Es erscheint bizarr, ist aber trotzdem Realität: Die derzeitigen Einreiseverbote an Deutschlands Grenzen aufgrund der Coronakrise gelten nicht für Asylbewerber. Das erfuhr die JUNGE FREIHEIT aus dem Bundesinnenministerium. Seit Anfang der Woche kontrolliert Deutschland seine Grenzen zu Frankreich, der Schweiz und Luxemburg. Ohne triftigen Grund darf kein Ausländer mehr einreisen. Ausnahmen gibt es für Warenverkehr …
In Deutschland fehlen Millionen Schutz-Masken, Ärzte behandeln Corona- Patienten gänzlich ohne Mundschutz. Der Gesundheitsminister verschenkt die fehlenden Masken aber an Italien. Auffällig: Ganz normale italienische Bürger verfügen über solche Masken. Keine Frage, die Seuche grassiert in Italien am stärksten, Hilfe ist angesagt und angebracht. Die Frage ist nur, wer die Hilfe leisten kann und woher …
Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner schlägt den Einsatz von Asylbewerbern auf deutschen Feldern vor. Sie sollen den Wegfall von Saisonarbeitskräften abfedern. Sie fordert, ihnen die Arbeitsaufnahme zu erlauben. Um den akuten Mangel an osteuropäischen Saisonarbeitskräften in der Landwirtschaft abzumildern, schlägt Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) den Einsatz von Asylbewerbern vor. „Eine weitere Option zur Unterstützung landwirtschaftlicher Betriebe könnte […]
Lebenslange Haft: Ali K. (44) ist der Mörder von Georgine Krüger (14). Die Schülerin verschwand 2006 spurlos. Jetzt verurteilte das Landgericht nach 46 Prozesstagen ihren Nachbarn aus der Stendaler Straße in Moabit. Richter Michael Mattern: „Er hat Georgine vergewaltigt und sie erwürgt, um das zu verdecken.“ Ali K. zeigte keine Regung, kein Gefühl. Er schwieg in …
Der Tatort der blutigen Axtattacke in Schwabing: Die Kreuzung der Gernotstraße an der Ecke Burgunderstraße. Foto: Daniel von Loeper Am Sonntag hat ein Fußgänger einen Autofahrer mit einem Beil schwer verletzt. Zwei Tage später konnte die Polizei den Verdächtigen finden und festnehmen. Schwabing – Was für ein Horror. Ein Fußgänger läuft einem Autofahrer an einer Kreuzung …
Feststehende Messer mit einer Klingenlänge von mehr als sechs Zentimetern dürfen nicht mehr in der Öffentlichkeit mitgeführt werdenFoto: Malte Christians / dpa
Die Bundesländer streben laut einem Medienbericht ein weitreichendes Messer-Verbot in Deutschland an.
Wie die „Saarbrücker Zeitung“
berichtet, liegt dem Bundesrat schon ein Gesetzentwurf vor: Das
Mitführen von Klingen in Einkaufszentren, an Bahnhöfen, Haltestellen und
bei Großveranstaltungen soll verboten werden können.
Die Länder Bremen und Niedersachsen schreiben in ihrem Entwurf, dass Messerangriffe „weiterhin in hoher Zahl“ verübt werden, so die Zeitung. „Sie sind besonders gefährlich und beeinträchtigen das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung.“
▶︎ Konkret sehe das Gesetz vor, dass Waffen-Verbotszonen auf Orte
ausgeweitet werden sollen, „an denen sich besonders viele Menschen
aufhalten“. Die Wahrscheinlichkeit sei „besonders hoch“, dass es an
diesen Orten zu Übergriffen komme.
Die Verschärfung sieht demnach darüber hinaus vor, dass feststehende Messer mit einer Klingenlänge von mehr als sechs Zentimetern nicht mehr in der Öffentlichkeit mitgeführt werden dürfen – bislang sind bis zu zwölf Zentimeter erlaubt.
Der Umgang mit Springmessern soll unabhängig von der Klingenlänge komplett verboten werden. Laut „Saarbrücker Zeitung“ wird mit der Zustimmung im Bundesrat gerechnet.
Benedikt Lux: Der Berliner Grünen-Politiker hat mit seinem Vorschlag zur Verbreitung von Tasern anstelle von Schusswaffen bei Polizisten für Aufsehen gesorgt. (Quelle: imago images)
Benedikt Lux hat mit einem Vorschlag zur Ausstattung der Polizei für Aufsehen gesorgt: Der innenpolitische Sprecher der Grünen Berlin kann sich vorstellen, dass nicht alle Polizisten Schusswaffen tragen. Taser seien eine Option.
Benedikt Lux, innenpolitischer Sprecher der Grünen in Berlin, hat in
einem Interview mit einem Fachblatt der Gewerkschaft der Polizei die
Ausstattung aller Polizisten mit Schusswaffen infrage gestellt. Laut
„Berliner Morgenpost“ sagte Lux: „Ich halte es für fraglich, ob alle
Polizistinnen und Polizisten wie heute eine Schusswaffe tragen müssen.“
Taser, hinlänglich bekannt als Elektroschocker, seien für ihn eine
denkbare Alternative.
Seit zwei Jahren werden sie etwa in Berlin in einigen Abschnitten im
Einsatz erprobt. Lux argumentiert, dass Taser im Einsatz „vieles
abdecken“ könnten. Meist sind bei den Elektroschusswaffen zwei
Projektile durch isolierte Drähte mit der Waffe verbunden. Treffen sie
die Zielperson, werden elektrische Impulse übertragen, die die Person
immobilisieren. Es gibt auch drahtlose Modelle. Taser gelten als weniger
tödlich und sind in anderen Ländern, etwa den USA oder Großbritannien,
bei den Einsatzkräften weit verbreitet.
Der „Berliner Morgenpost“ sagte Lux, dass er mit seinem Vorschlag
nicht die Polizei entwaffnen sondern Alternativen für Beamte in
örtlichen Abschnitten bieten wolle. Spezialeinsatzkommandos, die zur
Unterstützung in Gefahrensituationen gerufen werden, sollen weiterhin
bewaffnet sein.
Gewerkschaft der Polizei: Vorschlag ist lächerlich
Die Gewerkschaft der Polizei selbst lehnt den Vorschlag des
Grünen-Politikers ab. Sprecher Benjamin Jendro nannte die Idee
lächerlich. Die Kollegen in Berlin etwa kämen immer wieder in
Situationen, in denen eine Schusswaffe „ihr Leben und das der Bürger
schützen kann“. Zwar seien in London Polizisten im Einzelfall ohne
Schusswaffen im Einsatz, doch würde von dieser Praxis zunehmend
abgerückt.
Grüne dagegen, Linke gesprächsbereit
Auch der Koalitionspartner der Grünen in Berlin distanziert sich von dem Vorschlag. Der Berliner SPD-Innenexperte Frank Zimmermann sprach von einer abwegigen Idee. Er betonte die Fürsorgepflicht der Beamten, der sie nur mit einer vollständigen Ausstattung ausnahmslos nachkommen könnten.
Ein
23-jähriger Flüchtling aus Afghanistan schildert vor dem
Verwaltungsgericht Frankfurt am Main, was ihm in der Heimat angeblich
widerfahren ist. Als er von Todesdrohungen gegen ihn spricht, macht er
einen winzigen, aber verhängnisvollen Fehler. Plötzlich wird klar: Seine
Darstellung kann nicht stimmen.
Das Verwaltungsgericht Frankfurt am Main hat die Asylklage eines 23-jährigen Mannes aus Afghanistan abgewiesen, nachdem sich dessen Fluchtgeschichte in entscheidenden Punkten als unwahr erwiesen hatte. In der Verhandlung deckte die Richterin auf, dass der Kläger eine bestimmte afghanische Sprache gar nicht beherrscht, in der er angeblich mit dem Tod bedroht worden war.
Farid B. (Name von der Redaktion geändert) hatte 2016 in Deutschland Asyl beantragt und wollte als Flüchtling anerkannt werden. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) lehnte dies ab, weswegen er vor das Verwaltungsgericht zog. Nach einer mündlichen Verhandlung, bei der FOCUS Online anwesend war, wurde seine Klage Anfang Mai 2019 abgelehnt (Aktenzeichen: 10 K 4384/17.F.A)
Asyl-Verfahren: Flüchtling berichtet über Bestellung von Uniformen
Sowohl
bei seiner Anhörung durch das Bamf im Januar 2017 als auch in der
Verhandlung stellte sich der Mann als politisch Verfolgter dar, der in
Afghanistan seine Ermordung fürchten müsse.
Demnach habe er in seiner Heimat eine Schneiderei mit 35 Angestellten geführt. Eines Tages seien zwei Männer in seinen Betrieb gekommen und hätten die Anfertigung von 100 Polizei-Uniformen verlangt, so Farid B. Da die Kunden sich nicht als Vertreter des Innenministeriums oder der Regierung ausweisen konnten und ihm stattdessen Bestechungsgeld anboten, habe er den Auftrag abgelehnt: „Ich wollte nichts Illegales machen.“
Er
sei sogar zur Polizei gegangen und habe den Vorfall gemeldet. Bei den
Männern handelte es sich seiner Meinung nach um eine
„regierungsfeindliche Gruppe“, die Uniformen als Tarnung brauchte, um
Anschläge zu verüben.
Täter riefen angeblich mehrmals an und bedrohten ihn
In
der Folgezeit hätten ihn die Männer massiv bedrängt. „Sie haben mich
sieben bis acht Mal am Tag angerufen und mit dem Tod bedroht“, erklärte
Farid B. vor Gericht. Deshalb habe er den Auftrag zum Schein angenommen,
in Wahrheit jedoch sein Geschäft innerhalb von zehn Tagen aufgelöst,
alle Nähmaschinen verkauft und die Mitarbeiter entlassen. Schließlich
sei er über den Iran nach Deutschland geflüchtet.
Bei
seiner Aussage vor Gericht erwähnte Farid B., dass ihn die angeblichen
Täter in der Sprache Paschtu bedroht hätten, die allgemein als
Afghanisch bekannt ist. Er selbst äußerte sich während der Verhandlung
jedoch in der zweiten offiziellen Landessprache Dari.
Als der Dolmetscher die Sprache wechselt, kippt Stimmung
Um
zu überprüfen, ob der Kläger überhaupt Paschtu verstehen und sprechen
kann, forderte die Richterin den anwesenden Dolmetscher auf, Farid B.
einige Fragen auf Paschtu zu stellen, was dieser auch tat.
So
fragte der Übersetzer, womit die Täter am Telefon konkret gedroht
hätten. Außerdem wollte er von Farid B. wissen, welche seiner
Familienmitglieder in Afghanistan lebten und was er heute Morgen zum
Frühstück gegessen habe.
Keine einzige Frage konnte der Kläger beantworten. Er senkte den Kopf und schwieg. Am Ende musste er eingestehen: „Ich kann kein Paschtu.“
Kläger reagiert laut Gerichtsprotokoll „sichtlich verlegen“
Die
Richterin protokollierte, dass der Kläger „sichtlich verlegen“ auf die
Fragen in Paschtu reagiert habe. Seine Angaben, wonach er in dieser
Sprache mit dem Tod bedroht worden sein soll, seien damit „unglaubhaft“.
In
seiner schriftlichen Begründung wies das Verwaltungsgericht Frankfurt
am Main die Anträge des Afghanen auf Asyl und Anerkennung als Flüchtling
zurück. Auch die Anträge auf subsidiären Schutz und Abschiebungsverbot
lehnte die Kammer ab.
Damit müsste Farid B. eigentlich zurück nach
Afghanistan. Ob er gegen die Entscheidung Rechtsmittel einlegt und
damit seinen Aufenthalt in Deutschland verlängert, steht noch nicht
fest.
Pro Asyl: Lügende Flüchtlinge „kein Massenphänomen“
Die deutschen Behörden führen keine Statistik darüber, wie viele Asylbewerber mit geschönten oder erfundenen Angaben versuchen, einer Abschiebung zu entgehen. In diesem Zusammenhang wird lediglich die Zahl der gefälschten Ausweise erfasst: 2018 überprüfte die Polizei rund 192.000 Dokumente von Asylbewerbern. Nur in knapp 3300 Fällen (1,7 Prozent) erwiesen sich die Papiere als unecht oder manipuliert. Allerdings reist eine nicht unerhebliche Zahl von Flüchtlingen ganz ohne Papiere ein.
Für den
Geschäftsführer von Pro Asyl, Günter Burkhardt, steht fest, dass ein
Fall wie der von Farid B. eher die Ausnahme darstellt: „Wenn lügende
Flüchtlinge ein Massenphänomen wären, gäbe es nicht so viele
Anerkennungen durch das Bamf und keine so hohe Erfolgsquote vor
Gericht.“
2018 entschied das Bamf über rund 217.000 Asylanträge. In mehr als 66.000 Fällen (31 Prozent) wurden die Ausländer nach eingehender Prüfung als Flüchtlinge bzw. Asylberechtigte anerkannt oder erhielten subsidiären Schutz. Etwa 75.000 Anträge (35 Prozent) lehnte die Behörde ab, wobei viele Betroffene die Entscheidung vor Gericht anfochten. Die Erfolgsquote der Kläger lag vergangenes Jahr bei rund 17 Prozent. Von 173.400 Gerichtsurteilen fielen 29.700 positiv für die Antragsteller aus.
Professorin: „Natürlicher Reflex“ von Leuten, die Angst haben
Widersprüche,
Unklarheiten, missverständliche Angaben, vage Erzählungen, Notlügen,
glatte Lügen – es gibt viele Gründe für deutsche Stellen,
Flucht-Schilderungen von Asylbewerbern als „nicht glaubhaft“
einzustufen. Allerdings müsse jeder Fall einzeln betrachtet und bewertet
werden, mahnt Anna Lübbe, Professorin für Öffentliches Recht an der
Hochschule Fulda.
„Flüchtlinge, die gegenüber deutschen Behörden und Gerichten unwahre Angaben machen, tun dies mitunter nicht aus böser Absicht oder Berechnung“, sagt die Expertin für Asylrecht zu FOCUS Online. Es könne sich auch um „einen natürlichen Reflex von Leuten handeln, die Angst haben“. Lübbe: „In ihrer Heimat haben die Betroffenen oft kein Vertrauen in die Institutionen gehabt. Für sie ist es nicht selbstverständlich, sich gegenüber staatlichen Vertretern lückenlos zu offenbaren.“
Ein Mann kauft am helllichten Tag Drogen bei einem Dealer. Foto: Eric Richard
Mit einer neuen Idee für den Görlitzer
Park macht Kreuzberg von sich reden. Die Dealer bekommen jetzt
Standplätze zugewiesen, damit sich die vorbeilaufenden Parkbesucher
nicht bedrängt fühlen.
Der
vom Bezirk eingesetzte Parkmanager hat am Eingang und im Park mit rosa
Farbe Rechtecke auf den Boden gesprüht. Diese Stellen markieren, wo die
Rauschgifthändler stehen sollen. „Das ist keine Legalisierung des
Verkaufs“, sagte Parkmanager Cengiz Demirci der RBB-Abendschau. „Die
Menschen sollen nicht an einem Spalier von Dealern vorbei gehen“, sagte
Demirci.
Hier stehen KEINE Dealer sondern Parkbesucher. Die Dealer meiden die ihnen zugewiesenen Plätze.
Foto: Eric Richard
Seit zwei Jahren sind sogenannte
Parkläufer im Auftrag des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg in der
Grünanlage unterwegs. Sie sind Ansprechpartner für die Dealer und sollen
allen ein friedliches Nebeneinander ermöglichen und die Dealer
eventuell in ehrliche Arbeit zu vermitteln.
Nach
internen Polizeiunterlagen, die der Berliner Zeitung vorliegen, geht
die zwischenzeitlich gesunkene Zahl der mit dem Drogenhandel verbundenen
Straftaten im Görlitzer Park wieder hoch. Demnach erfasste die Polizei
im vergangenen Jahr 182 Körperverletzungen – das sind 36 mehr als im
Jahr 2017. Auch bei Raubtaten gibt es eine steigende Tendenz.
Die Idee mit den Zonen stößt auf heftige Kritik
Umso
mehr stößt die Idee des Parkmanagers für den Umgang mit den
Rauschgiftverkäufern auf heftige Kritik. Von Kapitulation vor den
Dealern ist allenthalben die Rede.
Ein Polizeiwagen im Görlitzer Park.
Foto: eric Richard
Wer mit Drogen handelt, begehe
eine Straftat, sagt Benjamin Jendro von der Gewerkschaft der Polizei
(GdP). „Die politisch Verantwortlichen müssen langsam aber sicher
entscheiden, was für einen Park sie wollen. Wenn er Drogen- und damit
Kriminalitätsfrei werden soll, braucht es dauerhaften polizeilichen
Druck, juristische Entschlossenheit und politische Rückendeckung. Wenn
man Kriminelle als Nutzer des Parks neben spielenden Kindern integrieren
möchte, sind rosafarbene Striche zur genauen Positionierung, um
Cannabis, Heroin und andere Drogen zu verticken, sicher eine gute
Beihilfe.“
Von juristischer
Entschlossenheit, wie von der GdP gewünscht, ist nach Angaben von
Fahndern jedoch keine Rede. „Es gibt nicht mal einen Haftbefehl, wenn
Dealer mit 20 oder 30 Gramm Cannabis erwischt werden“, sagt ein
Polizist.
„Das Bezirksamt unterstützt den Drogenhandel im Görlitzer Park“
Drastische Worte kommen auch von der CDU. „Die Standflächen-Zuweisung für Drogendealer im Görli durch den Parkmanager ist eine Einladung zum Rechtsbruch und ein Verrat der Anwohner-Interessen des Grünen-Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg“, sagt CDU-Fraktionsvorsitzender Burkard Dregger. „Mit der Zuweisungs-Praxis wandelt das Bezirksamt den Görlitzer Park jetzt offiziell in einen Drogenmarkt um. Es unterstützt den Drogenhandel der organisierten Kriminalität.“ Das müsse strafrechtliche und politische Folgen haben.
Der Kreuzberger CDU-Abgeordnete Kurt
Wansner erklärte: „Es ist völlig absurd und nicht hinnehmbar, wenn der
Bezirk nunmehr selbst auf diese Weise mit seinen Parkmanagern den
Drogenverkauf und den Konsum im Görlitzer Park fördert. Damit ignoriert
er den Gesundheitsschutz und torpediert alle Bemühungen, das
Drogenproblem dort in den Griff zu bekommen.“
Der
FDP-Politiker Marcel Luthe befindet: „Einmal mehr offenbart sich die
Farce, wenn dieser Senat von der Bekämpfung der Organisierten
Kriminalität spricht, aber gleichzeitig die bekannte Geldquelle der
Clans in einem öffentlichen Park wissentlich duldet.“ Wer Organisierte
Kriminalität wirksam bekämpfen wolle, müsse ihre finanzielle Macht
brechen – und diese liege auch im offenen Drogenhandel.
Ausweitung vom Görlitzer Park bis in den Wrangelkiez
Das
Bezirksamt wusste nach eigenen Angaben nichts von der Idee seines
Parkmanagers. „So lange Konsumenten und Kunden in den Park kommen, wird
es auch Verkäufer geben“, sagt Baustadtrat Florian Schmidt (Grüne). „Den
Drogenverkauf können wir als Kommune nicht eindämmen. Er wird also
höchstens in andere Gegenden verdrängt. Im Görlitzer Park müssen wir mit
den bestehenden Realitäten umgehen. Kriminalitätsbekämpfung ist Aufgabe
der Polizei.“
Seit Jahren ist der Görlitzer Park eine bei Partygängern und Touristen international bekannte Adresse, weil bekannt ist, dass man dort Marihuana, Cannabis und inzwischen auch harte Drogen wie Crystal Meth und Heroin kaufen kann. Allerdings machen sich Dealer offenbar auch in den benachbarten Straßen breit. Polizisten berichten davon, dass sich die Dealerszene inzwischen in den angrenzenden Wrangelkiez ausgedehnt habe.
Der Görlitzer Park ist laut Polizei
ein „kriminalitätsbelasteter Ort. Einer internen Auswertung zufolge
erfasste die Polizei dort 182 Körperverletzungen – 35 mehr als 2017.
Seit Jahresbeginn gab es bis 6. Mai 57 Körperverletzungen – sechs mehr
als im Vergleichszeitraum 2018.
Die Zahl gefährlicher und schwerer Körperverletzungen (etwa mit Messern)
summierte sich von Januar bis 6. Mai auf 27 – das sind neun mehr als im
Vergleichszeitraum 2018. Von Januar bis 6. Mai wurden 17 Raubtaten e
registriert. 2018 waren es 55 und 2017 nur 30.
Die Polizei war von Januar bis 6. Mai 118 Mal im „Görli“ im Einsatz,
überprüfte 978 Personen und verwies 625 Personen des Parks und stellte
150 Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz fest. Bei den Einsätzen wurden
13 Beamte angegriffen, von denen acht verletzt wurden.
Eine Ermittlerin sucht nach Spuren. Foto: Morris Pudwell
Berlin –Nach einer blutigen
Auseinandersetzung im Görlitzer Park hat die Polizei einen
Tatverdächtigen (21) festgenommen. Nach Polizeiangaben soll der
mutmaßliche Messerstecher nun einem Richter zum Erlass eines Haftbefehls
vorgeführt werden.
Hinter
der Minigolf-Anlage an der Görlitzer Straße war der Mann in der Nacht
zu Freitag mit einem 22-Jährigen in Streit darüber geraten, wer an
dieser Stelle stehen dürfe. Dabei zog der 21-Jährige ein Messer und
stach seinen aus Guinea stammenden Widersacher nieder.
Blutige Auseinandersetzungen im Drogen-Milieu
Zeugen
alarmierten Polizei und Feuerwehr. Die Rettungskräfte brachten den an
der Wade verletzten Mann in ein Krankenhaus. Nach derzeitigem
Kenntnisstand soll der spätere Täter sein Opfer zunächst aufgefordert
haben, seinen Standplatz zu verlassen. Als dieser der Aufforderung nicht
nachkam, soll der Unbekannte zunächst weggegangen sein. Allerdings soll
er laut Polizei wenig später zurückgekommen sein – dieses Mal mit einem
Messer bewaffnet.
An dieser Stelle wurde der Verletzte gefunden.
Foto: Morris Pudwell
Dann soll er auf den 22-Jährigen
losgegangen sein. Als dieser flüchtete, rannte ihm der mit dem Messer
bewaffnete Angreifer hinterher und stach ihn schließlich in die Wade.
Anschließend sei der Mann geflüchtet. Der Niedergestochene kam in ein
Krankenhaus und wurde hier behandelt. Noch in der Nacht konnte er die
Klinik wieder verlassen.
Immer wieder kommt es im Görlitzer Park zu teils blutigen Auseinandersetzungen, fast immer spielen Streitigkeiten im Drogenmilieu dabei eine Rolle. Oftmals geht es dabei auch darum, welcher Dealer an welche Stelle stehen darf, um seine Drogen zu verkaufen. Um diese Standplätze gibt es derzeit auch einen bizarren Streit in der Politik.
Streit um Dealer-Zonen
Der
Grund: Der vom Bezirk eingesetzte Parkmanager hat am Eingang und im
Park mit rosa Farbe Rechtecke auf den Boden gesprüht. Diese Stellen
markieren, wo die Rauschgifthändler stehen sollen. „Das ist keine
Legalisierung des Verkaufs“, sagte Parkmanager Cengiz Demirci der
RBB-Abendschau. „Wir wollen nur sagen, dass die Menschen nicht an einem
Spalier von Dealern vorbeigehen.“
„Die
Standflächen-Zuweisung für Drogendealer im Görli durch den Parkmanager
ist eine Einladung zum Rechtsbruch und ein Verrat der
Anwohner-Interessen des Grünen-Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg“, sagt
CDU-Fraktionsvorsitzender Burkard Dregger. „Mit der Zuweisungs-Praxis
wandelt das Bezirksamt den Görlitzer Park jetzt offiziell in einen
Drogenmarkt um. Es unterstützt den Drogenhandel der organisierten
Kriminalität.“ Das müsse strafrechtliche und politische Folgen haben.
Polizisten am Tatort im Görlitzer Park.
Foto: Morris Pudwell
Seit zwei Jahren sind sogenannte
Parkläufer im Auftrag des Bezirksamtes in der Grünanlage unterwegs. Sie
sind Ansprechpartner für die Dealer und sollen allen ein friedliches
Nebeneinander mit den Besuchern ermöglichen. Denn von den
Polizeikontrollen – allein im April gab es 39 – lassen sich die Dealer,
meist Flüchtlinge aus Afrika, nicht beeindrucken.
Zahl der Straftaten steigt
Nach internen Polizeiunterlagen, die dieser Zeitung vorliegen, steigt die zwischenzeitlich gesunkene Zahl der mit dem Drogenhandel verbundenen Straftaten wieder. So erfasste die Polizei im vergangenen Jahr 182 Körperverletzungen – das sind 36 mehr als 2017. Auch bei Raub gibt es eine steigende Tendenz.
Der tödliche Schuss von Offenbach – offenbar war es eine heimtückische Beziehungstat!
Aus einem grauen Audi A4 heraus soll der Mann (42), ein Marokkaner, kurz vor 19 Uhr einen Schuss auf den geparkten Porsche Panamera der Deutsch-Marokkanerin (44) abgefeuert haben. Den Wagen hatte er zuvor gemietet. Der Schuss durchschlug die Scheibe an der Fahrerseite, traf die Frau.
Gegen Mitternacht wurde der Leichnam der Frau vom Tatort zur Gerichtsmedizin gebrachtFoto: Jürgen Mahnke
Der Schütze wusste offenbar genau, dass er die
44-Jährige an diesem Ort zu dieser Zeit antreffen würde. BILD erfuhr:
Sie wartete im Porsche vor einer Kampfsportschule auf ihr Kind!
Die alarmierten Rettungskräfte kämpften noch um das Leben der Frau, doch sie starb wenig später im Rettungswagen.
Ein einziges Einschussloch ist im Porsche Panamera zu sehenFoto: dpa
Der Mann ist weiterhin auf der Flucht
– möglich ist, dass er die Waffe weiterhin bei sich trägt! Ob er alleine
im Auto saß oder einen Komplizen auf der Beifahrerseite sitzen hatte,
wird derzeit ermittelt.
Polizeisprecher Rudi Neu: „Es
besteht keine Gefahr, es war eine gezielte Tat.“ Die Tote wird derzeit
in der Frankfurter Gerichtsmedizin obduziert.
Der Tatort ist abgesperrt, Notärzte und Polizisten sind im EinsatzFoto: Jürgen Mahnke
Wittenberg – Im Herbst 2017 wurde Markus H. (†30) am
helllichten Tag auf dem Vorplatz eines Wittenberger Einkaufszentrums mit
einem Schlag niedergestreckt. Er erlag einer schweren
Schädelverletzung. Seither kämpft Markus Vater darum, endlich die
Wahrheit über den Tod seines Sohnes zu erfahren. Er wird weiter warten
müssen.
DER PROZESS GEGEN DEN MUTMASSLICHEN TOTPRÜGLER VOM ARSENALPLATZ RÜCKT IN DIE FERNE.
Karsten H. will endlich die Wahrheit über den Tod seines Sohnes erfahrenFoto: Holger John / VIADATA
Der Wittenberger starb am 29. September 2017 nach
einer Auseinandersetzung mit vier jungen Flüchtlingen. Die Bilder einer
Überwachungskamera des Einkaufszentrums zeigen, wie Markus H. und seine
Begleiterin Agapi H. (24) auf ihren Rädern am Einkaufszentrum „Arsenal“
vorfahren. Ein Syrer (17) – der inzwischen wegen Körperverletzung mit
Todesfolge angeklagt ist – reckt in Richtung der Ankömmlinge die Hand
empor – zeigt den Stinkefinger.
„Warum der Stinkefinger, wenn er Markus doch nicht gekannt haben soll?“, fragt sich Karsten H. (54), der Vater des Getöteten, im Gespräch mit den BILD-Reportern. Die vier Flüchtlinge kehren um. Dann gehen auch Markus und Agapi zurück. Am Fahrradständer kommt es einer ersten Auseinandersetzung. Markus erleidet schwere Schädelverletzungen, an deren Folgen er verstirbt.
Der Vater tritt im Prozess gegen den Syrer als Nebenkläger auf. Er
erwartet Antworten auf viele ungeklärte Fragen, die er bisher von den
Ermittlungsbehörden nicht erhielt. Denn die Videosequenz zeigt, dass der
angeklagte Syrer Sabri H. (20) mindestens drei, vier Mal hart zuschlug.
Für den Vater des Opfers alles andere als Notwehr, von der der
Staatsanwalt spricht.
Nächsten Monat hätte am Landgericht
Magdeburg der Prozess gegen den Syrer beginnen sollen. Jetzt wurde er
Verhandlungsbeginn aufgehoben. Die offizielle Begründung:
Terminschwierigkeiten.
Christian Löffler, Richter am Landgericht Magdeburg, erklärt:
„Grund für die Aufhebung ist die Auslastung der Kammer mit vorranig zu
verhandelnden Haftsachen. In Haftsachen gilt das besondere
Beschleunigungsgebot, da sich hier Beschuldigte ohne Urteil in
Untersuchungshaft befinden.“
Sabri H. dagegen befindet
sich seit der tödlichen Schlägerei in Freiheit, er kam nie in U-Haft.
Inzwischen ist er mit seiner Familie von Wittenberg nach Magdeburg
verzogen. Deshalb findet der Prozess für den Jugendlichen am Landgericht
der Landeshauptstadt statt.
Ein genauen Termin für den verschobenen Prozess gibt es noch nicht. Gerichtssprecher Löffler: „Voraussichtlich startet das Verfahrne im Herbst.“
In Darmstadt sollen acht Straßen neue Namen bekommen. Grund dafür ist der Bezug zum NS-Regime der jetzigen Namensgeber. Darunter sind auch prominente Vertreter.
Acht Straßen sollen in Darmstadt umbenannt werden, weil ihre Namensgeber einen Bezug zum NS-Regime hatten. In sieben Fällen habe ein eingesetzter Fachbeirat einstimmig für neue Straßennamen plädiert, teilte die Stadt am Donnerstag mit. Beim früheren Reichspräsidenten Paul von Hindenburg sei es nicht einstimmig gewesen. Aber auch die Hindenburgstraße werde umbenannt. Hierfür würden alle historischen und politischen Argumente sprechen. Hindenburg hatte Adolf Hitler 1933 zum Reichskanzler ernannt.
Der Magistrat war im
Februar 2013 von der Stadtverordnetenversammlung aufgefordert worden,
alle Namensgeber von Straßen daraufhin zu prüfen, ob das Leben und die
politische Einstellung mit den Werten einer freiheitlich demokratischen
Gesellschaft vereinbar sind. Neue Namen sollen nun mit Bürgerbeteiligung
gefunden werden.
In einer ersten Reaktion begrüßte die TU Darmstadt unter anderem die geplante Umbenennung in den Fällen der Wissenschaftler Alarich Weiss (1925-1995) und Walter Georgii (1888-1968). Der frühere Professor der Physikalischen Chemie Weiss habe umfassenden Recherchen zufolge seine freiwillige Mitgliedschaft in der Waffen-SS verschwiegen. Unter Georgii sei eine Forschungsstelle für Segelflug in der NS-Diktatur zu einer Schaltstelle der Luftfahrtforschung für das Regime geworden.
Aus den Reihen der Berliner Linken gibt es
erneut einen Vorstoß, den umstrittenen früheren Reichspräsidenten Paul
von Hindenburg (1847 – 1934) von der Ehrenbürgerliste der Stadt zu
streichen. In der Vergangenheit waren solche Anläufe in der Hauptstadt
gescheitert. Von Hindenburg hatte Adolf Hitler 1933 zum Reichskanzler
ernannt.
Am Samstag will der Bezirksverband
Steglitz-Zehlendorf auf dem Linken-Landesparteitag nach aktuellem Stand
einen Antrag stellen. Demnach soll sich die Linksfraktion im
Abgeordnetenhaus dafür einsetzen, dass von Hindenburgs Name von der
Liste der Ehrenbürger gestrichen wird.
Der Antrag wird unter anderem damit begründet, dass Hindenburg vielen
Bürgern als „Türöffner des deutschen Faschismus“ in Erinnerung sei. In
mehreren Städten Deutschlands wurde von Hindenburg bereits von
Ehrenbürgerlisten gestrichen. In jüngster Zeit hatten Städte wie Kiel,
Rostock und Tübingen von Hindenburg von der Ehrenbürgerliste gestrichen.
Andere wie München taten das schon nach dem Zweiten Weltkrieg.
Paul von Hindenburg (1847 – 1934) war Generalfeldmarschall und Chef der Heeresleitung im Ersten Weltkrieg. 1925 wurde er zum zweiten Reichspräsidenten der Weimarer Republik gewählt. Am 30. Januar 1933 ernannte er Adolf Hitler zum Reichskanzler.
Darmstädter Rentner schreiten zur Tat: Statt des ehemaligen Reichspräsidenten heißt ein Straße kurzfristig nach dem NSU-Opfer „Halit-Yozgat-Straße“.
Weil
sie rund 30 Schilder der umstrittenen Hindenburgstraße in Darmstadt mit
dem Namen des NSU-Opfers als „Halit-Yozgat-Straße“ überklebt haben,
müssen sich drei Rentner demnächst vor Gericht verantworten.
Amtsanmaßung und gemeinschädliche Sachbeschädigung lautet der Vorwurf
der Staatsanwaltschaft. Die Stadt hatte nach der Aktion in der Nacht des
29. Januar 2018 sämtliche Schilder erneuern müssen, „da die Folie nicht
rückstandslos hatte entfernt werden können“, sagte der städtische
Pressesprecher Daniel Klose. Dies habe Kosten von 1297 Euro verursacht.
Noch hat das
Amtsgericht keinen Verhandlungstermin bestimmt, wie Oberstaatsanwalt
Robert Hartmann mitteilte. Das Angebot, das Verfahren gegen eine Zahlung
von 200 Euro je Person einzustellen, hatte das Trio ausgeschlagen. Auch
eine erkennungsdienstliche Behandlung, zu der sie das Polizeipräsidium
Darmstadt vor wenigen Wochen einbestellt hatte, weil damit zu rechnen
sei, dass sie auch in Zukunft in polizeiliche Ermittlungen einzubeziehen
sein würden, verweigerten Renate Dreesen, Peter Friedl und Angelika
Schröder: „Wir betrachten das als einen nicht hinzunehmenden Versuch der
Kriminalisierung und haben dagegen Widerspruch eingelegt“, erklärten
sie. Die ehemalige Lehrerin, der Sozialwissenschaftler und die frühere
Darmstädter Anwältin gehören zum Bündnis „Darmstadt gegen rechts“,
Friedl zur Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte
KriegsdienstgegnerInnen, und setzen sich seit Jahren unter anderem für
die Umbenennung der Hindenburgstraße ein. Ein Prozess käme ihnen gerade
recht: „Wir wollen die Verhandlung und wollen freigesprochen werden“,
sagte Friedl der FR.
Der
Ex-Reichspräsident gilt vielen als umstritten, weil er 1933 Adolf Hitler
zum Reichskanzler ernannte. In Darmstadt, wo seit über 20 Jahren
darüber gestritten wird, wurde die zu den Hauptverkehrsachsen gehörende
Straße nach dem „Held von Tannenberg“ 1915 benannt, wie Holger Köhn vom
Büro für Erinnerungskultur in Babenhausen der FR sagte. Der Historiker
hat im Auftrag der Stadt ein Gutachten erstellt und Recherchen nicht nur
zu Paul von Hindenburg, sondern zu 110 Personen angestellt, die in der
NS-Zeit lebten und nach denen in Darmstadt Straßen benannt sind. Über
den Inhalt der 2018 beendeten Studie darf Köhn nichts sagen, außer dass
von den untersuchten Personen „nur ein Bruchteil strittig“ sei.
Ein Fachbeirat
beschäftigt sich seit 2015 mit dem Thema, hat auch Köhns Arbeit
ausgewertet und Empfehlungen ausgesprochen. In der nächsten Woche wolle
der Magistrat eine Vorlage erarbeiten, über die in der
Stadtverordnetenversammlung am 16. Mai abgestimmt werden soll, so Klose.
Über deren Inhalt kann derzeit nur spekuliert werden. Auf die Frage,
warum sich die Stadt mit der Umbenennung so schwer tue, ließ
Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) ausrichten: „Wir tun uns nicht
schwer. Wir wollen es von der fachlichen Seite aufarbeiten und keine
Schnellschüsse machen.“
2013
forderte die SPD die Umbenennung, die Linken versuchten zuletzt 2018,
die Anbringung von Zusatzschildern „Kriegsherr, Reichspräsident und
Wegbereiter Hitlers“ durchzusetzen. Alle Anträge scheiterten an der
grün-schwarzen Mehrheit. Im Januar schlug die SPD vor, die Straße nach
der in Darmstadt geborenen jüdischen Übersetzerin der
Anne-Frank-Tagebücher, Mirjam Pressler, zu benennen.
2006
hatte die damals noch SPD-geführte Stadt beschlossen, die Straße in
Marion-von-Dönhoff-Straße umzutaufen, wenn dies nicht von mehr als der
Hälfte der Anwohner abgelehnt würde. Von den 154 Betroffenen, die sich
äußerten, stimmten jedoch nur zwei dafür.
Streitfalle
In Bad Homburg scheiterte die Umbenennung 2016 an den Stimmen von CDU, FDP und AfD.
In
Mainz heißt eine Prachtstraße nach Hindenburg. Als dort 2008 der
Grundstein für eine Synagoge gelegt wurde, gab man ihr eine andere
Adresse und beließ den Namen bei Hindenburg.
SPD und Grüne in Schleswig-Holstein wollen die Bahnstrecke „Hindenburgdamm“ nach Sylt umtaufen. Da Bahnbauwerke keinen offiziellen Namen erhalten, wird dies schwierig. (cka)