ihre Unzufriedenheiten anzuhören“, sagt sie. Viele Chemnitzer haben die Wucht der Ereignisse bis heute nicht verarbeitet, sie sind erschrocken über den Tod von Daniel H., der in jener Nacht während des Stadtfestes mutmaßlich von Asylbewerbern getötet wurde, sie wirken bisweilen hilflos angesichts der Wucht rechtsextremistischen Protests, der dem Verbrechen folgte, und sie sind wütend auf Politik und Medien, die, so sagen es viele, Chemnitz und seine Einwohner kollektiv in den Dreck gezogen hätten.

Bundeskanzlerin Merkel und die Basketballer der Niners in Chemnitz: Multikulti durch den Sport leben
Bundeskanzlerin Merkel und die Basketballer der Niners in Chemnitz: Multikulti durch den Sport leben : Bild: EPA

Der Gesprächsbedarf könnte also nicht größer sein, und Merkel weicht keiner Frage aus, die allesamt durchaus hart in der Sache, aber anständig im Ton gestellt werden. Es sei „ein schrecklicher Mord passiert, und zwei Menschen sind verletzt worden“, fasst sie die Ausgangslage zusammen. Dieses Verbrechen aber dürfe keine Rechtfertigung sein für rechtsextreme Ausschreitungen. „Frau Merkel, was denken Sie, wenn Sie von Menschen hören, die getötet werden von Asylbewerbern, die vorbestraft sind, oder von Gruppenvergewaltigungen wie in Freiburg?“, fragt ein Mann. „Wir versuchen, aus diesen schrecklichen Erfahrungen Lehren zu ziehen“, sagt Merkel, die natürlich weiß, dass manche Menschen nur eine Lehre akzeptieren: Gar keine Flüchtlinge mehr ins Land zu lassen. Doch das ist mit Merkel nicht zu machen, die im Übrigen darum bittet, zu akzeptieren, dass die Bundestagswahl nach wie vor eine Mehrheit für ihre Politik ergeben hat. Sie verspricht, diese „Schritt für Schritt“ zu verbessern, macht aber auch deutlich, wie schwierig das bisweilen ist. Dass sie Länder wie Algerien, Marokko und Tunesien längst zu sicheren Herkunftsländern erklärt hätte, um die Rückführung der von dort kommenden Asylbewerber zu vereinfachen, scheitere „leider“ im Bundesrat immer wieder an den Grünen.

Merkels Warnung vor „Falschinformationen und Lügen“

Sehr deutlich äußerte sich Merkel auch zum Migrationspakt der Vereinten Nationen, der im Dezember beschlossen werden soll. Mehrere Teilnehmer forderten sie auf, diesen Vertrag nicht zu unterzeichnen. „Wir dürfen uns nicht von denen, die Hass und Hetze verbreiten, die Tagesordnung vorgeben lassen“, antwortete Merkel und kritisierte scharf, dass zu diesem Vertrag „Falschinformationen und Lügen in die Welt gesetzt“ würden. An dem Pakt hätten auch alle europäischen Länder zwei Jahre lang „sehr einvernehmlich“ gearbeitet. Er sei im Interesse Deutschlands, denn er enthalte Regelungen gegen illegale Migration und zum Grenzschutz, verpflichte die Länder, biometrische Pässe auszustellen und Standards bei der Flüchtlingsversorgung einzuhalten, damit sich nicht wie 2015 so viele Menschen nach Europa in Bewegung setzten. „Der Pakt ist in unserem elementaren Interesse“, sagte Merkel, die zudem darauf verwies, dass die Souveränität der Unterzeichner nicht angetastet werde.

Quelle: faz

Nov 17

„Bist du AfD-Mitglied?“: Vermummte greifen Taxi-Fahrgäste mit Baseballschlägern an

Als der 62-Jährige ausstieg, wurde er gefragt, ob er AfD-Mitglied sei. Als er darum bat in Ruhe gelassen zu werden, trat einer der Angreifer gegen seinen Oberschenkel. (Symbolbild)

Angriff vor Hotel „Stadtfeld“ in Magdeburg: Vermummte zertrümmern Taxi. Magdeburg – Vermummente haben einen Taxifahrer und seine vier Fahrgäste vor dem Hotel „Stadtfeld“ in der Maxim-Gorki-Straße in Magdeburg angegriffen.

Ein 62 Jahre alter Fahrgast wurde kurz nach dem Aussteigen am Freitagabend gegen 23 Uhr von einer Gruppe mit acht bis zehn Vermummten bedroht, wie die Polizei am Samstagmorgen mitteilte.

Die Angreifer hatten demnach Baseballschläger bei sich und sollen den Mann gefragt haben, ob er AfD-Mitglied sei. Ein Vermummter soll den Mann zudem getreten haben. Das Opfer sei daraufhin schnell in das Taxi zurückgestiegen.

Anschließend hätten die Angreifer das Taxi umlagert und die Heckscheibe des Wagens zerstört. Außerdem soll es einen lauten Knall wie aus einer Schreckschusspistole gegeben haben. Verletzt wurde niemand. Die Angreifer flohen. Die Polizei schloss einen politischen Hintergrund der Tat nicht aus.

Am Freitag hatte die Europawahlversammlung der AfD in Magdeburg begonnen. Bis Sonntag wollen die Delegierten 40 Kandidaten für die Wahl zum Europäischen Parlament im kommenden Mai bestimmen. In dem Hotel, vor dem es zu dem Angriff kam, waren laut Polizei möglicherweise AfD-Mitglieder untergekommen.

Quelle: tag24

Nov 16

Auch Estland tritt UN-Migrationspakt nicht bei

Eine Hilfsorganisation bei der Rettung von Bootsflüchtlingen aus dem Mittelmeer

Auch Estland wird den globalen Migrationspakt der Vereinten Nationen nicht unterstützen. Die Regierung in Tallinn konnte sich bei ihrer Kabinettssitzung am Donnerstag nicht darauf einigen, dass sich das baltische EU- und NATO-Land dem geplanten Pakt anschließt.

„Bei der Bildung einer Koalition haben wir uns darauf verständigt, Entscheidungen einvernehmlich zu treffen. Leider haben wir einen solchen Konsens heute nicht erreicht“, wurde Regierungschef Jüri Ratas in einer Mitteilung der Staatskanzlei zitiert.

In dem Ostseestaat war zuvor eine Debatte über den Pakt entbrannt. Während sich Außenminister Sven Mikser für einen Beitritt aussprach, äußerten Justizminister Urmas Reinsalu und dessen konservative Partei Pro Patria rechtliche Bedenken. Sie sehen die Gefahr, dass der Pakt Teil des internationalen Gewohnheitsrechts werde und dadurch die nationale Regelungshoheit von Migrationsfragen einschränke.

 

Immer mehr Länder scheren aus
Vor Estland hatten neben Österreich auch Tschechien, Bulgarien, Ungarn, die USA und Australien ihre Ablehnung erklärt. Der von den UNO-Mitgliedstaaten beschlossene Migrationspakt soll bei einem Gipfeltreffen am 10. und 11. Dezember in Marokko angenommen werden. Das rechtlich nicht bindende Dokument soll helfen, Flucht und Migration besser zu organisieren.

Quelle: Kronenzeitung

Nov 16

Polizei sucht mit Fahndungsfotos nach Messerstecher

Ein Jahr nach einer Messerattacke in einer Frankfurter Moschee hat die Polizei Aufnahmen eines Tatverdächtigen veröffentlicht. Der Unbekannte soll versucht haben, zwei Männer zu töten.

Die Polizei veröffentlichte am Donnerstag Fotos eines unbekannten Tatverdächtigen (Fahndungsplakat als PDF-Download). Der Mann soll vor über einem Jahr in einer Frankfurter Moschee zwei Männer mit einem Messer verletzt haben.

Wie die Polizei mitteilte, blieb die Suche nach dem Unbekannten bislang erfolglos, deswegen habe ein Richter nun die Fotos des Verdächtigen zur Öffentlichkeitsfahndung freigegeben. Gesucht wird der Mann wegen des Verdachts des zweifachen versuchten Totschlags.

Zielstrebig auf zwei Männer eingestochen

Am 13. September 2017 soll er nach Polizeiangaben kurz vor dem Mittagsgebet die Zakaria-Moschee in der Frankfurter Albusstraße nahe der Konstablerwache betreten haben.

Er sei zielstrebig in den ersten Stock gegangen, in dem sich zwei Mitglieder des islamisch-marokkanischen Moscheevereins aufhielten. Unvermittelt habe der Fremde mit einem Messer auf die beiden eingestochen und sie verletzt. Dann sei er geflüchtet.

Inzwischen gehe es den Opfern körperlich wieder gut, sagte ein Polizeisprecher auf Nachfrage. Weitere Angaben machte er nicht. „Aus kriminaltaktischen Gründen“ habe die Polizei bislang von einer öffentlichen Fahndung abgesehen. Da sie aber keine Anhaltspunkte zur Identität des Mannes ermitteln konnte, gehe sie nun an die Öffentlichkeit.

Quelle: hessenschau

Nov 16

Migration: Zu viel Einwanderung beschädigt den Sozialstaat

Eine neue Studie zeigt: Bei stark empfundener Zuwanderung sinkt die Bereitschaft, für den Sozialstaat zu zahlen. Massenzuwanderung kann zu sozialer Destabilisierung führen.

Drei Jahre ist nun der Höhepunkt der Migrationswelle her, die Europa und besonders Deutschland im Herbst 2015 erreichte. Verstärkt wurde sie auch durch die ausgerufene Willkommenskultur. Die damalige Massenmigration hat zu scharfer gesellschaftlicher Polarisierung geführt. Zuwanderungskritische Parteien sind im Aufwind.

Die sozialökonomischen Folgen der Immigration, mögliche Chancen und Konflikte sind weiterhin hoch umstritten. Es gibt auch Ökonomen, die offene Grenzen und gänzlich freie Migration befürworten: Michael Clemens vom Center for Global Development in Washington etwa argumentierte, dass die völlige Abschaffung aller Migrationsbarrieren billionenschwere Wohlfahrtsgewinne möglich mache, wenn Menschen aus ärmeren Ländern in reichere Länder ziehen und dort produktivere Arbeit ausführen („Economics and Emigration: Trillion-Dollar Bills on the Sidewalk?“, Journal of Economic Perspectives 2011).

Nov 16

Chemnitz Zensur: Syrischer Asylbewerber soll behinderte Frau vergewaltigt haben

Polizei: Stufte Fall als nicht pressefrei ein Foto: dpa

Schrecklicher Verdacht in Chemnitz: Eine Frau soll in einem Hausflur überfallen und mehrfach vergewaltigt worden sein. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen. Doch bisher berichtete die Presse nicht über die Tat. Der Vorgang ist von der Polizei als nicht pressefrei eingestuft worden. Die JUNGE FREIHEIT und David Berger vom Blog „Philosophia Perennis“ fragten nach.

Rückblick: Dienstag, 13. November. Um 21 Uhr soll sich eine stark sehbehinderte Frau in dem Flur eines Mehrfamilienhauses im Stadtteil Sonnenberg aufgehalten haben. Der mutmaßliche Täter soll der 38jährigen dort aufgelauert haben. Noch im Flur soll er dann das Opfer zwei Mal vergewaltigt haben. Danach soll der Mann sich vom Tatort entfernt haben. Es soll sich um einen syrischen Asylbewerber handeln.

„Für ein Zeugengesuch bestand keine Notwendigkeit“

Die JF und David Berger fragten bei der Polizei Chemnitz nach. Unter anderem wollten wir wissen, wie es dem mutmaßlichen Opfer geht, ob der mutmaßliche Täter noch auf der Flucht sei und warum es keine Pressemitteilung seitens der Polizei gab?

Andrzej Rydzik, der stellvertretende Pressesprecher der Polizeidirektion Chemnitz bestätigte Ermittlungen wegen des Verdachts einer Vergewaltigung gegenüber dieser Zeitung. „Aus Ermittlungstaktischen Gründen und vor allem aus Gründen des Opferschutzes fand keine Veröffentlichung in einer unserer Medieninformationen statt“, sagte Rydzik. „Der Tatverdächtige ist bekannt. Für ein Zeugengesuch bestand und besteht weiter keine Notwendigkeit.“

Quelle: Jungefreiheit

Nov 15

UNO-Migrationspakt wackelt nun auch in Belgien – Liste wird länger

Bild: United Nations, stock.adobe.com, krone.at-Grafik

Die Liste jener Länder, die sich vom UNO-Migrationspakt zurückziehen wollen, wird immer länger: Am Mittwoch wurde bekannt, dass möglicherweise auch Belgien das Abkommen nicht unterschreiben wird, weil flämische Nationalisten den Text nicht mittragen wollen. Zuvor hatte bereits der tschechische Ministerpräsident Andrej Babis mitgeteilt, dass sein Land das Abkommen ablehne. krone.at hat sich einen Überblick verschafft, welche Staaten den Pakt ablehnen wollen und welche große Bedenken dazu geäußert haben.

Ein Sprecher des belgischen Asyl-Staatssekretärs Theo Francken von der flämisch-nationalistischen N-VA sagte der Tageszeitung „De Standaard“: „Diesen Text unterzeichnen wir nicht.“ Ein Sprecher von Innenminister Jan Jambon (N-VA) erklärte, es gebe noch keine Festlegung der Regierung.

Pakt soll nochmals geprüft werden
Besonders in der N-VA ist die Skepsis zum UNO-Migrationspakt groß. Dagegen hatten Belgiens Premier Charles Michel (Bild unten) und Vizepremier Alexander De Croo – beide liberale Politiker – nach Angaben der Zeitung öffentlich erklärt, den Text gutzuheißen. Unter dem Druck der flämischen Nationalisten habe die Regierung aber vergangene Woche beschlossen, den Pakt noch einmal zu prüfen.

Belgiens Ministerpräsident Charles Michel (Bild: AFP/Thierry Charlier)Belgiens Ministerpräsident Charles Michel
Bild: AFP/Thierry Charlier

Unser Nachbar Tschechien kritisierte am Mittwoch, dass die UNO-Vereinbarung tschechische Prioritäten, wie etwa die klare Unterscheidung zwischen legalen und illegalen Migranten, nicht berücksichtige. Zudem fehle die Erwähnung, dass illegale Migration unerwünscht sei, erklärte Ministerpräsident Babis.

Tschechiens Ministerpräsident Andrej Babis (Bild: Associated Press)

Tschechiens Ministerpräsident Andrej Babis
Bild: Associated Press

Erst am Montag hatte Bulgarien den Pakt abgelehnt. Der „Globale Pakt für sichere, geordnete und geregelte Migration“, der im Dezember in Marokko unterzeichnet werden soll, widerspreche den nationalen Interessen des Landes, lautete die Begründung des Vizechefs der Regierungspartei GERB, Zwetan Zwetanow.

Widerstand auch in Kroatien und Slowenien
Auch in Slowenien und Kroatien regt sich Widerstand gegen den Pakt. Die kroatische Präsidentin Kolina Grabar-Kitarovic (Bild unten) bezog dagegen Stellung, in Slowenien forderte die größte Parlamentspartei, die konservative Demokratische Partei (SDS), eine „bedingungslose“ Ablehnung des Pakts. Am Montag ist auch in Estland eine Debatte darüber entbrannt. Diskutiert wird in dem baltischen EU- und NATO-Land, inwieweit die von den UNO-Mitgliedsstaaten beschlossene Vereinbarung rechtlich bindend ist.

„Seien Sie sicher, dass ich das Abkommen von Marrakesch nicht unterzeichnen werde“, teilte die kroatische

 

„Seien Sie sicher, dass ich das Abkommen von Marrakesch nicht unterzeichnen werde“, teilte die kroatische Staatspräsidentin Kolinda Grabar Kitarovic mit. (Bild: AFP, United Nations, krone.at-Grafik, stock.adobe.com)Staatspräsidentin Kolinda Grabar Kitarovic mit.
Bild: AFP, United Nations, krone.at-Grafik, stock.adobe.com

Der seit Wochen heftig diskutierte – und in Österreich von einer klaren Mehrheit der Bevölkerung abgelehnte – Vertrag umfasst eine Reihe von Leitlinien und Maßnahmen, deren Umsetzung rechtlich aber nicht bindend ist. Im Kern geht es um eine bessere internationale Zusammenarbeit in der Migrationspolitik und um Standards im Umgang mit Flüchtlingen.

Länder, die den Migrationspakt ablehnen wollen:

  • Österreich
  • USA
  • Ungarn
  • Australien
  • Bulgarien
  • Tschechien

 

(Bild: un.org, AFP, krone.at-Grafik)Bild: un.org, AFP, krone.at-Grafik

Länder, die dem Migrationspakt skeptisch gegenüberstehen:

  • Estland
  • Israel
  • Polen
  • Slowenien
  • Kroatien
  • Schweiz
  • Deutschland
  • Dänemark
  • Japan
  • Italien
  • Belgien
  • Großbritannien

Aussteiger: „Angst um nationale Souveränität“
Zwar ist die Vereinbarung völkerrechtlich nicht bindend, sie hat aber Symbolcharakter. Neben Österreich wollen nun immer mehr Länder nicht mehr beim Migrationspakt mitmachen. Die USA unter Präsident Donald Trump waren bereits im vergangenen Dezember ausgestiegen, Ungarns – von Viktor Orban (Bild unten) geführte – rechtsnationale Regierung zog im Sommer nach und Australien erklärte kürzlich, nicht dabei zu sein. Alle Länder argumentierten den Ausstieg ähnlich: Die nationale Souveränität müsse bewahrt werden.

Ungarns Premier Viktor Orban (Bild: AFP)Ungarns Premier Viktor Orban
Bild: AFP

Quelle: Kronenzeitung

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