Mai 14

Schafdiebe als „Drecksvolk“ beschimpft: Landwirt wegen Volksverhetzung vor Gericht

Landwirt Toni P. mit seinen Schafen, die auch die Elbwiesen pflegen
Foto: Olaf Rentsch

Meißen – Jungbauer Toni P. (27) aus Coswig liebt seine Schafe über alles. Als ihm sechs Tiere gestohlen und zum Teil direkt auf der Weide geschlachtet wurden und die Polizei zwei Asylbewerber als Tatverdächtige ermittelt, beschimpfte Toni P. die Täter bei Facebook als „Drecksvolk“.

Am Dienstag musste sich der Landwirt dafür wegen des Vorwurfs der Volksverhetzung vor Gericht verantworten. Doch er wurde ganz schnell frei gesprochen.

„Die Tiere wurden bestialisch geschächtet, nur das Fleisch gestohlen“, berichtete Toni P. vor Gericht. „Zwei Lämmer wurden komplett geklaut. Als die Lokalzeitung darüber berichtete, habe ich den Artikel bei Facebook reingestellt. In dem Zusammenhang hab ich die Täter als Drecksvolk bezeichnet. Und dazu stehe ich, nachdem was sie meinen Tieren angetan haben.“

Der Saal
Der Landwirt mit seinem Anwalt Frank Hannig (re.), der schließlich den Freispruch erwirkteFoto: Olaf Rentsch

Ein Internet-Ermittler der Polizei entdeckte den Facebook-Eintrag, zeigte den Landwirt an. Gericht und Staatsanwalt glaubten allerdings Toni P., dass er mit seiner Beschimpfung nicht alle Ausländer meinte.

Staatsanwalt Wagner: „Zur Volksverhetzung gehört der Vorsatz, der ist hier nicht erkennbar. Ich beantrage Freispruch!“

Schaf
Eins der brutal geschächteten Schafe des JungbauernFoto: Olaf Rentsch

Das Verfahren gegen die mutmaßlichen Schaf-Killer wurde übrigens eingestellt. Dem einen konnte man laut Staatsanwaltschaft nichts nachweisen. Bei dem anderen, Faouzi A. (37), wurde das Verfahren wegen anderer schwerer wiegenden Straftaten (u.a. Körperverletzung) nicht weiter verfolgt.

Quelle: BILD

Mai 14

Unzufrieden mit Unterkunft: Wirtschaftsmigranten blockieren einfach dreist die Straße

Araber blockieren eine Straße

Weil ihnen die neue Unterkunft nicht zusagte, blockierten syrische Wirtschaftsflüchtlinge die Straße und behinderten den Verkehr. Haschisch hatten sie zufällig auch noch dabei.

Weil sie mit ihrer Verlegung von Singen nach Mühlhausen-Ehingen nicht zufrieden waren, randalierten am Donnerstagmorgen, gegen 10.00 Uhr, ein 32-jähriger Syrer und eine 27-jährige Frau in der Unterkunft für Flüchtlinge in der Straße Im Kai. Dabei warfen sie Gegenstände aus dem Fenster und setzten sich schließlich im Beisein ihrer vier Kinder auf die vorbeiführende Schloßstraße, wodurch Autofahrer zum Anhalten oder Ausweichen gezwungen wurden. Bis zum Eintreffen der verständigten Streifen aus Singen regelten Beamte des Verkehrskommissariats Mühlhausen-Ehingen, die in zivil zufällig die Örtlichkeit passierten, den Verkehr. Anschließend mussten die beiden zwischenzeitlich quer auf der Fahrbahn liegenden Personen von den Einsatzkräften von der Straße verbracht und zum Polizeirevier transportiert werden. Dort fanden die Beamten in der Handtasche der Frau eine geringe Menge Haschisch. Gegen die Beteiligten wird wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und eines Betäubungsmittelvergehens ermittelt. Verkehrsteilnehmer, die von der Situation betroffen waren, werden gebeten, sich bei der Polizei Singen, Tel. 07731/888-0, zu melden.

Quelle: Truth24.net

Helfen
Ihnen hat unser Beitrag gefallen? Dann sagen sie unsere News weiter, auch über eine Unterstützung würden wir uns freuen.

Mai 14

Neutralitätsgesetz: Lehrerin in Wedding nimmt Kreuz nach Dienstanweisung ab

Halskette mit Kreuz (Symbolbild), Foto: imago stock&people

Das Berliner Neutralitätsgesetz verbietet Lehrkräften, religiöse Symbole sichtbar zu tragen. Nun fügte sich eine evangelische Lehrerin.

Wie der „Tagesspiegel“ berichtet, hat eine evangelische Lehrerin an einer Schule in Wedding einer Dienstanweisung Folge geleistet und ihr an einer Halskette befestigtes Kreuz abgenommen. Laut der Zeitung hat dies die Schulverwaltung bestätigt. Das Kreuz sei auffällig groß und damit mehr als nur ein Schmuckstück gewesen.

Der Fall hatte vor einiger Zeit für Wirbel und erneute Diskussionen über das Neutralitätsgesetz gesorgt, das bisher vor allem auf Kopftücher für muslimische Frauen zielte. Im Februar wurde einer Frau, die die muslimische Kopfbedeckung trug, eine Entschädigung zugesprochen. Sie hatte sich als Grundschullehrerin beworben. Da sie nach Ansicht des Gerichts bei der Jobsuche benachteiligt wurde, muss das Land ihr nun 8680 Euro Entschädigung zahlen, entschied ein Gericht.

Einige Experten halten das Neutralitätsgesetz für verfassungswidrig. Sie argumentieren, dass es dem Grundrecht auf Religionsfreiheit widerspreche. Im aktuellen Fall der christlichen Lehrerin hatte Konsistorialpräsident Jörg Antoine zu mehr Gelassenheit gemahnt. Auch der Berliner Bischof Markus Dröge sagte: „Wir setzen uns für die Freiheit ein, ein Kreuz zu tragen.“ Befürworter des Neutralitätsgesetzes befürchten eine religiöse Beeinflussung von Schülerinnen und Schülern.

Quelle: Morgenpost

Mai 13

Muslimgang schlägt auf Jugendliche ein und versucht Mädchen zu vergewaltigen | Berlin

Fahndunsgbilder, Quelle: Polizei Berlin, Monatge

Nach nahezu 8 Monaten erst fahndet die Berliner Polizei nun nach einer dreisten Gruppe muslimischer Wirtschaftsmigranten, die mehrere Mädchen versucht hatte zu vergewaltigen

Fünf Strafanzeigen wegen gefährlicher Körperverletzung, sexueller Nötigung sowie einfacher Körperverletzung sind der Grund für die Fahndung nach vier Männern, die die Taten in den Abend- und Nachtstunden des 28. September 2016 in der Tiergartener Kluckstraße begangen haben sollen. Gegen 21.30 Uhr sollen die vier Abgebildeten aus einer mehrköpfigen Gruppe heraus vier Jugendliche im Alter von 15 und 16 Jahren geschlagen haben. Zuvor hätten sie versucht, einen Streit zu provozieren. Glücklicherweise erlitten die Opfer nur leichte Verletzungen. Ferner sollen sich die Gesuchten gegen 22.30 Uhr an der Kreuzung Kluckstraße/Schöneberger Ufer/Bendlerbrücke zwei damals 15-jährigen Mädchen beim Überqueren der Fahrbahn in den Weg gestellt haben. Die Mädchen zwängten sich durch eine schmale Lücke, woraufhin sie von den Abgebildeten sexuell genötigt wurden. Beide konnten sich losreißen und zu einem nahegelegenen Hostel laufen. Die Tatverdächtigen entkamen.
Auf Grund der örtlichen und zeitlichen Zusammenhänge sowie der Begehungsweisen und der Täterbeschreibungen ist davon auszugehen, dass die jetzt Gesuchten die Taten begangen haben.

 

Die Kriminalpolizei fragt:

  • Wer kann Angaben zur Identität der Abgebildeten und/oder deren Aufenthaltsort machen?
  • Wer hat die Taten beobachtet oder etwas Verdächtiges bemerkt?
  • Wer kann sonst sachdienliche Hinweise geben?

Quelle: Truth24.net

Helfen
Ihnen hat unser Beitrag gefallen? Dann sagen sie unsere News weiter, auch über eine Unterstützung würden wir uns freuen.

Mai 13

Prozess in Augsburg: 27-Jähriger schickte seine 14-jährige Freundin auf den Strich

Mit 14 Jahren musste eine Rumänin ihren Körper an Freier in ganz Europa verkaufen. Das Geld steckte ihr 27-jähriger Freund ein. (Symbolbild) Foto: Boris Roessler/dpa

Mit 14 Jahren musste eine Rumänin ihren Körper an Freier in ganz Europa verkaufen. Das Geld steckte ihr 27-jähriger Freund ein. Er wurde in Kriegshaber festgenommen.

Ich habe sie doch geliebt“, beteuert der Angeklagte, ein Rumäne, 27 Jahre alt. Er legt wie zum Beweis dafür eine ganze Reihe von Farbfotos auf den Richtertisch. Erinnerungen an schöne Zeiten mit seiner Freundin Bianca. Doch Bianca lernte auch die weniger schöne Seite des Mannes kennen.

Aus Liebe ging sie für ihn auf den Strich: Mit gerade einmal 14 Jahren musste sie Freier in einem Massagestudio im italienischen Turin befriedigen, wenig später wartete sie auf einem Straßenstrich in Rom auf Kunden. Bianca war 15, als sie – auf einer verfälschten Identitätskarte um Jahre älter gemacht – durch Nacht-, Sauna- und FKK-Clubs in ganz Deutschland tingeln musste. Das Geld, das sie durch die Prostitution verdiente, sackte der Angeklagte ein.

Bianca, die fortan unter den Pseudonymen „Betty“ oder „Beatrice“ zeitweise auch in der Schweiz arbeitete, durfte lediglich ein paar Euros oder Franken für Essen und Zigaretten für sich behalten. Im März 2016 wurde der Rumäne von der Polizei in einer Wohnung in Kriegshaber festgenommen. Seitdem saß er in Untersuchungshaft. Bianca, jetzt 17 Jahre alt, lebt wieder in ihrer rumänischen Heimat. Im Prozess vor dem Amtsgericht macht Staatsanwältin Birgit Milzarek dem Rumänen erhebliche Vorwürfe: schwerer gewerbsmäßiger Menschenhandel, ausbeuterische Zuhälterei und Anstiftung zur Urkundenfälschung. Der Angeklagte habe seine mittellose und ihm ausgelieferte Freundin, die anfangs sexuell unerfahren war, in diverse Sex-Praktiken eingeführt, sie überwacht und die Preise festgelegt, die Freier zahlen mussten. Der Prozess hätte schon im Dezember über die Bühne gehen sollen. Doch entgegen einer Absprache hatte der Rumäne dann doch alle Vorwürfe bestritten. Der Prozess platzte.

Geständnis des Angeklagten: Zwei Jahre und neun Monate Haft

Jetzt folgte im zweiten Anlauf die Kehrtwende – nach etlichen Gesprächen mit seinem Pflichtverteidiger Nicol Lödler. Und nachdem Richter Bernhard Kugler eindringlich darauf hinwies, dass der Fall ohne Geständnis auch beim Landgericht landen könne – mit der Folge einer möglicherweise höheren Haftstrafe. Die Anklage sei richtig, räumte der 27-Jährige ein. „Ich habe viel nachgedacht. Das Leben war nicht so, wie ich mir es vorgestellt habe. Es war alles meine Schuld. Ich muss dafür bezahlen.“ Er werde, so versprach er, in Zukunft einen „guten Weg gehen“, eventuell als Fußballtrainer für Kinder arbeiten. Vor seiner Verhaftung hatte der Angeklagte als Amateurspieler im Raum Augsburg gekickt.

Nach einem vereinbarten „Deal“ wurde der Rumäne zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Sanktioniert wurden nur Taten, die in Deutschland geschahen. Weil der Angeklagte Ausländer ist, hätten die italienischen und Schweizer Behörden selbst ermitteln und ein Auslieferungsersuchen stellen müssen, was aber nicht geschah.

Quelle: Augsburger-Allgemeine

Mai 13

Mädchen im Freibad sexuell missbraucht

Urteil gegen einen jungen Flüchtling. Der Fall nahm eine überraschende Wendung

Überraschende Wende in einem Fall, der vor fast einem Jahr Aufsehen erregte: Das Jugendschöffengericht Memmingen hat einen damals 17-jährigen Flüchtling aus dem Unterallgäu wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes in Bad Wörishofen verurteilt. Nachdem der Fall nach der bislang letzten Auskunft der Staatsanwaltschaft eigentlich vor der Einstellung stand, hat die Behörde den jungen Mann stattdessen nun angeklagt. Oberstaatsanwalt Christoph Ebert sagte dazu auf Nachfrage, der Jugendliche habe sich bis zuletzt „zur Sache nicht eingelassen“. Deshalb sei „auch zur tatsächlichen Klärung eine Hauptverhandlung notwendig“ geworden und die Staatsanwaltschaft habe sich zur Anklage entschieden.

Verhandelt wurde unter dem Vorsitz von Richter Markus Veit hinter verschlossenen Türen, wie es im Jugendstrafrecht üblich ist.

Gerichtssprecher Florian Förschner sagte unserer Zeitung am Donnerstag, das Gericht sei zu der Überzeugung gelangt, dass der junge Mann am 24. Juni 2016 im Freibad Bad Wörishofen ein neunjähriges Mädchen im Genitalbereich berührt habe. Der Vorfall hat sich damals im Nichtschwimmerbecken des städtischen Freibades im Sonnenbüchl ereignet, teilte die Polizei im Sommer 2016 mit.

Grundlegend für das Urteil sei die Aussage des Mädchens gewesen, so Förschner. Das Gericht sprach eine Verwarnung aus, zudem muss der nun Verurteilte 100 Stunden allgemeinnützige Arbeit leisten.

Die Verwarnung gehört im Jugendstrafrecht zu den mittleren Sanktionen, erläutert Förschner. Im Erwachsenenstrafrecht ist der Ermessensspielraum nicht so groß. Hier gebe es in diesem Fall Geld- oder Haftstrafen.

Nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe hatten im Sommer 2016 die Staatsanwaltschaft Memmingen und das zuständige Fachkommissariat der Memminger Kriminalpolizei die Ermittlungen geführt. Der damaligen Darstellung zufolge hatte der junge Mann das Mädchen im Freibad kennengelernt. Aus informiertem Kreis war damals zu hören, dass der Jugendliche mit dem Mädchen Schwimm- oder Tauchübungen gemacht habe.

Dabei soll es zum Übergriff gekommen sein. Die Eltern des Mädchens hatten die Polizei eingeschaltet.

Mai 13

NRW-Problemviertel Bruckhausen: „Die Politik in Duisburg erinnert mich an die Mafia“

Endgültig geschlossen oder zugenagelt: Fast alle alten Kneipen in Bruckhausen sind dicht, zahlreiche Wohnungen stehen leer. Ulf Lüdeke / FOCUS Online

Umweltverschmutzung, steigende Arbeitslosigkeit, hoher Ausländeranteil: Duisburg-Bruckhausen galt lange Zeit als klassisches Problemviertel im Ruhrpott. Vor fünf Jahren lief bereits ein Projekt, das mit diesem Image aufräumen sollte. Was ist daraus geworden?

„Schimanski, der hier einige seiner ‚Tatorte‘ gedreht hat, würde einige Orte hier nicht wiedererkennen“, sagt Brigitte K., die auf einer Parkbank direkt vor dem Stahlwerk Thyssenkrupp sitzt. „Zum einen, weil Bruckhausen inzwischen grüner geworden ist und der Dreck aus den Stahlwerken weniger. Zum anderen, weil es hier heute eine Kriminalität gibt, die wir hier noch nie hatten.“

Im Gegensatz zu vielen anderen früheren Bergbaustädten war es Duisburg zwar schon früh gelungen, dem Zentrum neues Leben einzuhauchen. Trotz eines drastischen Rückgangs der Bevölkerung von einstmals 620.000 auf rund 490.000 hatte die Stadt die City geschickt saniert. Auch dem Hafen, der als größter Binnenhafen der Welt gilt, wurde neues Leben eingehaucht.

Der Grüngürtel in Duisburg-Bruckhausen soll das Stahlwerk von Thyssen Krupp räumlich vom Wohngebiet trennen und das Leben dort attraktiver machen.

Ulf Lüdeke / FOCUS Online Der „Grüngürtel“ in Duisburg-Bruckhausen soll das Stahlwerk von Thyssen Krupp räumlich vom Wohngebiet trennen und das Leben dort attraktiver machen.

Doch in wenigen anderen Zechensiedlungen waren die Auswirkungen des Niedergangs im deutschen Kohlebergbau deutlicher zu sehen als in Duisburg-Bruckhausen. Der Ortsteil im Nordwesten glich 2012 einer Geisterstadt, als FOCUS Online Bruckhausen kurz vor der letzten Landtagswahl besuchte. Stadtrat und eine Entwicklungsgesellschaft hatten damals einen Plan auf den Weg gebracht, der das ändern sollte.

Dort, wo damals noch 120 zu einem beträchtlichen Teil leerstehende Häuser standen, sollte ein „Grüngürtel“ entstehen. Ein „Puffer“ zwischen Fabrik und Wohnviertel. Ein Park, der den Wegzug der Menschen aus Bruckhausen bremsen und den Stadtteil wieder schöner machen sollte. Doch was hat der mehrere hundert Meter lange „Grüngürtel“, der mehr als 70 Millionen Euro kostete und vor einem Jahr eingeweiht wurde, in Bruckhausen geändert?

„Was nützt einem das Grünzeug, wenn man es nicht genießen kann?“

„Na klar is dat heut schöner als früher“, sagt Brigitte K. Die Parkbank, auf der sie mit ihrer Schwester sitzt, steht mit dem Rücken zum Erdwall des Grüngürtels. „Doch was nützt das ganze Grünzeug, wenn man es nicht mal richtig genießen kann“, schimpft die 57-Jährige. Denn für die rund 1000 Bruckhausener, die wegen des Grüngürtels umgesiedelt werden mussten, seien viele Ausländer gekommen, die inzwischen „zu einem großen Problem geworden sind“, sagt die alleinerziehende Mutter von zwei Kindern. „Und dieses Problem hat die Politik aus den Augen verloren“, sagt die Hartz-IV-Empfängerin. Sie arbeitet nebenbei als Putzfrau, „um über die Runden zu kommen“.

Brigitte K. schiebt sofort hinterher, dass sie „absolut keine Rassistin“ sei, ganz im Gegenteil. „Ich bin hier mit zahllosen Türken und Polen aufgewachsen, die gehören für mich zur Familie, wir setzen uns an einen Tisch.“ Selbst die Flüchtlinge verhielten sich korrekt, wollten arbeiten, passten sich an Sitten und Gebräuche an.

Doch für Rumänen und Bulgaren hingegen, die seit zwei Jahren verstärkt in die Stadt kämen, findet sie einfach keine guten Worte. „Seit die hier sind, ist die Zahl der Einbrüche sprunghaft gestiegen – auch bei mir im Haus. Sie schlagen Kinder ohne Grund, klauen ihnen die Handys, schmeißen überall Abfall und Müll einfach auf die Straße.“ Ihre Schwester, die einen Husky an der Leine hält, nickt mit runzeliger Stirn.

Die Anwohner von Bruckhausen sind mit dem neuen Park zufrieden. Doch es gibt neue Probleme.

Ulf Lüdeke / FOCUS Online Die Anwohner von Bruckhausen sind mit dem neuen Park zufrieden. Doch es gibt neue Probleme.

Zwar zeige die Polizei inzwischen deutlich mehr Präsenz – „doch zu wenig“, um die Probleme in den Griff zu bekommen, sagt die 57-Jährige. Ob sie zur Wahl ginge am Sonntag? „Natürlich. Ich habe immer gewählt. Aber weder CDU noch SPD bekommen meine Stimme, sondern irgendeine kleine Partei“, schimpft die Putzfrau. „Als Merkel zuletzt in Marxloh war, wurden die Straßen dort eine Woche für sie geputzt. Die muss hier mal unangekündigt herkommen, um zu sehen, was wirklich hier los ist.“

„Lache mich tot über Investitionen in Bruckhausen“

Dass eine ehemalige Zechensiedlung an einem der größten Stahlwerke des Ruhrpotts nicht von heute auf morgen wieder so glänzen kann, wie es Duisburgs Zentrum inzwischen tut oder der Hafen, der als größter Binnenhafen der Welt gilt, weiß auch Benali Meclisi*. Der Türke lebt seit 1969 in Bruckhausen, hat bis 1993 bei Thyssen gearbeitet und ist dann „ins kalte Wasser gesprungen, weil ich mich selbstständig gemacht habe“.

Meclisi kennt die Geschichte des Grüngürtels bestens, er war unter anderem Mitglied einer Arbeitsgruppe, die mit Experten ein eigenes Gutachten zu dem Projekt erarbeiten ließ. „Natürlich ist es gut, dass wir den Park nun haben. Aber es ist ein halbherziges Projekt. Wenn ich mir vorstelle, wie viele Zigmillionen Euro mehr im Zentrum investiert worden sind, dann lache ich mich tot“, sagt Meclisi mit sarkastischem Unterton.

„Wenn Stadt und Entwicklungsgesellschaft damals wirklich ein seriöses Projekt gewollt hätten, das den Wegzug der Menschen bremst, dann hätten sie auf uns gehört“, moniert Meclisi.

Der eloquente Geschäftsmann, der sich lange Zeit auch intensiv für die Verständigung zwischen Türken und Deutschen engagierte, hatte sogar gegen den Bebauungsplan der Stadt für den Grüngürtel geklagt. Inzwischen mischt sich Meclisi nicht mehr in die Lokalpolitik ein. „Ich habe genug davon“.

Meclisi kritisiert, dass der Rat der Stadt die Schuldigen für die Fehlentwicklungen in Bruckhausen an der falschen Stelle suche. Fehler wie mangelnde Integration und Ghettoisierung zum Beispiel. „Erst waren es die Türken, nun sind es Rumänen und Bulgaren. Dabei ist es die Stadt selbst, die nun mit den Neuankömmlingen dieselben Fehler wiederholt, die sie vor längerem schon mit uns machte. Indem sie nicht auf das Stadtviertel verteilt werden, sondern alle zusammen ganze Häuser bewohnen, was die Ghettoisierung fördert und Integration erschwert“, sagt Meclisi. Und fügt hinzu: „Es ist ohnehin nicht leicht, sich hier zu integrieren. Denn viele der wenigen Deutschen, die hier noch leben, sind Sozialfälle.“

„Politiker, die sich wie Gutsherren verhalten“

Die Einwohnerzahl von Duisburg ist mittlerweile zwar wieder auf über 500.000 angestiegen. Doch der positive Effekt für Bruckhausen bleibe aus, klagen seine Bewohner. Die „wahren Schuldigen für die anhaltende Misere“ hingegen – „Politiker und Planer“ – wohnten nicht in Bruckhausen, sondern eher „in schönen Villen am anderen Rheinufer“, sagt Meclisi. Sie verhielten sich der armen Bevölkerung gegenüber wie „Gutsherren“, sagt der Geschäftsmann. Im Rathaus herrsche eine „unerträgliche Vetternwirtschaft“, so Meclisi. Projekte würden vor allem dafür erdacht, um die Interessen von Freunden zu bedienen, statt die Nöte der Bewohner zu lindern. „Politik und Vetternwirtschaft, die ich im Rathaus und den Entwicklungsgesellschaften kennengelernt habe, erinnern mich vor allem an eins: an die Mafia.“

Auch die eigene Familie bleibt nicht verschont

Dass er seinen richtigen Namen nicht mehr preisgeben will, habe er seinen Kindern versprochen. Zu oft, so Meclisi, habe er sich in der Vergangenheit für seine schonungslose Offenheit schon „zu viel Ärger“ mit ihnen eingehandelt.

Wie wirkungslos die Duisburger Stadtentwicklung für Bruckhausen bleibe, zeige sich leider auch in seiner eigenen Familie. „Zwei meiner Kinder sind, obgleich sie hier geboren wurden, in die Türkei gezogen.“

*Name von der Redaktion geändert

Quelle: Focus

Mai 13

Raubüberfälle ängstigen Friedhofsbesucher in ganz NRW

Heidi Brücken (l.) besucht das Grab ihres Mannes meist nur noch in Begleitung ihrer Freundin Dagmar Ceroti – und das auch nur tagsüber. Die Düsseldorferin hat Angst, allein auf den Friedhof zu gehen. FOTO: Schwerdtfeger

Düsseldorf. Auf Friedhöfen in NRW kommt es in den letzten Wochen vermehrt zu Raubüberfällen. Laut Polizei schlagen die Täter zu, wenn ihre Opfer beten oder das Grab pflegen. In Bottrop wurde eine 86-Jährige von einem Angreifer schwer verletzt.

Heidi Brücken geht eigentlich nur noch in Begleitung einer Freundin auf den Friedhof, um das Grab ihres Mannes zu besuchen. „Alleine hätte ich ein ungutes Gefühl“, sagt die Düsseldorferin. „Ich hätte dann Angst, überfallen zu werden.“ Zu zweit fühle sie sich einfach sicherer. In den Abendstunden oder zu Tageszeiten, an denen es bereits früher dunkel wird, meidet sie den Friedhof sogar ganz. „Dann ist es mir dort zu gefährlich.“

Besonders ältere Menschen wie Heidi Brücken fürchten, auf dem Friedhof Opfer eines Raubüberfalls zu werden. In den Polizeimeldungen aus Nordrhein-Westfalen häufen sich allein in den vergangenen Wochen die Fälle, bei denen Senioren während, vor oder nach der Grabpflege überfallen oder bei denen währenddessen das Auto auf dem Parkplatz aufgebrochen worden ist – unter anderem in Bottrop, Hagen, Warendorf, Dormagen, Dortmund, im Kreis Recklinghausen, in Coesfeld und Herne.

Angstort Friedhof

„Der Friedhof ist für die Täter ein prädestinierter Ort für einen Überfall“, bestätigt ein Polizeisprecher aus Bottrop. „Dort gibt es eigentlich fast nie Zeugen. Die Täter können ihre Opfer, die zudem meistens alleine unterwegs sind, also in Ruhe ausgucken und dann ausrauben“, sagt er.

Erst am vergangenen Montag ist auf dem Bottroper Parkfriedhof eine 86-Jährige überfallen worden – und das zur Mittagszeit. Die Frau wurde dabei schwer verletzt und musste in ein Krankenhaus eingeliefert werden. „Der Täter hatte die ältere Dame von hinten umgerissen und ihr die Handtasche gestohlen“, so der Polizeisprecher.

In diesem Fall konnte der Handtaschenräuber, ein 25 Jahre alter Mann aus Bottrop, wenig später in der Nähe des Tatorts gefasst werden – was bei diesen Delikten nicht häufig vorkommt. Nach Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) sind im vergangenen Jahr nur 23 Prozent aller Handtaschenraube (nicht nur die auf Friedhöfen) aufgeklärt worden.

„Die meisten Täter, die ermittelt werden konnten, sind 21 Jahre alt oder jünger. Etwa jeder Zweite aus dieser Tätergruppe hat eine nichtdeutsche Staatsbürgerschaft“, so LKA-Sprecher Frank Scheulen, der betont, dass der Friedhof als Tatort nicht einzeln in der Kriminalitätsstatistik aufgeführt werde und man deshalb auch nicht sagen könne, ob die Raubüberfalle dort zugenommen haben. „Generell gibt es beim Taschenraub aber einen stark rückläufigen Trend.“

Die Tricks der Taschendiebe – davor warnt die Polizei FOTO: Polizei Köln

Polizei: Keine Wertgegenstände mitnehmen, nicht alleine auf den Friedhof

Nach Angaben der Polizei ist die Masche der Täter, die auf Friedhöfen zuschlagen, fast immer gleich: Sie nutzen den Moment aus, wenn ihre Opfer das Grab pflegen oder beten, weil sie dann abgelenkt sind. Manchmal reißen sie im Vorbeirennen die Tasche vom Arm oder bedrohen sie mit einem Messer. Die Polizei rät daher: keine Handtaschen oder Wertgegenstände mit auf den Friedhof nehmen. Zudem sollte die Umgebung im Auge behalten und darauf geachtet werden, dass möglichst immer jemand in der Nähe ist.

Auf dem Düsseldorfer Nordfriedhof sei das zumindest tagsüber fast immer der Fall, sagt Andreas Fell, der dort die Friedhofsgärtnerei betreibt. „Von uns ist immer jemand in Rufweite. Durch die Hecken und Sträucher kann man aber nicht immer alles sofort sehen“, betont Fell, der auch von Taschendiebstähle weiß. „Aber das kommt sehr selten vor.“ Derzeit habe er mehr Probleme mit Pflanzendieben. „Es wird alles Mögliche an Blumen von den Gräbern gestohlen“, sagt er.

Auch Heidi Brücken legt immer frische Blumen aufs Grab ihres Mannes. Dass selbst die gestohlen werden, macht sie fassungslos. „Es ist schon sehr traurig, dass man sich als ältere Frau alleine auf dem Friedhof nicht mehr richtig sicher fühlt.“

Mai 13

Berlin: 16 Schüsse auf Café – Spuren führen in Rocker-Szene

Mittwochabend, 20.15 Uhr, Berlin-Wedding: Eine Gruppe von Männern hält mit ihren Autos vor einer Bar in der Groninger Straße. Im Lokal sitzen die Gäste und genießen ihren Feierabend – dann eröffnen die Männer das Feuer. Sechzehn Mal schießen sie.

Die Kugeln treffen die Eingangstür, durchschlagen die Scheiben, wie Bilder vom Tatort zeigen. Wie durch ein Wunder wird niemand verletzt.

Nach dem Angriff auf die Bar flüchteten die Männer laut Angaben der Polizei mit mehreren Fahrzeugen. Die fünf mutmaßlichen Täter kommen nicht weit, werden kurz darauf festgenommen. Mittlerweile sind zwei der Männer – ein Tschetschene und ein gerade mal 17-jähriger Mazedonier – wieder auf freiem Fuß, wie ein Polizeisprecher zu FOCUS Online sagte. Gegen die drei anderen Männer, Tschetschenen, sei Haftbefehl erlassen worden.

Rocker-Gang „Guerilla Nation“ ist offenbar zurück

Die genauen Hintergründe sind derzeit noch unklar – doch eine Spur führt in die Rocker-Szene. Die Tatverdächtigen sollen zu einer Rocker-Gang gehören, wie die „BZ“ berichtet. Sie sollen Mitglieder der „Guerilla Nation Vaynakh“ sein, einem Rocker-Klub, der den Hells Angels nahesteht und in den Drogenhandel und das Geschäft mit der Schutzgelderpressung involviert sein soll.

dpa

Bestätigt sich dieser Verdacht, dann ist klar: Eine bekannte Rocker-Gang ist zurück im Geschäft und schreckt offenbar vor Gewalt nicht zurück. Die „Guerilla Nation“ hatte sich Ende 2016 nach internen Querelen und Ärger mit anderen Rockern aufgelöst. Viele Mitglieder des international agierenden Klubs stammten aus arabischen Clans.

Im Sommer 2016 schwor der Rocker-Klub Rache für ermordetes Mitglied

Die „Guerilla Nation Vaynakh“ ist ein Nachfolger der „Guerilla Nation“. Noch im August hatte der Klub Rache geschworen, nachdem einer seiner Rocker in Berlin-Lichtenberg erschossen worden war. Waren die 16 Schüsse auf das Lokal nun eine geplante Blutrache?

Das Logo der Gruppe Guerilla Nation in Berlin

Facebook.com/Guerilla-Nation-Berlin-310357752628954/ Das Logo der Gruppe Guerilla Nation in Berlin

Dass die Bar-Angreifer aus der Rocker-Szene stammen, konnte die Polizei bislang nicht bestätigen. Die Mordkommission ermittelt zusammen mit einem Fachkommissariat für organisierte Kriminalität, um festzustellen, ob es tatsächlich Zusammenhänge mit der Rocker-Szene gibt, wie ein Sprecher FOCUS Online bestätigte.

In dem betroffenen Café soll es schon mehrfach Schlägereien gegeben haben

Wie die „Berliner Zeitung“ berichtete, soll das Lokal in der Vergangenheit mehrere Male den Eigentümer gewechselt haben. Seit einem knappen Jahr gehört es nun einem Albaner. Der Inhaber des Cafés kann sich den Angriff bislang nicht erklären. Der „BZ“ sagte er, er hätte mit niemandem Streit. Doch das Lokal soll keinen guten Ruf haben. Bereits mehrfach soll es dort Schlägereien gegeben haben, wie eine Anwohnerin der Zeitung sagte.

 

dpa

Die Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen kriminellen Rockerbanden beschäftigen seit vielen Jahren die Polizei in ganz Deutschland. Im Mittelpunkt stehen oft die berüchtigten Hells Angels. Bei den Rockerkriegen geht es um die Macht in bestimmten Revieren, aber auch um vermeintliche Ehrverletzung. Neuere Rockerclubs wie die besagte „Guerilla Nation Vaynakh“ oder rockerähnlichen Gruppierungen wie die Osmanen Germania machen den eingesessenen Clubs ihre Vorherrschaft streitig.

Quelle: Focus

Mai 13

Ein kaum vorstellbares Verbrechen: Tschetschene gesteht Tötung seiner Frau

Aus Eifersucht nahm Rashid D. seinen fünf Kindern die Mutter. Dafür muss er sich vor dem Landgericht Cottbus verantworten. Foto: Wendler

Cottbus Den Montagabend im November vorigen Jahres, als er bei seiner Cousine in Senftenberg zu Besuch war, wird der 25-jährige Gebäudetechniker bestimmt nie vergessen. Als er aus dem Haus trat, um sich auf den Heimweg zu machen, lag neben dem Fahrradständer vor der Tür bäuchlings eine Frau, die nur noch röchelte.

Er sei dann zurück ins Haus, um ein Handy für einen Notruf zu holen, schildert er als Zeuge vor der Schwurgerichtskammer des Cottbuser Landgerichtes das Geschehen.

Als er wenige Augenblicke später wieder vor der Haustür stand, sei der Angeklagte gekommen. Auf die Frage, was los sei, habe der Mann nicht reagiert. „Er ist dann um die Frau herumgegangen, hat ihren Kopf an den Haaren hochgehoben und ihr den Hals durchgeschnitten“, sagt der Zeuge. Er selbst sei dann in die Wohnung seiner Cousine zurückgerannt, habe sich dort eingeschlossen und die Polizei gerufen.

Die nimmt kurz danach den 32-jährigen Rashid D. fest. Er war der Mann, der seiner damals 27-jährigen Ehefrau die Kehle durchgeschnitten hat. Das Flüchtlingspaar aus der autonomen russischen Republik Tschetschenien hat fünf gemeinsame Kinder. Die leben inzwischen bei Verwandten in ihrer alten Heimat.

Rashid D. ist ein mittelgroßer, eher schmächtiger Mann mit einem langen Kinnbart. Er spricht nur Tschetschenisch, doch selbst macht er am ersten Prozesstag keine Angaben. Sein Anwalt Klaus Kleemann verliest für ihn eine Erklärung. Darin räumt der Angeklagte ein, seine Frau umgebracht zu haben, schildert die Bluttat jedoch als Affektgeschehen ohne Tötungsabsicht. Sein Motiv: Eifersucht. Im Handy seiner Frau habe er den Beweis gefunden, dass sie oft nachts mit einem Landsmann telefoniert habe.

Im Mai 2016 war die Familie über Polen nach Deutschland gekommen und hatte einen Asylantrag gestellt. Im August bezog sie die Wohnung in Senftenberg, sollte im Herbst aber nach Polen zurückgeschickt werden. Seine Frau habe sich dem anderen Mann zugewandt und die Absicht gehabt, ihn und die Kinder zu verlassen, erklärt Rechtsanwalt Kleemann im Auftrag des Angeklagten.

Deshalb habe es auch an dem Montagabend im November Streit gegeben. Im Bad der Wohnung habe sein Mandant rasend vor Eifersucht mit einem Klappmesser auf seine Frau eingestochen, um sie zu „bestrafen und einzuschüchtern“, so der Verteidiger. Aus dem Fenster sei die Frau selbst gesprungen. Den Kehlschnitt habe der Angeklagte ausgeführt, könne sich jedoch nicht erklären, warum.

Laut Anklage hatte Rashid D. auf seine Frau 19-mal mit der fast neun Zentimeter langen Klinge des Messers eingestochen. Dabei wurde nicht nur ihre Lunge, sondern auch der rechte Herzbeutel getroffen. Schon an diesen Verletzungen wäre die Frau gestorben, so Staatsanwalt Martin Mache. Ihr Mann habe sie dann jedoch noch aus dem Fenster in der ersten Etage gestoßen und der bereits tödlich Verletzten vor dem Haus die Kehle durchgeschnitten.

Der Schilderung des Angeklagten widerspricht jedoch die Aussage eines weiteren Zeugen. Ein Hausbewohner der obersten Etage hatte zufällig aus dem Fenster geschaut, als das Opfer auf den Fahrradständer neben dem Eingang stürzte. „Die Frau hat sich gegen den Fensterrahmen ge stemmt, aber der Mann hat so lange gedrückt, bis sie rausfiel“, beschreibt er seine Beobachtung. Die Frau habe geschrien.

Auch auf Nachfrage des Vorsitzenden Richters und des Verteidigers von Rashid D. bleibt er dabei, dass die Frau rausgedrängt wurde und nicht alleine aus dem Fenster sprang. Der Zeuge beschreibt, wie auch ein Streifenpolizist und eine Kriminalistin, den unmittelbar nach der Tat festgenommenen Ehemann als gefasst und im Verhalten unauffällig.

Die Kriminalistin berichtet auch, dass Rashid D., der nach einer entsprechenden Belehrung eigentlich keine Aussage machen wollte, von sich aus doch noch etwas gesagt habe. „Wenn eine Frau fremdgehe, dann habe der Mann das Recht, sie zu töten“, gibt sie diese Aussage wider. Das sei in Tschetschenien geltendes Recht und stehe so im Koran. Außerdem habe er sich erkundigt, was jetzt aus seinen Kindern werde, sagt die Beamtin aus. Auch über gesundheitliche Probleme mit seinem Rücken habe er berichtet.

Verteidiger Kleemann hatte zu Prozessbeginn gesagt, dass sein Mandant in Tschetschenien einen schweren Anschlag erlebt habe und seitdem unter starken Rücken- und Kopfschmerzen leide. Deshalb nehme er Schmerztabletten, konsumiere auch illegale Drogen. Am Tattag habe er Crystal zu sich genommen.

Mitte April war Rashid D. aus der Untersuchungshaft in Cottbus nach Brandenburg an der Havel verlegt worden. Dort werde er psychologisch behandelt. Auf Nachfrage des Gerichtes bestätigt der Angeklagte, dass er versucht habe, sich das Leben zu nehmen. Laut Staatsanwaltschaft gibt es fast ein Dutzend dienstliche Meldungen der JVA Cottbus-Dissenchen in Zusammenhang mit seinem Aufenthalt dort.

Der Prozess am Landgericht Cottbus wird am Mittwoch kommender Woche mit weiteren Zeugenaussagen fortgesetzt.

Quelle: lr

Ältere Beiträge «

» Neuere Beiträge

Close