Jul 09

30 Asylanten in Hotel für 455000 Euro/Jahr- nun gibts Luxus Neubauwohnungen

Zur Unterbringung von Flüchtlingen hat das Amt den Falkenhof in Brux mangels Alternativen teuer gemietet. In neun Monaten endet der Vertrag, jetzt werden Alternativen für die Unterbringung der 30 Bewohner gesucht. Quelle: Sven Janssen

Rund 455000 Euro gibt das Amt Achterwehr jährlich für die Flüchtlingsunterbringung aus. Knapp die Hälfte der Kosten verursacht alleine der Falkenhof in Brux, den man zu Hochzeiten teuer gemietet hat. Zum 31. Januar 2020 läuft der Vertrag aus. Jetzt wird nach Alternativen für die 30 Bewohner gesucht.

Um die Menschen unterzubringen, will das Amt neu bauen. Das wird aber zwei bis drei Jahre dauern. Für die Übergangszeit könnte es eine Containerlösung geben, wenn sich nicht genügend andere Wohnungen finden, die das Amt mieten kann.

Einzelvermietung fördert Integration

97 Geflüchtete werden im Amtsgebiet beherbergt. In den großen Unterkünften wie dem Falkenhof in Brux, dem Felder Seegarten und in Jägerslust leben derzeit 51 Menschen, die andere Hälfte ist in Einzelvermietungen im gesamten Amtsgebiet untergekommen. „Für mich ist diese Form die beste Lösung“, sagt Brand. Auf dieser Ebene sei Integration deutlich einfacher möglich. Der Amtsdirektor geht davon aus, dass die Zahl der Geflüchteten, konstant bleibt. „Ich rechne damit, dass die Menschen länger hier bleiben“, sagt Brand. „Deshalb ist es wichtig, dass wir vom reinen Unterbringen der Geflüchteten zum Wohnen kommen.“

Gebäude nach dem Kieler Modell

Die Idee sei, zwei neue Gebäude mit Wohncharakter für jeweils 30 Menschen nach dem Kieler Modell zu errichten. Sollten sie nicht mehr für die Geflüchteten genutzt werden, könnten sie als bezahlbare Wohnraum auch vermietet werden. Standorte für die Idee gibt es noch keine konkreten. „Wir suchen derzeit nach Möglichkeiten und führen auch Gespräche“, so Brand. Einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren zur Fertigstellung halte er für realistisch.

Containerlösung für die Übergangszeit

Am Felder Seegarten, dessen Mietvertag ebenfalls 2020 ausläuft, will das Amt festhalten. „Dort ist vertraglich schon eine Verlängerungsoption um weitere zwei Jahre enthalten, bei der sich der Mietpreis halbiert“, sagt Brand. Für Brux gibt es eine solche Option nicht, deshalb sei dort in neun Monaten Schluss.
Für die schlimmsten Fall, dass sich keine anderen Alternativen finden, prüft das Amt eine Unterbringung in Wohncontainern. Man sei mit einem Anbieter im Gespräch, der eine komplette Lösung anbietet. Aus vielen Containern entsteht dabei quasi die Unterkunft mit Wohn-, Sanitär- und Waschräumen und auch Küchen. „Es werden rund 400 Quadratmeter Fläche benötigt, einen konkreten Standort gibt es dafür noch nicht“, so Brand, der damit rechnet das Projekt in neun Monaten realisieren zu können.

Vermieter gesucht

Besser wäre es allerdings, so Brand, wenn man für die Menschen echten Wohnraum findet. „Wir suchen nach Zimmern, Wohnungen oder auch ganzen Häusern, die wir mieten können.“ Wer Wohnraum vermieten möchte, sollte sich beim Flüchtlingsbeauftragten Frank Deisemann (Telefon 04340/409021) im Amt Achterwehr melden. Auch eine Anmietung außerhalb des Amtsbereiches ist möglich.

Quelle: kn

Jul 09

Luxus Neubauten und Sommerfeste für arabische Armutsasylanten in Ronneberg

Die Anwohnern des Segrasweges tanzen in afghanischen Kostümen zu kurdischer Musik. Quelle: Ingo Rodriguez

Kurdische Musik, afghanische Kostüme und fröhliche Begegnungen mit Anwohnern aus ganz Empelde: Beim Sommerfest am Seegrasweg herrschte ausgelassene Stimmung. Die Aktion soll die Integration fördern.

Empelde. Gelungene Neuauflage eines erfolgreichen Integrationsprojektes: Beim zweiten Sommerfest am Seegrasweg in Empelde haben am Freitag anerkannte Asylbewerber und Flüchtlinge mit ihren Nachbarn und weiteren Anwohnern aus ganz Empelde gemeinsam einen stimmungsreichen Nachmittag erlebt. Unter den Bewohnern der kommunalen Flüchtlingswohnungen am Seegrasweg und den Festbesuchern herrschte gute Stimmung – gemeinsame Tanzeinlagen in afghanischen Kostümen zu kurdischer Musik inbegriffen.

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Beim zweiten Sommerfest am Seegrasweg haben anerkannte Asylbewerber und Flüchtlinge mit ihren Nachbarn und weiteren Anwohnern aus ganz Empelde gemeinsam einen stimmungsreichen Nachmittag erlebt.

„Ziel der Aktion ist es, die Nachbarschaft zu stärken und Begegnungen zu ermöglichen“, sagte Peter Grüneberg von der Ronnenberger Stadtverwaltung. Das Sozialberatungszentrum der Stadt hatte gemeinsam mit dem Verein „Wir in Ronnenberg“ sowie der interkulturellen Gruppe „Willkommensorte“ nach der erfolgreichen Premiere im Vorjahr bereits zum zweiten Mal zu dem integrativen Sommerfest eingeladen. „Die Anwohner sollen mit Empeldern Kontakte knüpfen – auch weil wegen mehrerer Familienzusammenführungen wieder neue Menschen angekommen sind“, sagte Grüneberg.

Unter den Besuchern des Sommerfestes und den Anwohnern des Seegrasweges herrscht ausgelassene Stimmung
Unter den Besuchern des Sommerfestes und den Anwohnern des Seegrasweges herrscht ausgelassene Stimmung. Quelle: Ingo Rodriguez

Die kommunalen Flüchtlingswohnungen in den Neubauten am Seegrasweg sind inzwischen laut Stadtverwaltung mit 346 Anwohnern komplett belegt. Wenn die Bewohner später noch besser in der Gesellschaft integriert sind und möglicherweise in andere Wohnungen umziehen, sollen die Räume in den Neubauten als Projekt des sozialen Wohnungsbaus zu günstigen Preisen vermietet werden.

Unter den Besuchern des Sommerfestes und den Anwohnern des Segrasweges herrscht ausgelassene Stimmung
Unter den Besuchern des Sommerfestes und den Anwohnern des Segrasweges herrscht ausgelassene Stimmung. Quelle: Ingo Rodriguez

Im Mittelpunkt des Sommerfestes standen jedoch jetzt erstmal ausgelassenes Feiern, Kinderspaß und landestypische Speisen. Die Anwohner hatten gemeinsam ein internationales Büfett zusammengestellt. Für Kinder wurde Torwandschießen, Pedalofahren und Kinderschminken angeboten. „Vor allem beim Kinderschminken bildet sich immer wieder eine lange Besucherschlange“, berichtete Grünberg.

Unter den Besuchern des Sommerfestes und den Anwohnern des Seegrasweges herrscht ausgelassene Stimmung
Unter den Besuchern des Sommerfestes und den Anwohnern des Seegrasweges herrscht ausgelassene Stimmung. Quelle: Ingo Rodriguez

Er hatte sich mit Isabell Aş vom Sozialberatungszentrum der Stadt und der städtischen Mitarbeiterin Lisa-Marie Prinz – die beiden Frauen hatten das Fest federführend organisiert – ein schattiges Plätzchen gesucht. Das kommunale Trio blickte zufrieden auf eine ausgelassen tanzende Gruppe – mit Menschen aus völlig verschiedenen Herkunftsländern. „Das ist zwar kurdische Musik, aber die Kostüme sind aus Afghanistan“, sagte die 30-jährige Ghasem Behboodi. Sie lebt inzwischen bereits seit zwei Jahren am Seegrasweg in Empelde. „Das ist immer ein sehr schönes Fest mit vielen netten Leuten und viel Spaß“, sagte die Frau in gutem Deutsch.

Beim Kinderschminken bilden sich immer wieder lange Besucherschlangen
Beim Kinderschminken bilden sich immer wieder lange Besucherschlangen. Quelle: Ingo Rodriguez

Im nächsten Jahr will die Stadt das Sommerfest noch viel mehr bewerben und auffälliger ankündigen. „Es wäre schön, wenn künftig noch mehr Einheimische unter den Festgästen zu finden wären. Aber die Hemmschwellen für die Begegnungen sinken schon“, hatte die städtische Mitarbeiterin Aş beobachtet.

Quelle: haz

Jul 09

Runtergewirtschaftet: Asyl- Neubau nach nur 2 Jahren von Schädlingen befallen und saniert

Es mussten bauliche Maßnahmen in der Flüchtlingsunterkunft durchgeführt werden. Vom Schädlingsbefall waren vor allem die 2016 fertig gestellten Neubauten. Foto: Dieker, Klaus (kdi)

Kamp-Lintfort. Nach RP-Informationen sollen vor allem die Neubauten der zentralen Unterkunft für Flüchtlinge betroffen gewesen sein. Die Sanierung ist abgeschlossen. Die Kosten sollen sich auf rund 500.000 Euro belaufen.

Schädlinge haben in den vergangenen Monaten eine umfangreiche Sanierung der Zentralunterkunft für Flüchtlinge an der Friedrichstraße notwendig gemacht. Betroffen waren vor allem die 24 Wohneinheiten der neu gebauten Unterkünfte. Der Befall soll sich teilweise auch auf die Altbauten ausgedehnt haben. Sozialdezernent Christoph Müllmann bestätigte am Dienstag den Sachverhalt, gab aber auf Nachfrage des Grafschafter keine weitergehenden Informationen zum Thema heraus. Der Ausschuss für Senioren und Soziales befasst in seiner nächsten Sitzung am Donnerstag mit dem Abschlussbericht über die vorgenommenen Maßnahmen in der Kamp-Lintforter Flüchtlingsunterkunft. Die Kosten für die Sanierung der Unterkünfte sollen sich nach RP-Informationen auf fast 500.000 Euro belaufen.

Die Neubauten waren Ende 2016 fertiggestellt worden. Sie komplettierten acht weitere Häuser, die in zwei Vierer-Blöcken bereits an der Friedrichstraße standen. Aus dem Abschlussbericht, der unserer Redaktion vorliegt, geht hervor, dass der Schädlingsbefall in den Unterkünften im vergangenen Herbst festgestellt worden war und die Bekämpfungsmaßnahmen inzwischen abgeschlossen sind. So habe die Verwaltung seinerzeit Sofortmaßnahmen eingeleitet, um die Bewohner zu schützen. Es seien zwei Schädlingsbekämpfungsfirmen beauftragt worden und deren Einsatzbereiche jeweils nach Wohnblöcken aufgeteilt worden. Wie es in der Vorlage weiter heißt, hätten bauseits vorhandene Defizite den Befall mit Ungeziefern in den Gebäuden begünstigt. Aufgeführt werden folgende Mängel: So seien aufgeklebte Fußleisten eingebaut worden, ohne die sich darunter befindenden Übergänge zu versiegeln. Wandöffnungen für Heizungsrohre seien nicht verschlossen oder nur tapeziert worden.Türzargen seien nicht verschlossen gewesen und hätten den Schädlingen als Rückzugsort gedient. Auch Küchenarbeitsplatten, die aufgrund von Wasserdampf und Feuchtigkeit aufgequollen seien, hätten dem Ungeziefer Unterschlupf geboten. Waschmaschinen und Trockner seien befallen gewesen. Die Geräte hätten aufgrund der feuchten Umgebung ein Problem bei der Schädlingsbekämpfung dargestellt. Die Baukosten betrugen laut Vorlage der Verwaltung rund 350.000 Euro.

Neben der Schädlingsbekämpfung und den baulichen Nachbesserungen will die Stadtverwaltung nach Informationen der RP die Mitwirkung der Bewohner stärken. Dabei gehe es um die Vermittlung von Haushaltsführung, der Benutzung von technischen Haushaltsgeräten und des Wissens über die Müllentsorgung. Im Awo-Kreisverband Wesel habe die Stadt einen Träger gefunden, der dieses Projekt umsetzen könne.

Quelle: RP

Jul 09

Asylgerichtshof Studie: Richterinnen gewähren eher Asyl als Richter

Das Geschlecht der RichterInnen hat Einfluss auf den Ausgang der Verfahren – und das ist ein Problem, so die StudienautorInnen.
Foto: APA/ROLAND SCHLAGER

Eine Untersuchung von 40.000 Urteilen des österreichischen Asylgerichtshofs zeigt, dass das Geschlecht über Asylanträge entscheiden kann

Wien – Das Geschlecht von Asylsuchenden und von RichterInnen kann über den Ausgang des Asylverfahrens entscheiden. Das zeigt die Analyse von mehr als 40.000 Urteilen des österreichischen Asylgerichtshofes zwischen 2008 und 2013 durch WissenschafterInnen der Unis Wien und Mannheim. Demnach gewähren Richterinnen eher Asyl, und Frauen haben höhere Chancen, wenn ihr Richter vorwiegend Anträge von Männern bearbeitet.

Nach Angaben der WissenschafterInnen in einer Aussendung der Uni Wien fielen im Untersuchungszeitraum rund 31 Prozent der 40.000 Urteile des Asylgerichtshofs positiv aus. 42 Richter und 39 Richterinnen bearbeiteten durchschnittlich jeweils rund 90 Fälle pro Jahr. Dabei hatten sie mit einem höchst unterschiedlichen Geschlechterverhältnis zu tun: Während einzelne Richterinnen bzw. Richter ein Jahr lang keinen einzigen Antrag einer Frau bearbeiteten, hatten andere zu fast zwei Dritteln mit Antragstellerinnen zu tun. Grund dafür ist u.a., dass RichterInnen für bestimmte Länder oder Regionen zuständig sind.

Geschlecht beeinflusst Verfahrensausgang

In ihrer im Fachjournal „Sex Roles“ veröffentlichten Studie zeigen die PolitikwissenschafterInnen Alejandro Ecker (Uni Mannheim), Laurenz Ennser-Jedenastik und Martin Haselmayer (beide Uni Wien), dass Richter und Richterinnen, die vorwiegend Fälle männlicher Antragsteller bearbeiteten, eher zu Gunsten von Frauen entschieden. Die Chancen von weiblichen Asylsuchenden war in diesem Fall um 17 Prozentpunkte erhöht. Bei RichterInnen, die annähernd ausgeglichen mit weiblichen und männlichen Antragstellern zu tun haben, zeigten sich dagegen keinerlei geschlechtsspezifische Unterschiede.

Auch das Geschlecht der RichterInnen hat Einfluss auf den Ausgang des Verfahrens: Richterinnen seien generell eher geneigt, Asyl zu gewähren, als ihre männlichen Kollegen, betonen die WissenschafterInnen. Demnach lag bei Richterinnen die Chance auf eine positive Entscheidung um rund neun Prozentpunkte höher – und zwar unabhängig vom Geschlecht der AntragstellerInnen. Männliche Richter urteilten strenger, seien dabei aber ebenfalls neutral bezüglich des Geschlechts der Asylsuchenden.

Geschlechtereffekten entgegensteuern

Die WissenschafterInnen betonen, nicht untersucht zu haben, ob einzelne Entscheidungen richtig oder falsch waren. „Auch treffen wir keine Aussage darüber, ob Frauen zu nachsichtig oder Männer zu streng behandelt werden oder urteilen. Aber wir stellen fest, dass Asylanträge von Männern und Frauen unter Umständen ungleich behandelt werden. Und da Asylentscheidungen Grundrechte sowie den Rechtsstaat als Ganzes betreffen, halten wir das für ein Problem“, erklärte Ennser-Jedenastik.

Um den beobachteten Geschlechtereffekten gegenzusteuern, schlagen die WissenschafterInnen vor, Asylanträge und Beschwerden von geschlechterparitätisch besetzten Gremien entscheiden zu lassen. Auch das Geschlechterverhältnis in der Fallzuteilung an die RichterInnen könnte berücksichtigt werden. (APA, 3.7.2019)

Jul 08

Jugendstrafe: Afrikaner erhält nur zehn Jahre Haft für Mord an 17-Jähriger

Im Dezember des vergangenen Jahres wurde die 17-Jährige tot in einer Obdachlosenunterkunft in Sankt Augustin gefunden. (Foto: dpa)

  • Ein heute 18 Jahre alter Mann ist wegen Mordes und versuchter Vergewaltigung einer 17-Jährigen zur Jugend-Höchststrafe von zehn Jahren verurteilt worden.

  • Die Frau war im Zimmer des Mannes in einer Obdachlosenunterkunft in Sankt Augustin bei Bonn tot aufgefunden worden.

Der Mordprozess gegen Brian S. begann im vergangenen Mai mit einer Überraschung: Der junge Mann hatte sich noch vor der Anklageverlesung an den Richter gewandt und gesagt, dass sein Geburtsdatum falsch sei. Er sei nicht 19, sondern 17 Jahre alt.

Was nach einer Ausrede klang, entpuppte sich als Familiengeheimnis mit weitreichenden Folgen für den Prozess und die Strafzumessung: Denn Brian S. erfuhr erst im Ermittlungsverfahren, dass die Frau, von der er Zeit seines Lebens dachte, es handele sich um seine Schwester, in Wahrheit seine Mutter war.

Sie habe als 13-Jährige ihren Sohn in einer Lehmhütte in Kenia bekommen, sagte die echte Mutter im Zeugenstand. Ein DNA-Gutachten bestätigte das Verwandtschaftsverhältnis. Die Großmutter hatte Brian S. in Deutschland als Sohn ausgegeben. Auch deren Ehemann, ein Deutscher, hatte die Wahrheit erst erfahren, als sein vermeintlicher Stiefsohn – jetzt Stiefenkel – im Dezember 2018 wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft kam.

Leiche wurde in Obdachlosenunterkunft gefunden

Im Zimmer, das der junge Deutsch-Kenianer in einer Obdachlosenunterkunft in Sankt Augustin bei Bonn bewohnt hatte, war die Leiche der 17-jährigen Elma C. gefunden worden. Ihre Familie hatte sie zwei Tage zuvor als vermisst gemeldet, die Polizei hatte eine großangelegte Suchaktion durchgeführt.

An einem Weiher in der Nähe der Unterkunft waren die Handtasche und Kleidung des Mädchens gefunden worden. Polizeiexperten hatten Telefonate und soziale Medien ausgewertet und waren so auf Brian S. gestoßen. Als die Beamten im Wohnheim eintrafen, in dem Obdachlose und Flüchtlinge in verschiedenen Häusern wohnen, soll Brian S. die Ermittler selbst zu dem toten Mädchen geführt haben.

Weil es in ersten Meldungen geheißen hatte, Elma C. sei „tot in einem Flüchtlingsheim“ gefunden worden, hatte es in den sozialen Medien empörte Äußerungen und Hasskommentare über Flüchtlinge und die deutsche Flüchtlingspolitik gegeben. Die Polizei stellte daraufhin klar, dass Brian S. „seit Kindesbeinen“ in Deutschland lebe und kein Flüchtling sei.

Details der Nacht bleiben ungeklärt

Was zwischen Brian S. und Elma C. in der Nacht auf den 1. Dezember 2018 genau passierte, konnte aber auch der Prozess, der aus Jugendschutzgründen seit dem zweiten Verhandlungstag unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand, nicht klären. Brian S., dem das Gericht nicht nachweisen konnte, zum Tatzeitpunkt nicht 17 gewesen zu sein, schwieg zu den Vorwürfen. In polizeilichen Vernehmungen hatte er zugegeben, gewalttätig gegenüber Elma C. geworden zu sein.

Kennengelernt hatten sich Brian S. und Elma C. an einem Freitagabend in Bonn, sie zogen mit Freunden durch ein paar Kneipen, die 17-Jährige verpasste ihren letzten Bus nach Hause und nahm das Angebot an, bei Brian S. zu übernachten. Im Zimmer 4 des Hauses 27a soll Brian S. das Mädchen dann zweimal vergewaltigt haben. Sie soll ihm mit der Polizei gedroht haben, aus Angst vor einer Anzeige soll Brian S. Elma C. gewürgt und erstickt haben. Das Bonner Jugendschwurgericht hat den heute 18-Jährigen nun wegen Mordes und versuchter Vergewaltigung zur Jugend-Höchststrafe von zehn Jahren verurteilt.

Quelle: Süddeutsche

Jul 08

Pole ermordet Rentnerin bei Einbruch in Wohnung- Landgericht Görlitz: Lebenslang

Bildrechte: MDR/Danilo Dittrich

Das Landgericht Görlitz hat am Montag einen 34-jährigen Mann aus Polen zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der Mann eine 90-Jährige in ihrer Wohnung in Görlitz-Königshufen ermordet hat.

Demnach soll der Angeklagte in die Wohnung des Opfers eingedrungen sein, um nach Geld und Wertsachen zu suchen. Als die Frau ihn bemerkte, habe er die Seniorin zu Boden gestoßen und mit sieben Lagen Klebeband Mund und Nase zugeklebt. Die Frau erlitt mehrere Rippenbrüche und verstarb. Das Landgericht stellte zudem die besondere Schwere der Schuld fest. Damit kann der Angeklagte nach 15 Jahren nicht automatisch entlassen werden.

Quelle: mdr

Jul 08

Armutsmigrant ermordet chinesischen Studenten: Nebenklage legt Revision ein

Eine Bronzestatue der Justitia steht in Frankfurt am Main. Foto: Arne Dedert/Archivbild
Quelle: dpa-infocom GmbH

Gera (dpa/th) – Nach dem gewaltsamen Tod eines chinesischen Studenten in Jena haben die Anwälte der Familie des Opfers die Entscheidung des Landgerichts Gera angefochten. Das teilte eine Gerichtssprecherin am Montag auf Anfrage mit. Das Gericht hatte die dauerhafte Unterbringung des 24-jährigen Angeklagten in der Psychiatrie angeordnet. Der aus Vietnam stammende Mann sei wegen einer schizophrenen Erkrankung nicht schuldfähig. Er hatte den chinesischen Studenten getötet und zerstückelt.

Die Anwälte der Opfer-Familie hatten beantragt, den Fall in ein normales Strafverfahren zu überführen. Sie wollen eine Verurteilung wegen Mordes bei verminderter Schuldfähigkeit erreichen. Ihrer Auffassung nach hatte der Mann die Tat geplant und sich mit gezielten Internetrecherchen darauf vorbereitet.

Der Täter, ebenfalls ein Student, hatte zugegeben, seinen Kommilitonen mit einem Hammer erschlagen zu haben. Anschließend zerteilte er die Leiche und legte die Teile an verschiedenen Stellen in Jena ab. Nachdem er sich seiner Freundin anvertraut hatte, überzeugte diese ihn, sich der Polizei zu stellen. Im Verfahren hatte er angegeben, von Stimmen in seinem Kopf zu der Tat angeleitet worden zu sein.

Quelle: welt

Jul 07

Gauland spricht bei AfD-Debakel in Sachsen von „Tricks“

Der AfD-Parteivorsitzende Alexander Gauland unterstellt dem sächsischen Landeswahlausschuss Tricksereien. Foto: Monika Skolimowska. (Quelle: dpa)

Leinefelde/Berlin (dpa) – Die AfD sieht sich als Opfer, weil die unteren zwei Drittel ihrer Kandidatenliste für die sächsische Landtagswahl für ungültig erklärt wurden.

Der Parteivorsitzende Alexander Gauland unterstellte dem sächsischen Landeswahlausschuss, er wolle die AfD mit formalen Tricksereien kleinhalten. „Die Oppositionspartei, die in Sachsen stärkste Partei werden soll, soll mit Tricks sozusagen von ihrem Wahlsieg entmachtet werden“, sagte Gauland vor rund 800 Anhängern des rechtsnationalen „Flügels“ seiner Partei im thüringischen Leinefelde. „Das werden wir niemals zulassen.“

Die sächsische AfD hat nur noch über Direktmandate in den 60 Wahlkreisen die Chance, mit mehr als 18 Abgeordneten ins Landesparlament einzuziehen. Nach der Entscheidung des Landeswahlausschusses kann die AfD bei der Wahl am 1. September nur mit 18 statt 61 Kandidaten antreten. Wegen formaler Mängel bei der Aufstellung hatte das Gremium die Liste im Hinblick auf die Plätze 19 bis 61 für ungültig erklärt.

Umfragen zufolge kann die AfD in Sachsen auf 30 Plätze im Landtag hoffen. Rechtliche Schritte gegen die Entscheidung des Ausschusses wären für die AfD erst nach der Wahl möglich. Im Wahlausschuss sitzen Vertreter der Parteien entsprechend ihrer Ergebnisse bei der Landtagswahl 2014.

Die Nicht-Zulassung der Kandidaten auf hinteren Listenplätzen solle „einer demokratischen Partei die Möglichkeit nehmen, stärkste Partei in Sachsen zu werden“, sagte Gauland. Den Teilnehmern des Treffens rief er zu: „Liebe Freunde, dagegen werden wir aufstehen.“

Die AfD-Europaabgeordnete Christine Anderson rief alle Mandatsträger und Landesvorstände der AfD auf, in den kommenden Wochen zum Wahlkampf nach Sachsen zu reisen. Die hessische Politikerin, nach eigenem Bekunden glühende Anhängerin des Thüringer AfD-Landeschefs und Partei-Rechtsaußen Björn Höcke, warb für eine Kampagne für mehr AfD-Direktmandate in Sachsen. „Das ist genau der Punkt, an dem wir als AfD beweisen können, was wir drauf haben.“

Die AfD liefert sich in Umfragen mit der CDU in Sachsen ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Position als stärkste Kraft. Die Entscheidung könnte zur Folge haben, dass die AfD nach der Landtagswahl am 1. September nicht alle Mandate wahrnehmen kann, die ihr nach dem Ergebnis zustehen. Ein Spitzenpolitiker der sächsischen AfD sagte, er hoffe auf einen Solidarisierungseffekt und könne sich vorstellen, dass einige Wähler nun erst recht die AfD wählen würden.

Die AfD hatte ihre Liste in zwei Versammlungen im Februar und März mit verschiedenen Versammlungsleitern und getrennten Wahlverfahren aufgestellt. Dem Gesetz nach müssen aber alle Bewerber Gelegenheit haben, sich und ihr Programm allen Wählern der Landesliste vorzustellen und an beiden Parteitagen teilzunehmen.

Der Parteienrechtler Martin Morlok sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: „Das Wahlrecht ist formal zu handhaben, um Manipulationen auszuschließen.“ Die Basis der Demokratie müsse hier strikt beachtet werden. Er erinnerte an die Annullierung der Hamburger Landtagswahl 1993 durch das Verfassungsgericht des Bundeslandes – damals ging es um Verstöße der CDU bei ihrer Kandidatenaufstellung.

Auf die Frage, wer die Verantwortung für den Fehler trägt, herrschte bei der AfD zunächst Schweigen. Intern hieß es, zwei Versammlungsleiter aus Nordrhein-Westfalen treffe zumindest eine Mitschuld. „Wir als AfD Sachsen haben keine formalen Fehler gemacht“, sagte der sächsische Landesvorsitzende Jörg Urban in Leinefelde. Er sprach von „politischer Willkür“ und versprach seinen Parteifreunden: „Wir werden in Sachsen mehr Direktmandate holen, als wir jemals über Zweitstimmen hätten erwerben können.“ Urban lobte den Rechtsaußen-Flügel und sagte, die AfD stehe aktuell nur so gut da, „weil ihr standhaft geblieben seid“.

Quelle: t-online

Jul 07

Etappensieg für Italiens Salvini: „Alan Kurdi“ nimmt Kurs auf Malta

Die „Alan Kurdi“ vor der libyschen Küste.
(Foto: SEA-EYE)

Als weiteres deutsches Flüchtlingsschiff will auch die „Alan Kurdi“ die italienische Mittelmeerinsel Lampedusa ansteuern. Doch die italienischen Behörden verweigern die Einfahrt. Stattdessen droht Innenminister Salvini mit drakonischen Strafen. Jetzt dreht die Crew ab.

Das deutsche Flüchtlingsschiff „Alan Kurdi“ hat am Abend nach stundenlangem Stillstand Kurs auf Malta genommen. „Wir können nicht abwarten, bis an Bord der Notstand herrscht. Jetzt muss sich zeigen, ob die europäischen Regierungen die Haltung Italiens stützen. Menschen sind keine Verhandlungsmasse“, teilt die Crew auf Twitter mit. Der Inselstaat sei der nächste sichere Hafen. Die „Alan Kurdi“ werde dort am Sonntagnachmittag ankommen.

Die „Alan Kurdi“ hat 65 Flüchtlinge an Bord. Nach Angaben der Crew wurden sie vor der libyschen Küste in internationalen Gewässern aus einem Schlauchboot gerettet. Ursprünglich sollten sie zur italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa gebracht werden. Zuletzt hatte das Schiff aber vergeblich außerhalb der Zwölf-Meilen-Zone auf die Erlaubnis gewartet, italienische Hoheitsgewässer befahren zu dürfen.

Der italienische Innenminister Matteo Salvini weigert sich seit einiger Zeit, italienische Häfen für Rettungsschiffe zu öffnen. Bei Zuwiderhandlung hatte er am Samstag Strafenzahlungen von bis zu einer Million Euro angedroht. Zudem solle es leichter werden, die Schiffe zu beschlagnahmen, schrieb er auf Twitter. Sein Land lasse sich nicht erpressen und heiße auch nicht das Vorgehen von Menschen gut, die italienische Gesetze brechen und Menschenhändlern helfen würden.

„Alexa“ setzt sich über Salvini hinweg

Wenige Stunden zuvor hatte das Schiff „Alexa“ der italienischen Hilfsorganisation Mediterranea in Lampedusa angelegt, obwohl das Innenministerium dies ebenfalls untersagt hatte. Die Besatzung hatte ihre Entscheidung damit begründet, dass sie angesichts der Gesundheits- und Hygienebedingungen an Bord keine Wahl gehabt habe als den nächsten Hafen anzusteuern.

Salvini hatte die Besatzung zuvor aufgefordert, die 54 hauptsächlich afrikanischen Migranten nach Tunesien zu bringen. Der Lega-Chef kritisierte die „Alexa“-Betreiber scharf und erklärte, man habe 400 Liter Frischwasser, Nahrungsmittel und Medikamente für die „Alexa“ bereits gestellt, weitere 400 Liter Wasser habe das Schiff mit Verweis auf Platzprobleme abgelehnt.

Vor einer Woche hatte das von der deutschen Kapitänin Carola Rackete geführte Rettungsschiff „Sea Watch 3“ mit Dutzenden Migranten an Bord gegen den Willen Salvinis in Lampedusa angelegt. Die Behörden stellten Rackete unter Hausarrest, den ein Gericht nach vier Tagen jedoch aufhob. Das Schiff wurde beschlagnahmt.

Quelle: n-tv.de, chr/AFP/rts

Jul 07

Gruppenvergewaltigung Mallorca: Das sind die „Deutschen“ Touristen bei der Festnahme

Die mutmaßlichen Täter auf dem Weg zum Haftrichter. Foto: Aresou Leisdorff, ENRIQUE CALVO / Reuters

Palma de Mallorca (Spanien) – Am Donnerstag wurde eine Gruppe „deutscher“ Touristen am Flughafen von Mallorca festgenommen. Der Vorwurf: Vergewaltigung! Die Tatverdächtigen wurden am Samstagmorgen gegen 9.30 Uhr dem Haftrichter vorgeführt.

Neben den drei ursprünglich Verhafteten wurde eine vierte Person aus dem Wagen der Polizei gebracht. Es soll sich um einen neuen Verdächtigen handeln, er soll der Bruder eines der ursprünglich Verhafteten sein. Am Freitag wurden außerdem zehn Zeugen bei Gericht vernommen.

Der schreckliche Fall: Die Tat geschah in der Nacht zu Donnerstag, in einem Hotelzimmer des „Club Cala Ratjada“. Die Männergruppe soll eine deutsche Touristin (18) dorthin gelockt und missbraucht haben. Zwei der Männer gelten als Hauptverdächtige, der dritte wird den amtlichen Angaben zufolge der Verschleierung beschuldigt.

Verdächtige wollten Polizei „verwirren“

Nur wenige Stunden nach dem Überfall reisten die Verdächtigen Serhat K.(23), Azad K. (22), Yakub (21) und Baran D. (19) ab – wurden jedoch kurz vorm Abflug am Flughafen Palma von Zivilfahndern der Guardia Civil festgenommen.

„Sie haben sich auf dem Flughafen getrennt, um uns zu verwirren. Das haben sie allerdings nicht geschafft“, erklärte ein Polizeisprecher am Freitag. Drei sitzen in U-Haft, einer von ihnen wurde wieder freigelassen – er soll zur Tatzeit mit einem anderen Mädchen in einem anderen Hotelzimmer gewesen sein.

Festnahme am Flughafen von Mallorca. Zwei Verdächtige knien auf dem Boden
Festnahme am Flughafen von Mallorca. Zwei Verdächtige knien auf dem BodenFoto: Ultimahora/ Adspib

Nach Berichten von Regionalmedien, die sich auf Behördenquellen berufen, haben die Verdächtigen in einem ersten Polizeiverhör die Tat bestritten. Sie hätten eingeräumt, es habe Geschlechtsverkehr gegeben, der sei aber „einvernehmlich“ gewesen. Den Verdächtigen droht bei Verurteilung eine harte Strafe: bis zu 15 Jahre Gefängnis!

Unklar ist allerdings noch, welches Gericht für den Fall zuständig ist:

▶︎ Das Gericht in Manacor hat den Fall dem Gericht in Palma überstellt. In der Hauptstadt der Insel waren die Männer festgenommen worden.

▶︎ Das Gericht in Palma hält sich aber ebenfalls für nicht zuständig, da das Hotel der Verhafteten in der Gemeinde Capdepera liegt, die Manacor untersteht.

Quelle: BILD

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