Aug 05

„Wir haben die 24. Mordkommission in diesem Jahr einrichten müssen“

Die Henriettenstraße in Marxloh: Am Tag nach dem Tod des 14 Jahre alten Jungens versammelten sich zahlreiche Menschen am Tatort. (Quelle: Reichwein/imago)

Familien-Clans aus Südosteuropa und dem arabischen Raum machen deutschen Sicherheitsbehörden massive Probleme. Auch das Ruhrgebiet ist ein Schwerpunkt ihrer organisierten Kriminalität. Jetzt setzen Fahnder auf neue Gesetze.

Nordrhein-Westfalen mit 18 Millionen Einwohnern gilt, was die innere Sicherheit betrifft, als ruhiges Pflaster. Eigentlich. Ingo Dudenhausen ist einer der leitenden Polizeibeamten in Duisburg – und sieht das ein bisschen anders. „Am Sonntag haben wir die 24. Mordkommission in diesem Jahr einrichten müssen“, sagt er.

Im Vorjahr ermittelten 57 Mordkommissionen. Während Fälle von Wohnungseinbrüchen und Körperverletzungen bundesweit – und auch in Duisburg – sinken, steigt die Zahl der Tötungsdelikte. 2016 sind 15 Menschen eines gewaltsamen Todes gestorben. 2017 waren es schon 24.

Dudenhausens Analyse vor drei Dutzend seiner Berufskollegen aus Nordrhein-Westfalen, die die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Anfang Juli nach Düsseldorf zur Bestandsaufnahme geladen hatte, zeigt: Der gefährliche Trend ist ungebrochen. Clans, die der organisierten Kriminalität nachgehen, verstärken ihn. Sie sammeln mit Drogen- und Menschenhandel, Prostitution, Betrug und Geldwäsche Millionensummen und verteidigen ihre Bezirke mit Gewalt. Zwar sind bei weitem nicht alle der Opfer in Straßenkriegen zwischen zugewanderten Großfamilien umgekommen. Aber es gehören bedrückende Fälle dazu.

In Duisburg passt es nicht mehr zusammen

Einer der Toten des Jahres 2017 war 14 Jahre alt. Er wollte einen Streit zwischen Angehörigen bulgarischer Familien aus Duisburg und Dortmund schlichten, es ging um ein unbezahltes Handy. Ein Beteiligter rammte dem Jungen vor den Augen seines Vaters eine 14 Zentimeter lange Klinge in die Lunge. Das Kind starb wenig später. Tatzeit war der Abend des Ostersonntags, Tatort die Henriettenstraße im Nord-Vorort Marxloh.

Der Tatort in der Henriettenstraße in Marxloh: Neben dem 14 Jahre alten Jugendlichen wurden zwei weitere Familienangehörige verletzt. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort. (Quelle: imago/Reichwein)Der Tatort in der Henriettenstraße in Marxloh: Neben dem 14 Jahre alten Jugendlichen wurden zwei weitere Familienangehörige verletzt. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort. (Quelle: Reichwein/imago)

Duisburg ist ein Beispiel für Städte, die sich die Clans als Operations-Terrain aussuchen. Die Sozialstruktur ist kompliziert. 30 Prozent der Duisburger haben einen Migrationshintergrund. Lange war das kein großes Problem. Doch zu den 34.000 alteingesessenen und großteils gut integrierten Türken sind seit sieben Jahren 18.000 Südosteuropäer und 2.800 Libanesen gekommen. Das passt nicht mehr zusammen. So entstehen „abgeschottete Subkulturen“, sagen die Behörden. Familien, die ihre streng hierarchischen Dorfstrukturen mitgebracht haben, werden zur Basis für kriminelle Aktionen und Clans zur Herausforderung für die innere Sicherheit.

Anfang Juli hat die Berliner Polizei bei einer Razzia 77 Immobilien einer arabischen Großfamilie beschlagnahmt. Gegen 16 ihrer Mitglieder wird ermittelt. Doch nicht nur Berlin hat arabische, türkische, libanesische und kurdische Gruppen, die glauben, Straßenzüge oder ganze Stadtteile zum Herrschaftsgebiet machen zu können. In Bremen und Niedersachsen und an Rhein und Ruhr: In Essen, Dortmund, Köln, Gelsenkirchen oder Leverkusen. Und eben in Duisburg.

22.000 Libanesen sollen in NRW leben

Wie viele nach Deutschland eingewanderte Menschen den Clans angehören? Die Schätzungen sind grob. In Berlin seien es 20 große Familien mit je bis zu 500 Mitgliedern, sagen die Behörden an der Spree. In Bremen sprechen sie von 30 Familien, zusammen 2.600 Angehörige. Niedersachsen geht von 25.000 Clan-Mitgliedern aus.

Es ist möglich, dass Nordrhein-Westfalen das toppt. Rund 22.000 Libanesen sollen hier leben. Alleine in Duisburg-Marxloh werden derzeit 2.800 Personen, meist aus Osteuropa, kriminellen Gruppen zugerechnet.

Duisburg Marxloh: Bis vor wenigen Jahren lebten hier viele gut integrierte Menschen aus der Türkei. Es war friedlichen. Mit Ankunft der Osteuropäer soll sich das geändert haben, sagt die Polizei. (Quelle: imago/Friedrich Stark)Duisburg Marxloh: Bis vor wenigen Jahren lebten hier viele gut integrierte Menschen aus der Türkei. Es war friedlichen. Mit Ankunft der Osteuropäer soll sich das geändert haben, sagt die Polizei. (Quelle: Friedrich Stark/imago)

Marxloh ist keine No-Go-Area. Diesen Begriff wollen die Behörden im Westen der Republik nicht verwenden. No-Go-Area bedeute ja, dass keine Polizei präsent sei, heißt es im NRW-Innenministerium. Doch die Polizei ist durchaus vor Ort, immer öfter sogar immer stärker: Statt mit nur einem kommen sie mit zwei oder mehr Streifenfahrzeugen. Schwächer ausgestattete kommunale oder private Ordnungskräfte schreckten nicht genug ab, sagt eine Personalrätin: „In Köln laufen die Ordnungskräfte schnell weg.“

Die Einsätze sind unangenehm, nicht selten gefährlich. Im Schnitt werden Polizisten in Nordrhein-Westfalen 25 mal pro Tag angegriffen, sechs tägliche Übergriffe mehr als noch 2014. In 901 Fällen waren sie im letzten Jahr Opfer von Spuck-Attacken. „Einem Kollegen wurde beim Sprechen ein Gemisch aus Blut und Speichel in den Mund gespuckt“, berichtet Michael Mertens, der Landesvorsitzende der GdP. Alle Streifenwagen sollten mit Spuckschutz-Masken ausgestattet werden, fordert die Gewerkschaft. Von „Respektlosigkeit gegenüber einschreitenden Polizeibeamten“ berichtet Ingo Dudenhausen und einer „Zunahme von Tumultlagen“ in Clan-Ressorts wie Marxloh. Es komme vor, dass schon bei einer simplen Unfallaufnahme 100 Personen die Polizei bedrängen.

Einnahmen durch Shisha-Bars und Wettbüros

Wie hilflos mögen sich da Anwohner und Geschäftsleute fühlen, wenn sie sich ihr Viertel mit zugewanderten Großfamilien wie den Remmos, den Al Zeins und den El Kadis teilen müssen? Reibungslose Nachbarschaft ist schwierig. Familienmitglieder heiraten untereinander. Nur das Wort des Clan-Ältesten gilt als Recht, das des ernannten Friedensrichters gilt als Rechtsprechung. Nicht wenige Clans machen ihr Geld mit Gebrauchtwagenhandel, in Shisha-Bars, mit Wettbüros und Spielcasinos und setzen an Straßenecken ihre Interessen mit Schutzgeld-Erpressung und Gewalt durch. Offiziell beziehen viele Hartz IV. Selbst Mitarbeiter von Behörden und Polizeidienststellen und deren Angehörige werden bedroht, wenn sie ihren Job machen.

In Essen, wo Libanesen der kurdischen Mhallami-Familie citynah agieren, herrscht in der 1. Weberstraße nicht selten ein Klima der Angst und der Bedrückung. Ein Clan-Sturm auf das Café Olympia hat jetzt zur Rebellion der Anlieger geführt. Die ansässige Geschäftswelt monierte „permanente Rechts- und Regelverstöße bis hin zu organisiertem kriminellen Verhalten“. Werte und Rechtsvorstellungen klafften auseinander. Fahrer der claneigenen Protz-Autos gefährdeten durch Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung spielende Kinder. Der zentrale Vorwurf: Der Staat schützt die Einwohner nicht mehr.

BKA warnte schon 2004 vor den Clans

Schon 2004 hatte das Bundeskriminalamt vor so einer Entwicklung gewarnt. Es gebe „nicht mehr zu kontrollierende Ethno-Clans“, die kaum integrierbar seien und vorhandene Schwachstellen des deutschen Ausländer- und Asylrechts ausnutzten, hieß es damals in einem Lage-Bericht. Viele dieser Zugewanderten haben nur einen Duldungs-Status. Ausweisungen sind dennoch selten. Der Vorwurf galt auch der Justiz. Gerichte hätten aus falsch verstandener Toleranz das Problem verschärft.

Die BKA-Predigt ist 14 Jahre her. Langsam reagieren Sicherheitsbehörden und Politik. Im Koalitionsvertrag der schwarz-gelben Landesregierung von Nordrhein-Westfalen heißt es ausdrücklich, gegen Familienclans wolle man eine Null-Toleranz-Strategie verfolgen und maximalen Kontroll- und Verfolgungsdruck ausüben. Das Bundeskriminalamt hat die Zahl seine Ermittlungen gegen die Clans bundesweit deutlich gesteigert. 2017 lag die Zahl der Verfahren wegen organisierter Kriminalität bei 38. Im Jahr davor waren es 26. BKA-Chef Holger Münch verspricht: „Wir sind jetzt sehr wachsam“. Fehler wie bei früheren Einwanderungswellen der 1980er und 1990er Jahre dürften nicht mehr passieren. Die Doppelstrategie dafür: Bessere Integration – und härtere Ahndung von Regelverstößen.

Die Einsätzkräfte praktizieren die neue Linie auf der Straße. Es gibt es eine „niedrigere Einschreitschwelle“. Selbst kleine Verkehrssünden aus den Reihen der Großfamilien werden hart geahndet. Kleinere Straftaten werden zum Anlass für massive Einsätze. Bei „Gefährderansprachen“ bekommen einzelne Bandenmitglieder Besuch von der Staatsgewalt.

Polizeibeamte führen in Berlin-Neukölln einen Mann ab. (Quelle: dpa/Paul Zinken)Polizeibeamte bei der Razzia in Berlin-Neukölln. Mit 77 Immoblilien soll ein Familienclan ein Millionenvermögen gemacht haben. (Quelle: Paul Zinken/dpa)

Neben der Polizeipräsenz ist die Spur des Geldes entscheidend für den Erfolg der neuen Linie. Wie im Fall der 77 beschlagnahmten Immobilien in Berlin werden die seit einem Jahr geltenden Sicherstellungs-Gesetze genutzt, um die Clans finanziell auszutrocknen. Anders als in der Hauptstadt, wo zu einem einzigen mächtigen Schlag gegen die Banden ausgeholt wurde, hält NRW eine Politik der „kleinen Nadelstiche“ für sinnvoll.

Nicht alle Familienmitglieder sind kriminell

Bis zum Jahresende wird der im Kampf gegen Mafiosi und Rockerbanden erfahrene Polizeidirektor Thomas Jungbluth vom Landeskriminalamt eine Clan-Analyse für das westliche Bundesland vorlegen. Sie soll zeigen, wie „ethnisch abgeschottete Subkulturen“ funktionieren: Wo und wie sie arbeiten, wer was zu sagen hat und wie die Abwehr klappen könnte. Der Einblick ist wichtig, denn bei weitem nicht alle Mitglieder der Clans sind kriminell. Das betont das LKA ausdrücklich.

Gegen die Kriminellen unter ihnen setzt es hingegen Nadelstich für Nadelstich.

In Leverkusen nahmen sich Fahnder den Roma-Clan von „Don Mikel“ vor, der wohl mit Enkeltricks, Teppichhandel und Schockanrufen bei Senioren Millionen machte, Geldwäsche betrieb und in großem Stil Immobilien kaufte. Um die 600.000 Euro sollen Beschuldigte alleine bei Sozialämtern erschummelt haben. Die Polizei durchsuchte 70 Objekte und beschlagnahmte Nobelkarossen. Einen Rolls Royce „Phantom“ musste sie mit einem schweren Kran sicherstellen.

In der Essener 1. Weberstraße kam Innenminister Herbert Reul (CDU) gleich mit zur Razzia, als schwer bewaffnete Polizeieinheiten Shisha-Bars und Spielcasinos auf den Kopf stellten und Personalien von 800 Menschen aufnahmen.

Zuletzt sind in Oberhausen 15 Immobilien durchsucht und 17 Verdächtige wegen Drogenhandels festgesetzt worden.

244 Jahre Knast für führende Clan-Köpfe

In Dortmund zielt die Kooperation von Polizei und Stadtverwaltung gegen die gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Libanesen und Kurden in der Nordstadt – und speziell gegen den Miri-Clan, nachdem Polizisten und Mitarbeiter der Verwaltung in ihrem privaten Umfeld bedroht wurden. Seit Januar gab es 150 Schwerpunkteinsätze, 70 Platzverweise, 70 Strafanzeigen. In den letzten Jahren wurden 60 führende Köpfe zu insgesamt 244 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.

In der Dortmunder Nordstadt kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Libanesen und Kurden. Nun wollen die Behörden verstärkt gegen die Familienclans vorgehen. (Quelle: imago/Ralph Lueger)In der Dortmunder Nordstadt kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Libanesen und Kurden. Nun wollen die Behörden verstärkt gegen die Familienclans vorgehen. (Quelle: Ralph Lueger/imago)

Mit den Projekten „Triangel“ und „Task Force Problemimmobilien“ gehen unterdessen Polizei und Stadt in Duisburg vor. Sie haben eine spezielle Art von Kriminalität im Visier, die auf die Plünderung der deutschen Sozialkassen hinausläuft. Die Ermittler identifizierten „Schrottimmobilien“, Wohnhäuser mit extremer baulicher Vernachlässigung. Osteuropäische Clans quartieren in solchen Objekten massenweise Landsleute aus Bulgarien und Rumänien ein, von denen 35.000 im Ruhrgebiet leben sollen. Sie geben ihnen zum Schein eine geringfügige Beschäftigung und drängen sie zum Antrag auf Kindergeld, das sich die Schlepper nach Bewilligung und Auszahlung abgreifen. Den Clan-Bossen bleiben so angeblich rund 100.000 Euro pro Schrott-Haus – im Monat.

Eine Schrottimmobilie im Ruhrgebiet. Durch solche Häuser erwirtschafteten die Clanführer hunderttausende von Euros. (Quelle: imago)Eine Schrottimmobilie im Ruhrgebiet. Durch solche Häuser erwirtschafteten die Clanführer hunderttausende von Euros. (Quelle: imago)

Auch die Duisburger Behörden nutzen neuere Bestimmungen im Baurecht, um gegen die Gangs vorzugehen. Kleine Hygiene- und Brandschutzverstöße in den mit Dutzenden Menschen belegten Wohnungen führen zur sofortigen Räumung. Oft haben die Bewohner nur vier Stunden Zeit dafür. Eine erste Bilanz: Statt der zunächst identifizierten 280 Massenquartiere gibt es jetzt nur noch 60, die Quelle sind für zahlreiche Rechtsverstöße.

Wo bleiben die Menschen – meist EU-Bürger mit allen Rechten? Schulterzucken. Wahrscheinlich ziehen sie von einem Haus ins nächste. Wie viel Zeit für die Lösung des Problems nötig ist? „Wir haben es gerade zum ersten Mal geschafft, vor Gericht eine Familie zur Ausreise zu zwingen“, sagt der Duisburger Polizeibeamte Ingo Dudenhausen. Ob er das erleichtert sagt oder resigniert? Es bleibt unklar.

Quelle: t-online

Aug 04

Union sackt auf Allzeittief – AfD steigt auf Rekordhoch


Rekordtief für die Union, Rekordhoch für die AfD: Die CDU/CSUist im ARD-“Deutschlandtrend“ auf 29 Prozent gesunken, die AfD auf 17 Prozent gestiegen. Das ist der tiefste Wert, der in der Umfrage von Infratest dimap je für die Union gemessen wurde.
Quelle: WELT / Kevin Knauer

Die CDU/CSU ist im ARD-„Deutschlandtrend“ auf 29 Prozent gesunken, die AfD auf 17 Prozent gestiegen.

  • Union und SPD würden damit zusammen nur noch 47 Prozent erzielen, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre.
  • In der Wählergunst hat Außenminister Heiko Maas (SPD) stark zugelegt. Er ist nun der beliebte Politiker des Landes.

Rekordtief für die Union, Rekordhoch für die AfD: Die CDU/CSU ist im ARD-„Deutschlandtrend“ auf 29 Prozent gesunken, die AfD auf 17 Prozent gestiegen. Das ist der tiefste Wert, der in der Umfrage von Infratest dimap je für die Union gemessen wurde – und der höchste Wert für die AfD.

Allerdings sind die Veränderungen insgesamt gering: Die Union verliert im Vergleich zur letzten Erhebung von Ende Juli einen Prozentpunkt, die AfD gewinnt einen hinzu. Die SPD erreicht unverändert 18 Prozent. Die Grünen verharren auf 15 Prozent, die Linke verbessert sich auf 9 Prozent (+1), die FDP verliert einen Punkt auf 7 Prozent(-1).

Union und SPD würden damit zusammen nur noch 47 Prozent erzielen, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre. Das ist der geringste Rückhalt in der Wahlbevölkerung, der für die derzeitigen Koalitionspartner bisher im „Deutschlandtrend“ registriert wurde.

Zugleich ist die Zustimmung zur Arbeit der Koalition aber gestiegen. Aktuell sind 25 Prozent der Befragten mit der Arbeit der Bundesregierung zufrieden, 4 Prozentpunkte mehr als im Vormonat. 74 Prozent sind weniger oder gar nicht zufrieden (-4).

Maas ist beliebtester Politiker

Stark zugelegt in der Wählergunst hat Außenminister Heiko Maas (SPD), der jetzt mit 48 Prozent (+8) an die Spitze der beliebten Politiker steht. Mit der Arbeit von Finanzminister Olaf Scholz (SPD) sind 46 Prozent (+2) der Deutschen sehr zufrieden beziehungsweise zufrieden. Auf 46 Prozent Zustimmung kommt auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU), die damit aber im Vergleich zum Juli zwei Punkte verliert.

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) erreicht 45 Prozent (-1) Zustimmung, Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) 39 Prozent (-1), Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) 28 Prozent (+2). Die kritischen Bewertungen überwiegen bei ihm allerdings deutlich, ebenso wie bei von der Leyen.

Mit der Arbeit von Bundesinnenminister Horst Seehofer sind unverändert nur 27 Prozent sehr zufrieden oder zufrieden, der CSU-Vorsitzende verharrt damit in seinem Rekordtief. Die Arbeit von SPD-Partei- und Fraktionschefin Andrea Nahles beurteilen 34 Prozent (-2) positiv.

Der FDP-Partei- und Fraktionsvorsitzende Christian Lindner erreicht unverändert 32 Prozent Zustimmung, Linken-Chefin Katja Kipping 22 Prozent (+3). Mit der Arbeit der AfD-Fraktionsvorsitzenden Alice Weidel sind 12 Prozent (+3) sehr zufrieden oder zufrieden, mit der Grünen-Vorsitzenden Annalena Baerbock lediglich 10 Prozent. Allerdings konnten 73 Prozent der Befragten mangels Bekanntheit kein Urteil über Baerbock und ihre Arbeit abgeben.

Quelle: Welt

Aug 04

Im Sprachkurs das Glück gefunden: Angelika Rieke und Ouadud Abdul aus Bangladesch wollen heiraten


Ganz verliebt: Angelika Rieke und Ouadud Abdul haben sich bei einem Sprachkurs in der OPG kennen gelernt. Jetzt möchten sie gerne heiraten, warten aber noch auf die erforderlichen Papiere aus der Deutschen Botschaft in Dhaka/Bangladesch. Foto: Koteras-Pietsch

Hiddenhausen (WB). Als Ouadud Abdul 2015 nach Deutschland kam, war er froh, erst einmal in Sicherheit zu sein. Dass er hier die große Liebe finden würde, daran hätte er damals nicht gedacht. Heute – gut drei Jahre später – sind der 43-Jährige aus Bangladesch und Angelika Rieke (57) aus Hiddenhausen unzertrennlich. Ein Happy End ist noch nicht ganz in Sicht.

Rieke und Abdul möchten heiraten, und das »so schnell wie möglich. Am liebsten hätten wir das schon vor einem Jahr getan«, verraten die Beiden und schauen sich verliebt in die Augen. Jedoch ist das nicht so einfach. Derzeit scheitert die Eheschließung noch an den fehlenden Papieren aus der Deutschen Botschaft in Dhaka, der Hauptstadt Bangladeschs.

Antrag auf Asyl wurde abgelehnt

»Wir warten seit Wochen darauf. Wir haben schon Dokumente beim Standesamt eingereicht. Die sind allerdings aus Bangladesch zurück gekommen, weil der Inhalt nicht bestätigt werden konnte«, erzählen Rieke und Abdul. Doch das ist nicht die einzige Sorge des Paares. Da ist auch noch die drohende Abschiebung Abduls. Das Bundesamt für Migration hat seinen Antrag auf Asyl abgelehnt. Er hat Klage eingereicht. »Ich habe panische Angst davor, dass ich eines Nachts abgeholt werde«, sagt der Flüchtling.

Doch der Reihe nach: Ouadud Abdul floh 2001 aus Bangladesch. Er hatte damals als Muslim eine Christin geheiratet und hat mit ihr ein Kind, was die Familie der Frau und seine eigene nicht akzeptiert hätten. Sein eigener Bruder habe ihn mit einem Messer attackiert, sein Schwiegervater habe ihm ins Bein geschossen.

Flucht ohne Ehefrau und Kind

Abduls Flucht führte ihn und seine Frau zunächst nach Indien, das zweite Kind war bereits unterwegs. Eine gemeinsame Flucht wurde von hier aus unmöglich. Für Ouadud Abdul ging es weiter über Pakistan, den Iran, über Mazedonien und Ungarn. »Ich war krank, konnte oft nicht arbeiten, hatte Hunger und schlief nachts unter Bäumen«, erzählt der gelernte Grafik-Designer. Seine Religionszugehörigkeit sei ihm immer wieder zum Verhängnis geworden. Er sei verprügelt und getreten worden. Man habe ihm die Haare abrasiert, ihm Fuß- und Fingernägel ausgezogen. In Pakistan habe man ihn für einen Terroristen gehalten. Narben am ganzen Körper zeugen noch heute von Misshandlungen. In Indien und in Istanbul/Türkei habe er im Gefängnis gesessen.

Zum ersten Mal zur Ruhe kam Ouadud Abdul in Griechenland, wo er zehn Jahre lang lebte und in der Gastronomie arbeitete. »Wochenlang war ich hierher zu Fuß unterwegs, hatte nichts zu essen und zu trinken«, erzählt der Bangladeschi. Als er in Griechenland angekommen sei, habe er nicht einmal mehr sprechen können. »Ein Mann hat mir Brot und Wasser gegeben«, erinnert er sich. Einer der glücklichsten Momente in seinem Leben. »I don’t forget die Mann«, sagt er heute halb auf Englisch, halb auf Deutsch. Verschiedene Sprachen hat er auf seiner Flucht lernen müssen. Deutsch war es, als er 2015 wegen der Krise in Griechenland nach Deutschland kam. Er stellte in Bielefeld einen Asylantrag und wurde Hiddenhausen zugewiesen. Hier stand für Abdul ein Sprachkurs an. Zur gleichen Zeit entschied sich Angelika Rieke – damals war sie arbeitslos – als Deutschlehrerin für Flüchtlinge aktiv zu werden.

Google-Übersetzer hat geholfen

So besuchten Rieke und Abdul den Sprachkurs in der OPG, nicht ahnend, dass sie hier auch ihr Glück finden würden. »Ouadud kam immer zum Kurs in die OPG, bis er eines Tages meinte, er wolle schneller Deutsch lernen. Ob er nicht zu mir nach Hause kommen dürfe, fragte er mich«, erzählt Angelika Rieke. So kamen Abdul und ein Freund aus Bangladesch zu Angelika Rieke nach Hause und lernten Deutsch. »Wir haben oft zusammen gegessen«, erzählt Rieke. Ouadud könne fantastisch kochen. Ganz langsam habe man sich angenähert. »Ouadud kam dann immer öfter allein zu mir«, erzählt die 57-Jährige. Am Ende blieb er. Und so richtig gut Deutsch habe er zu der Zeit noch nicht gekonnt. »Da half uns der Google-Übersetzer«, schmunzeln beide. Inzwischen arbeiten sie in einer Verpackungsfirma in Löhne und haben sich ihr Leben eingerichtet, wie die meisten Paare auch. Ihr sehnlichster Wunsch ist nun die Hochzeit. Noch immer warten sie auf die Papiere aus Bangladesch, die dokumentieren, dass Abdul geschieden ist. Denn jeder, der in Deutschland heiraten möchte, muss seinen Familienstand nachweisen.

»Sollte das wieder nicht klappen«, so informiert Ordnungsamtsleiter Jörg Luttmann, »gibt es noch die Möglichkeit, dass das Oberlandesgericht in Hamm eine Befreiung erteilt und der Hochzeit dann nichts mehr im Wege steht.« Die Chancen stünden gut. »Unser Standesamt freut sich jedenfalls darauf, die beiden verheiraten zu können«, sagt Luttmann.

Westfalenblatt

Aug 04

Nach Randale bei Afrika-Feier in Ludwigsburg -Arena: Stadt sagt weitere Konzerte ab

In und vor der MHP-Arena wurde am Donnerstag randaliert.
Foto: factum/Granville

Nach den Tumulten bei der „Afrikanischen Nacht“ in der MHP-Arena hat die Stadt weitere Termine abgesagt – unter anderem mit einem bekannte Sänger aus Äthiopien. Das könnte weiteren Unmut erzeugen.

Ludwigsburg – Sicherheitspersonal, das mit Flaschen und Bechern beworfen wird, ein zerlegtes Absperrgitter, eine eingeworfene Glastür und ein verletzter Sicherheitsmann – das ist die Bilanz einer Ausschreitung bei einer nicht-öffentlichen Feier in der MHP-Arena am Donnerstagabend. Ein Stuttgarter Veranstalter hatte zu einer „Afrikanischen Nacht“ geladen. Gegen 21.30 Uhr sollen überwiegend Gäste aus Eritrea in die MHP-Arena gekommen sein, viele waren nach Angaben der Polizei bereits stark betrunken. Ein für Mitternacht angekündigter DJ erschien nicht, ebenso wie eine Live-Band, die danach auftreten sollte. Zwischen 1.20 Uhr und 2.30 Uhr gab es wieder Programm. Die Veranstaltung wurde danach etwa anderthalb Stunden früher als angekündigt beendet.

Dies führte dazu, dass die Gäste sich weigerten, die Halle zu verlassen, so dass der Sicherheitsdienst manche Besucher ins Freie tragen musste. Zu den Besucherzahlen gibt es abweichende Angaben. Während der Veranstalter Blue Nile, ein äthiopischer Kulturverein mit Sitz in Stuttgart, mit etwa 1000 Besuchern rechnete, geht die Polizei von etwa 120 Besuchern aus, die gegen 1.20 Uhr noch in der Halle waren. „Als die Beamten dann eintrafen, waren aber die meisten schon weg“, sagt ein Sprecher des Polizeipräsidiums.

Das Sicherheitspersonal schließt sich selbst ein, um sich zu schützen

Was die Beamten verpasst hatten: tumultartige Szenen, in deren Folge sich das Sicherheitspersonal der MHP-Arena selbst einschließen musste, um sich zu schützen. Ein Mitarbeiter wurde verletzt. Die Polizei ermittelt nun wegen gefährlicher Körperverletzung. Noch unklar ist, gegen wie viele Personen ermittelt wird.

Die „Afrikanische Nacht“ war das Begleitprogramm des Äthiopien-Cups, eines großen Fußballturniers mit 700 Teilnehmern mit äthiopischen Wurzeln aus ganz Europa, das an diesem Wochenende in Waiblingen stattfindet. Der Veranstalter des Turniers ist die „Ethiopian Sports and Culture Federation“. Eine mögliche Erklärung dafür, dass besonders Besucher aus Eritrea bei der Veranstaltung in der MHP-Arena negativ auffielen, könnte der jahrelang Konflikt am Horn von Afrika sein. Erst im Juli hatten die Staatschefs beider Länder, die sich jahrelang bekriegt hatten, eine Friedenserklärung unterzeichnet.

Stadt und Polizei sagen zwei weitere Veranstaltungen ab

Am Freitag zog die Stadt Ludwigsburg Konsequenzen aus der eskalierten Feier: Zwei weitere Veranstaltungen im selben Rahmen am Freitag- und Samstagabend wurden in Abstimmung mit der Polizei abgesagt. Die Veranstalter haben kein „schlüssiges organisatorisches Konzept“ vorlegen können, das die Sicherheit gewährleisten könne, heißt es in einer Pressemitteilung. Der Veranstalter des Fußballturniers und der Organisator der Musiknacht waren am Freitagnachmittag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Bei Polizei und Stadt ist man nun besorgt, dass es trotz der Stornierung der Termine zu Problemen an der MHP-Arena kommen könnte. Zum Abschlusskonzert am Samstagabend sollte Teddy Afro auftreten – in seiner Heimat ein Superstar. Nicht alle Besucher könnten die Absage mitbekommen haben. Die Halle werde daher trotz Absage mit einem Sicherheitsdienst besetzt sein und die Polizei werde verstärkt vor dem Gebäude Streife fahren, sagt ein Sprecher der Polizei Ludwigsburg.

Quelle: StN

Aug 04

Afrikanische Nacht Ludwigsburg: Sicherheitspersonal mit Flaschen beworfen und Gitter demoliert


Eine Veranstaltung in der MHP Arena in Ludwigsburg endete mit einem Polizeieinsatz.
Foto: Pressefoto Baumann

Ludwigsburg – Tumultartige Szenen haben sich in der Nacht zum Freitag im Zusammenhang mit einer Veranstaltung in der MHP-Arena in Ludwigsburg abgespielt. Weil eine Veranstaltung in der MHP Arena in Ludwigsburg früher beendet werden sollte, wurden einige Besucher ungehalten. Sie bewarfen das Sicherheitspersonal mit Flaschen und randalierten in und vor der Halle. Ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes wurde dabei verletzt.

Ein Stuttgarter Veranstalter hatte laut Polizei zu einer afrikanischen Nacht eingeladen. Ab 21:30 Uhr waren überwiegend eritreische Gäste bei der Veranstaltung, die nach Polizeiangaben bereits deutlich angetrunken waren. Nachdem ein angekündigter DJ und auch eine folgende Liveband nicht erschienen waren, fanden zwar zwischen 1.20 und 2.30 Uhr Musikdarbietungen statt, doch die Feier sollte eineinhalb Stunden früher als angekündigt beendet werden.

Die Besucher weigerten sich, die Halle zu verlassen. Einige Anwesende mussten vom Sicherheitsdienst ins Freie getragen werden. Auf dem Vorplatz wurde das Sicherheitspersonal mit Flaschen und Bechern beworfen und musste sich schließlich in der Halle einschließen. Mehrere Personen zerlegten daraufhin die Absperrgitter vor der Arena und warfen eine große Glastür ein. Ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes wurde dabei verletzt.

Weitere Folgeveranstaltungen sind nach Randale noch offen

Als die mittlerweile verständigte Polizei mit neun Streifenbesatzungen an der Arena eintraf, entfernten sich die Besucher in verschiedene Richtungen. Zu weiteren Ausschreitungen kam es daraufhin nicht.

Ob zwei für Freitag- und Samstagabend geplante Folgeveranstaltungen durchgeführt werden dürfen oder abgesagt werden, steht derzeit noch nicht fest. Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung.

Quelle: StN

Aug 04

Obdachlose angezündet Feuer-Attentäter von Treptow ist gefasst


Ermittler der Spurensicherung untersuchen den Tatort am S-Bahnhof Schöneweide.
Foto: Morris Pudwell

Berlin – Es war eine Tat, die Berlin schockte. Zwei hilflose Obdachlose werden im Schlaf mit Benzin übergossen und dann angezündet. Einer der Männer liegt noch immer im Koma. Jetzt hat die Polizei den Feuer-Attentäter endlich geschnappt.

Zielfahnder verhafteten am Dienstagabend im Einkaufscenter Forum Köpenick einen 47 Jahre alten Deutsch-Russen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft gestern mit. Er soll den 62 Jahre alten Lothar D. sowie dessen 47 Jahre alten Bekannten Andy V. vor zehn Tagen am S-Bahnhof Schöneweide nach einem Streit mit Benzin übergossen und angezündet haben.

Geschockte Anwohner legten Blumen für die beiden Opfer nieder.
Foto: Klaus Oberst

Beide Männer erlitten schwere Verbrennungen. Bei dem 47-Jährigen sind die Verletzungen so schwer, dass er weiterhin im Schutzkoma liegt und im Brandzentrum des Unfallkrankenhauses Marzahn intensivmedizinisch betreut werden muss.

Ihm stehen auch noch mehrere Operationen im Zentrum für Schwerbrandverletzte der Klinik bevor, bei denen er sukzessive Hauttransplantate erhalten wird. Mehrere solcher OPs hat er nach Angaben eines Sprechers bereits hinter sich. Mehr als ein Drittel seiner Haut soll verbrannt sein.

Das Motiv ist noch nicht geklärt

Lothar D. hingegen wird das Krankenhaus in den nächsten Tagen verlassen können. Er ist wieder soweit hergestellt, dass es medizinisch zu vertreten sei, hieß es. Sozialarbeiter werden ihn in einer Unterkunft betreuen.

Das Motiv des Tatverdächtigen ist unterdessen noch nicht geklärt. Allerdings soll es sich nicht um eine obdachlosenfeindlich motivierte Tat handeln, so die Polizei, die gegen ihn wegen versuchten Totschlags ermittelt. Vielmehr soll der Mann selber aus der Obdachlosenszene stammen.

Andy V. (47) schwebt in akuter Lebensgefahr. Der gelernte Maurer wurde ins Koma versetzt.

Andy V. (47) schwebt in akuter Lebensgefahr. Der gelernte Maurer wurde  ins Koma versetzt.

Foto: RBB

Bereits vier Tage nach dem Anschlag wussten die Ermittler auch aufgrund der Auswertung von Überwachungsvideos, wer der Täter ist. Da er nach der Tat allerdings untertauchte und sich versteckt hielt, wurden Zielfahnder des Landeskriminalamtes auf ihn angesetzt.

Die Elitepolizisten spürten den polizeibekannten Mann schließlich in Köpenick auf, hier klickten dann auch die Handschellen. Noch am Dienstag wurde dem Täter der Haftbefehl verkündet.

Quelle: Berliner Kurier

Aug 03

Konservativer Unionsflügel fordert Ablösung Merkels

Bereitgestellt von AFP

Der konservative Flügel der Union hat eine Ablösung von CDU-Chefin Angela Merkel als Parteivorsitzende und eine konsequente Begrenzung der Zuwanderung gefordert. Die Werteunion veröffentlichte am Freitag ein Papier mit dem Titel „Fünf Thesen für ein starkes Deutschland“. „Die CDU braucht jetzt eine inhaltliche und personelle Erneuerung“, heißt es darin.

Auf dem CDU-Bundesparteitag im Dezember solle daher eine neue Parteispitze gewählt werden, fordert die Vereinigung konservativer Politiker von CDU und CSU in ihrer Erklärung. Auf dem Parteitag Anfang Dezember will sich Merkel als Vorsitzende der CDU zur Wiederwahl stellen.

„Zur Vorbereitung auf die nächste Bundestagswahl ist eine geordnete Übergabe des Kanzleramts zu terminieren“, verlangt die Werteunion zudem. Die konservative Mitgliederinitiative macht damit unmissverständlich klar, dass sie Merkel spätestens nach der nächsten Wahl auch nicht mehr als Regierungschefin will. Die Kanzlerin selbst hat bislang offen gelassen, ob sie noch einmal antritt.

In der Werteunion sind seit März des vergangenen Jahres vor allem Kritiker von Merkels Flüchtlingspolitik versammelt. Das macht die Initiative auch in ihrem Thesenpapier deutlich: „Die Aufnahmefähigkeit Deutschlands ist überschritten“, heißt es dort. „Wir fordern eine Begrenzung der Nettozuwanderung auf 0 und eine Assimilation der Bleibeberechtigten.“

Ausreisepflichtige seien konsequent abzuschieben. „Dafür kann eine entsprechende Zahl von Fachkräften im Rahmen eines Einwanderungsgesetzes sowie ein Kontingent an Asylbewerbern einreisen“, schlägt die Werteunion vor. Nicht-EU Bürger ohne Einreisedokumente seien an der Grenze abzuweisen.

Die Initiative fordert in ihrem Thesenpapier außerdem geringe Steuern und Sozialabgaben insbesondere für Familien mit Kindern und den Mittelstand, eine Rentenreform sowie eine Konzentration der Europäischen Union auf einige Politikbereiche wie die Außenpolitik. Zudem werden „rechtsfreie Räume“ in verschiedenen deutschen Städten beklagt. Der Staat müsse die Bürger gegen Bedrohungen von innen und außen schützen, daher müssten Polizei und Bundeswehr „dringend“ gestärkt werden.

„Angesichts der immer schlechteren Umfragewerte braucht die Union daher jetzt eine Politikwende im Geiste Helmut Kohls, Ludwig Erhards und Konrad Adenauers“, erklärte der Vorsitzende der Werteunion, Alexander Mitsch. Die CDU/CSU ist im aktuellen ARD-„Deutschlandtrend“ auf ein Rekordtief von nur noch 29 Prozent gefallen. Dies ist ein Punkt weniger als im Juli und der niedrigste für die Union in der Erhebung bisher gemessene Wert.

Als Gegenreaktion auf die Werteunion tritt seit Kurzem die Union der Mitte öffentlich in Erscheinung, die ebenfalls Mitglieder aus beiden Unionsparteien vereinigt. Die Anhänger wenden sich gegen einen Rechtsruck und kritisieren den Kurs der CSU um Parteichef Horst Seehofer in der Flüchtlingspolitik.

Diese Lagerbildung wird in der CDU-Spitze zunehmend mit Sorge beobachtet. Die Entwicklung soll bald auf der Tagesordnung der CDU-Gremien stehen. Präsidium und Bundesvorstand der Partei kommen am 20. August in Berlin zu ihrer nächsten Sitzung zusammen.

Quelle: msn

Aug 03

Der unglaubliche Fall des Verbrechers Allasane Sal: Immer wieder Knast! Abschiebung UNMÖGLICH!

Allasane Sal (46) kam im November 1998 nach Deutschland. Ohne Papiere. Woher er genau kommt, weiß niemand. Und: Er wird immer wieder straffällig – kann deshalb nicht abgeschoben werdenFoto: Privat

Warum er seit 20 Jahren nicht abgeschoben werden kann

Hamburg – Im November diesen Jahres wird Allasane Sal (46) seit 20 Jahren in Deutschland sein. Zu Unrecht.

Die Hälfte dieser Zeit hat der Mann, der möglicherweise aus dem westafrikanischen Senegal stammt, wegen Drogendelikten und Gewalttaten im Gefängnis gesessen. Und es scheint, als würde es ewig so weitergehen können…

Er ist ein Krimineller – ohne Asylstatus, ohne den Willen und die Chance auf Integration. Trotzdem schafft er es, hierzubleiben – indem er einfach immer wieder Straftaten begeht und jegliche Kooperation verweigert.

BILD kennt alle Details und die hilflosen Versuche, den Mann, der noch bis Oktober 2019 im Knast sitzt, loszuwerden.

Das Protokoll

► ANFANG NOVEMBER 1998: Sal reist in Deutschland ein. Als Herkunftsland gibt er Burkina Faso an. Einen Pass hat er nicht.

► 18. NOVEMBER 1998: Asylantrag beim BAMF.

► 26. NOVEMBER 1998: Asylantrag abgelehnt: „offensichtlich unbegründet“. Klage wird eingereicht.

► 9. DEZEMBER 1998: Der Mann muss eigentlich ausreisen, aber er hat ja keine Papiere. Also wird er in Hamburg geduldet.

► 18. JANUAR 1999: Asyl-Klage wird abgelehnt.

► 24. NOVEMBER 1999: Erste Verurteilung zu zwei Jahren und zwei Monaten Haft. Vermutliches Delikt: Körperverletzung.

► 9. JANUAR 2002: Sal wird vorgeladen, um sich einer Delegation aus Burkina Faso zu stellen – um seine Herkunft zu klären. Jedoch: Er ist „unbekannt verzogen“.

► 22. JANUAR 2002: Neue Vorladung. Wieder die falsche Adresse.

► 11. NOVEMBER 2002: Sal wird schließlich doch einer Delegation aus Burkina Faso vorgeführt. Er schweigt und spuckt die Botschaftsangehörigen an. Sie entscheiden: Aus unserem Land stammt er nicht. Die Behörden sind ratlos. „Weitere Ermittlungsansätze für den Besitz einer andereren Staatsangehörigkeit gab es nicht.“

► MÄRZ 2003 BIS 28. APRIL 2004: Haft wegen Körperverletzung und Drogenmissbrauchs.

► 29. APRIL 2004: Das BAMF lehnt ab, einen Asylfolgeantrag anzunehmen.

► 18. AUGUST 2006 BIS 18. NOVEMBER 2011: Sal sitzt in Haft wegen schweren räuberischen Diebstahls, Raubes, vorsätzlicher Körperverletzung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Strafe: drei Jahre und neun Monate.

Dazu: Gefährliche Körperverletzung (acht Monate), mehrere Ersatzfreiheitsstrafen wegen Beleidigung (50 Tage), Diebstahls (30 Tage), Körperverletzung mit Beleidigung (236 Tage) und eine Ordnungshaft (zwei Tage).

► 20. JUNI 2008: Bescheid des Hamburger Einwohner-Zentralamts – Sal werde „mit unbefristeter Wirkung unanfechtbar ausgewiesen“. Aber noch immer weiß niemand, wo Sal herkommt.

► DEZEMBER 2008: Nachfragen der Haftanstalt an die Hamburger Behörde: Gibt es inzwischen Erkenntnisse über die Herkunft des Mannes? Antwort: Nein!

► HERBST 2011: Ein Häftling meldet sich bei der Anstaltsleitung des Gefängnisses: Sal stamme womöglich aus dem Senegal. Die Botschaft wird kontaktiert.

► 10. MÄRZ 2012 BIS 21. MÄRZ 2013: Haft wegen u.a. Diebstahls

► 7. MÄRZ 2013: Die Bundespolizei organisiert einen Anhörungstermin in der Botschaft Senegals. Sal spuckt und randaliert.

► 13. MÄRZ 2013: Senegals Botschaft teilt mit: Der Mann stamme nicht aus dem Senegal. Sals Duldung läuft weiter.

► 21. JUNI 2013 BIS 17. OKTOBER 2014: Haft wegen schweren Raubes.

► 21. Januar 2015 bis 9. März 2015: U-Haft, Verdacht auf gefährli- che Körperverletzung.

► 20. MÄRZ 2015: Sal wird von den Behörden „auf seine Mitwirkungspflicht hingewiesen und aufgefordert, sich um die Beschaffung eines Heimreisedokuments zu bemühen“.

► 13. DEZEMBER 2015: Festnahme, seitdem wieder Haft wegen Körperverletzung.

► 1. MAI 2016: Angriff auf Justizvollzugsbediensteten. Strafverlängerung bis Oktober 2019.

Wegen Körperverletzung sitzt der Mann derzeit in der JVA Fuhlsbüttel („Santa Fu“). Haftende: Oktober 2019

Wegen Körperverletzung sitzt der Mann derzeit in der JVA Fuhlsbüttel („Santa Fu“). Haftende: Oktober 2019

► 2. JULI 2018: Sammelanhörung bei senegalesischen Botschaftsangehörigen in München. Deren erste Reaktion: Sal stamme nicht aus dem Senegal. Der schriftliche Bescheid liegt noch nicht vor. Und so könnte es ewig weitergehen.

Übrigens: Zu den Verurteilungen zu Haftstrafen kommt noch eine große Anzahl kleiner Delikte und Verurteilungen!

Was sagt die Politik zu dem Fall?

Justizexperte Richard Seelmaecker (44), Abgeordneter der CDU-Fraktion in der Hamburger Bürgerschaft: „Dieser Fall zeigt, wie schwach unser Staat in Wirklichkeit ist. Es ist pervers, dass es uns nicht gelingt, solche Straftäter rauszuwerfen.“

Innenstaatsrat Bernd Krösser (54): „Der Fall zeigt ein gravierendes Problem für die Ausländerbehörden der Länder. Wir setzen alle Hebel in Bewegung, um solche Straftäter abzuschieben, stoßen aber dann an Grenzen, wenn wir keine Papiere für sie bekommen.“

Innen-Experte Wolfgang Bosbach (CDU): „Dieser Fall beweist erneut, welche Probleme die zuständigen Behörden bei der Durchsetzung einer Ausreisepflicht haben, wenn Identität und Nationalität der Betroffenen nicht zweifelsfrei feststehen, weil die Einreise ohne Vorlage von Personaldokumenten gestattet wurde. Solange man auch weiterhin bei Asylantragstellung an der Grenze auch ohne Papiere nach Deutschland einreisen kann, wird sich daran auch nichts ändern.“

Quelle: BILD

Aug 03

„Jeder Österreicher sollte Flüchtlinge bei sich aufnehmen“

© APA/HERBERT NEUBAUER

Aras Bacho ist ein syrischer Flüchtling, der in Deutschland lebt. Er schreibt in seinen Offenen Briefen über die Situation von Flüchtlingen in Deutschland und Europa.

„Wer Integration fordert, sollte damit beginnen sich zu fragen, weshalb eine Integration länger dauert oder warum sie teilweise bei vielen Flüchtlinge und Migranten nicht funktioniert. Die Integration bedeutet für die Einen, die Sprache zu beherrschen, dem Land, in dem man wohnt, gegenüber respektvoll zu sein und die Steuern zu bezahlen. Für die Anderen ist man integriert, wenn man die Sprache gut kann und sich in Deutschland benimmt.
 
Das Thema Integration ist schwierig und eine ausführliche Diskussion darüber kann man leicht finden. Jeder gibt nur seine Meinung dazu, aber es gibt Fakten, die man ungehindert ignorieren kann. Die Integration funktioniert nur auf zwei Seiten – von einer Seite aus, ist zu wenig.
 
Österreicher und Flüchtlinge sollten gemeinsame Ausflüge machen und zusammen lernen. Das macht den Neuankömmling schlauer, und kann sehen wie ein Österreicher lebt und kann mit ihm gemeinsam diskutieren. Eine Diskussion zwischen zwei Unbekannten führt zum Lernen der Sprache. Wenn ein unbekanntes Wort wiederholend aus dem Mund des Flüchtlings kommt, kann es nicht passieren, dass er es wieder vergessen wird und so haltet er sich an die grammatikalischen Regeln und die Aussprache.
 
Ich bin dafür, dass jeder Österreicher Geld an Flüchtlinge spendet, oder sie vielleicht bei sich zu Hause aufnimmt. Viele Österreicher meinen, eine Spende ist die, die ich monatlich in die Staatskasse zahle und dies wiederum findet sich später bei Flüchtlingen. Diese Aussage kritisiere ich unaufhaltsam, weil sie falsch ist. Derjenige, der Steuern zahlt, weiß, die Steuern sind nicht freiwillig, sondern eine Pflicht. Pflichten sind nicht freiwillig und deshalb sollte man es nicht als Spende bezeichnen.
 
Eine Spende ist, wenn jemand freiwillig armen Menschen eine kleine oder große Zahl an Geld spendet. Das nennt man humanistisch. Alle Christen sollten eigentlich wissen, dass auch Jesus dafür war und er sagte auch: „Wenn es nötig ist, gibt ihnen auch euer Haus und euer ganzes Geld.“ Wie man sieht, halten sich nicht alle Christen an diese Vorgaben. 
 
Die Gelder könnten Flüchtlinge gut gebrauchen, nachdem sie ihren letzten Cent ausgegeben haben. Man weiß auch, dass die Flüchtlinge unterschiedliche Summen an Geld monatlich bekommen, mancher weniger als 300 Euro, wenn sie in Asylunterkünften untergebracht sind. Danach bekommen die Flüchtlinge über 500 Euro, wenn sie in einer Wohnung wohnen.
 
Ich kann auch als erfahrener Flüchtling sagen: Das Geld hat mir damals gut geholfen. Mit dem Geld habe ich mir Klamotten, Bücher und weitere Sachen gekauft, als mein eigenes Geld nicht ausreichte. Bücher haben mir beim Lernen der Sprache geholfen. Ich lese bis Dato viel. Die meisten Bücher sind von Freunden, die ich während mancher Praktika kennengelernt habe.
 
Österreicher müssen Flüchtlinge bei sich im eigenen Heim aufnehmen – diese Forderung wird beiden Seiten zu Gute kommen. Wie ich oben erwähnt habe, kann die Integration nur gelingen, wenn beide Seiten daran arbeiten. Dies funktioniert, wenn Flüchtlinge auch bei Österreichern wohnen – wiederum werden Wörter ausgetauscht und der Österreicher kann die Amts-Briefe an den Flüchtling lesen und auf in einfacher Sprache dem Flüchtling erklären.
 
Die Hilfe kann auch bei Hausaufgaben von der Schule sein – Flüchtlinge können meistens die Lücken nicht alleine füllen und brauchen Hilfe einer Zweitperson. Man kann zusammen ins Schwimmbad gehen, in die Natur oder in wo man hinwill. Die Betten und alle anderen Sachen bekommen meistens die Neuankömmlinge vom Staat geschenkt. Das heißt, der die Flüchtlinge bei sich aufgenommen hat, wird sich nur um die Integration Sorgen.
 
Natürlich sollten die beiden, der Flüchtling und der Österreicher Willen zeigen, der Eine sollte die Hilfe annehmen und der Andere anbieten. Später wird man sich selbst für die geleistete Arbeit danken. Es wäre schön, wenn dies jeder machen würde.“
 
Mit freundlichen Grüßen, 
 
Auto: Aras Bacho

Aug 03

Ukraine: 70.000 Roma warten auf „besseres Leben“ in der EU

Einfallstor in den Westen: Die ukrainische Roma-Hochburg Uschhorod ist Grenzort zum EU-Staat Slowakei. Foto: Raimond Spekking / Wikimedia (CC BY-SA 4.0)

Durch das von der Europäischen Union (EU) forcierte Heranführen der Ukraine an die Europäische Union könnten bald noch mehr Roma aus dem Osten nach Mitteleuropa kommen. Aktuell gibt es in der Ukraine nach offiziellen Angaben rund 70.000 Angehöriger dieser Volksgruppe. Ein großer Teil von ihnen halten sich in der Westukraine, also im Grenzgebiet zu Polen, der Slowakei und Ungarn auf. Allein rund 10.000 Roma haben ihren Aufenthalt in Radvanka, einem Stadteil der westukrainischen Stadt Uschhorod.

Leben am Rande der Gesellschaft

In der Ukraine fühlen sich viele Roma diskriminiert, sie leben am Rande der Gesellschaft und sind nicht nur als Tagelöhner tätig, sondern sehr oft auch ein Teil des kleinkriminellen Milieus. Gleichzeitig kommt es auch immer wieder zu Übergriffen auf die Roma-Volksgruppe.

Mitteleuropa für viele Roma Ziel für ein „besseres Leben“

Für viele Roma aus Südosteuropa ist bereits jetzt Mitteleuropa, also vor allem Österreich und Deutschland, das Ziel für ein „besseres Leben“, was auch immer sie darunter verstehen. Hier könnte es Konkurrenz aus der Ukraine geben, wenn auch dort die Roma auf der Grundlage eines liberalen EU-Grenzregimes sich auf den Weg in den Westen machen.

Bettler-Problem könnte weiter eskalieren

Dies könnte wiederum zu neuen Problemen in vielen Städten Österreichs und Deutschlands führen, wenn sich etwa Roma-Bettlerbanden auf den Weg in den Westen machen. In der jüngeren Vergangenheit waren etwa Innsbruck und Salzburg immer wieder massiv davon betroffen.

Quelle: Unzensuriert

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