Sie nehmen keinerlei Rücksicht. Araber prügeln sich ungestört in den Schadow Arkaden in Düsseldorf
Mrz 27
Mrz 27

Gruppenfoto mit Jugendlichen Flüchtlingen beim „Parcours Liebeswelten“ im AWO Lore-Agnes Haus in Essen. Foto: Madeline Jäger
Essen. Eine junge Frau mit Kopftuch und ein Senior mit Hornbrille. Ein Liebespaar? „Das passt gar nicht“, finden viele aus der kleinen Gruppe. Viele Jungs nicken, manche sehen es aber auch anders oder schweigen nur und grinsen ein bisschen verschämt über die Vorstellung.
Wer passt optisch zu wem? Das ist die erste Aufgabe für die 15 jugendlichen Flüchtlinge im Lore-Agnes-Haus. Sie wollen lernen, wie man in Deutschland Mädchen anspricht. Dafür gibt es den Awo-Kurs: „Parcours-Liebeswelten“. Es ist ein Angebot für Essener Flüchtlingsklassen. Heute ist die Klasse von Lehrerin Sarah Weldemann (Name geändert) dran.
Ihre erste Station: Das Pärchen-Memory: Hier lernen die Jugendlichen, dass in Deutschland bei unterschiedlichen Liebespaaren alle Konstellationen erlaubt sind. Alt und Jung, Mann und Mann. Oder Flüchtling und deutsches Mädchen.
Ihre Lehrerin Sarah Weldemann sagt: „Viele von meinen Schülern sagen: ‚Wir wollen eine Freundin, doch die Mädchen rennen uns oft vor der Nase weg.‘ Sie wollen wissen: ‚Wie geht man hier in Deutschland richtig auf das andere Geschlecht zu?'“
Die meisten Kursbesucher sind unbegleitete Flüchtlinge aus Afghanistan, Somalia, Albanien und dem Kosovo. Jugendliche zwischen 16 und 20 Jahren. Mit normalen Teenager-Problemen: Was passiert in der Pubertät, wie geht Verhütung, wie lerne ich eigentlich eine Freundin kennen?
Weldemann: „In der Schule haben wir ein Fach, das heißt Alltagshilfe. Da rede ich eigentlich mit den Schülern darüber wie man in Deutschland einen Busfahrplan richtig liest.“ Doch immer häufiger löchern die Schüler ihre Lehrerin mit Fragen zum anderen Geschlecht. „So kam die Idee auf, gemeinsam einen Kurs zu belegen der im Alltag dabei helfen kann.“
Sex vor der Ehe – ein Tabuthema auch in Deutschland?
Am nächsten Stand geht es um Haltungen. Sex vor der Ehe, steht auf der Tafel. Nun sollen die Jugendlichen sagen, wie damit in Deutschland und in ihrer Familie umgegangen wird. Zuletzt: Was ist ihre persönliche Meinung?
Die jungen Flüchtlinge wirken schüchtern, aber aufgeweckt. Zurückhaltend, auch wegen der für sie unangenehmen Themen. Sexualität, Heirat, Gleichberechtigung. Darüber wird in ihren Kulturen oft nicht ganz so offen gesprochen. Trotz der Sprachbarriere gehen sie offen aufeinander zu.
Kursleiter ist Munir aus Afghanistan (23): „Meine einzige Heimat ist Deutschland“
Immer mit dabei ist Munir. Er unterstützt den Liebesparcours als Dolmetscher. Er weiß, wie den jungen Flüchtlingen zumute ist. Munir kennt es, alleine zu sein.
Vor Jahren wurden seine Eltern in Afghanistan von den Taliban entführt. Er flüchtete nach Deutschland. Ein fremdes Land, in dem er niemanden kennt und niemanden versteht.
Das ist jetzt sieben Jahre her: Heute wartet er auf einen Informatik-Studienplatz. In Essen fühlt er sich wohl. Er sagt mittlerweile: „Meine einzige Heimat ist Deutschland.“ Dieses Gefühl zu vermitteln ist Teil seiner Arbeit.
Das Lächeln eines Mädchens – die Aufforderung zum Flirt?
An der letzten Station des Parcours geht es um das Deuten von Zeichen: Ist es eine Flirteinladung, wenn ein Mädchen mich anlächelt?
Die Jungs sind sich zunächst uneinig, aber viele sind sich auch sicher: Wenn das Mädchen lächelt, signalisiert das großes Interesse. Munir klärt sie schnell darüber auf, dass das nicht immer so ist.
Auch Weldemann weiß von ihrer Klasse, dass es hier große Probleme gibt: „Das mit der Beziehung klappt oft nicht, weil die Mädchen ängstlich sind und meine Schüler die Signale der Mädels oft falsch deuten.“
„Viele Jugendliche sind überhaupt nicht aufgeklärt, bislang hatten sie durch die Fluchterfahrung ganz andere Sorgen. Dass Sex vor der Ehe nicht überall ein Tabu ist, sondern auch etwas mit ihrer persönlichen und der Haltung von Deutschland zu tun hat, können sie hier lernen und dazu Fragen stellen“, erklärt Meral Renz. Sie ist Projektleiterin des Awo-Kurses.
Wer im Kurs dauerhaft nicht aufpasst oder zu sehr herumalbert, wird auch schon mal von Kursleiter Munir herausgeworfen.
„Doch das kommt selten vor, die meisten machen gerne mit und sind motiviert bei der Sache, um etwas über das andere Geschlecht zu lernen,“ sagt Munir und wendet sich wieder den Kursteilnehmern zu. Die letzte Station des Liebesparcours ruft.
Mrz 27

Foto: Reporter24
Kurz nach 16:15 Uhr verständigten Zeugen die Polizei und teilten mit, dass aus der Frauenkirche am Hauptmarkt ein Mann gelaufen sei, der zuvor in der Kirche mehrere Besucher mit einem Messer bedroht haben soll. Die Besucher liefen daraufhin angsterfüllt aus der Kirche, der Mann ging im Anschluss in die Nürnberger Fußgängerzone.
Immer wieder stieß er Drohungen gegen vorbeilaufende Passanten aus. Am Ende seines Weges hielt er bei der PI Nürnberg-Mitte in der Schlotfegergasse, stellte sich und schilderte den Beamten sein Verhalten. Während der Sachverhaltsaufnahme forderte der 33-Jährige die Beamten auf, ihn unter anderem zu erschießen. Immer wieder wurde er aggressiv, so dass die Anwendung unmittelbaren Zwanges unumgänglich war.
Der Beschuldigte musste auf Grund seines psychisch ungeordneten Zustandes einer Fachklinik überstellt werden. Die Polizei spricht nicht explizit von einer islamistischen oder extremistischen Tat. Der 33-Jährige soll „massiv durch den Wind gewesen sein“. Vielmehr gehe man von einer akuten psychischen Erkrankung aus, teilte ein Sprecher mit. Gleichzeitig leitete man Ermittlungsverfahren wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten sowie Störung der Religionsausübung ein.
Nach ersten Erkenntnissen wurde niemand verletzt, Hinweise auf die Durchführung einer Straftat konnten bisher nicht gewonnen werden. Passanten, die von dem Mann bedroht oder angegriffen worden sind, werden gebeten, sich mit der PI Nürnberg-Mitte unter der Telefonnummer 09 11 2112 – 6114 in Verbindung zu setzen.
Mrz 27

Das frühere Bonotel an der Bonner Straße: Dort sollen im Sommer 150 Flüchtlinge einziehen.
Foto: mba
Immerhin gibt es jetzt nach vielen schlechten Nachrichten zu dieser Immobilie eine gute. Die Arbeiten sollen Ende Mai abgeschlossen sein, danach folgt die Möblierung. „Zum 1. Juli ist der Einzug der Bewohner geplant“, sagt Josef Ludwig, Leiter des städtischen Wohnungsamts.
Bei den Flüchtlingen wird es sich um allein reisende Männer handeln, die bislang in Turnhallen untergebracht sind. Eine gesamte Halle könnte geräumt werden, falls die Zahl der in Köln lebenden Flüchtlinge bis zum Juli konstant bleibt.
Der Kauf und die Umgestaltung des Bonotels gelten aufgrund einer Verkettung immer weiterer Verteuerungen als umstritten. Die Stadt erwarb das Hotelgebäude im Juni 2014 bei einer Zwangsversteigerung für 5,8 Millionen Euro. Die Immobilie sollte damals möglichst schnell in eine Unterkunft für Flüchtlinge umgewandelt werden. Damit und mit der guten Lage des Grundstücks wollte die Stadt den hohen Kaufpreis rechtfertigen.
Nach dem Erwerb stellte sich allerdings heraus, dass der Hotelbetreiber das Bonotel nicht aufgeben wollte. Das zog ein Gerichtsverfahren nach sich, so dass von einer schnellen Umsetzung der Pläne keine Rede mehr sein konnte. Die Stadt zahlte dem Pächter schließlich 600.000 Euro, damit dieser das Haus räumte.
Der nächste Nackenschlag für das Vorhaben ließ nicht lange auf sich warten. Bei einer Untersuchung der Bausubstanz stellte sich heraus, dass der Brandschutz nicht den gültigen Vorschriften entsprach. Der Standard, der für den Hotelbetrieb noch ausreichte, war nicht mit den Anforderungen einer Flüchtlingsunterkunft vereinbar. Das ließ die Sanierungskosten von ursprünglich 645.000 Euro auf 1,2 Millionen Euro in die Höhe schießen.
Kurz vor der geplanten Eröffnung der inzwischen sanierten Unterkunft zeigte sich bei einem Wasserrohrbruch im April 2016, dass die Leitungen der Immobilie von den Vorbesitzern mangelhaft instand gesetzt worden waren. Die bestehenden Rohre waren mit Epoxidharz belastet. Das zum Abdichten verwendete Material gilt als gesundheitsgefährdend.
Die Sanierungskosten stiegen auf 2,8 Millionen Euro. Laut Wohnungsamtsleiter Josef Ludwig schreiten die Arbeiten zurzeit so gut voran, dass das Warten auf die Flüchtlingsunterkunft nach drei langen Jahren in diesem Sommer auf jeden Fall ein Ende finden soll.
Mrz 27

Rudolfsheim-Fünfhaus
Eine Bank in der Märzstraße in Wien-Rudolfsheim-Fünfhaus ist Montagvormittag überfallen worden. Drei Verdächtige, ein 21-jähiger Mann aus dem Kongo mit österreichischem Pass und zwei 17-jährige syrische Flüchtlinge – wurden nach kurzer Flucht festgenommen. Sie flüchteten Richtung Benedikt-Schellinger-Gasse und stiegen dort, offenbar weil sie sich mit ihrer Beute wohl schon in Sicherheit gewähnt hatteb, in ein weißes Taxi. Dabei wurden sie aber von zivilen Polizisten beobachtet und verfolgt.
„Zivile Fahnder der Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität sind durch den Polizeifunk auf den Bankraub aufmerksam geworden. Sie haben beobachtet, wie drei verdächtige Männer in ein Taxi stiegen, haben das Fahrzeug verfolgt und am Gaudenzdorfer Gürtel die mutmaßlichen Täter gestellt“, sagte Polizeisprecher Thomas Keiblinger der APA. Eine Tasche mit Bargeld und eine Schusswaffe seien sichergestellt worden.
Mrz 27

Ein Mann hat am Freitag in Hamburg völlig unvermittelt mit einem Hammer auf einen Radfahrer eingeschlagen.
Wie die Polizei mitteilte, fuhr der 59-jährige Radler gerade den Radweg des Curslacker Neuer Deich entlang, als der Mann ihn ansprach. Plötzlich zückte der Angreifer den Hammer und schlug seinem Opfer damit gegen den Kopf.
Dem Verletzten gelang es gerade noch, auf seinem Rad zu fliehen und die Polizei zu rufen, bevor er ins Krankenhaus kam. Tatsächlich gelang es den Beamten, einer Blutspur zu folgen, die sie direkt zum mutmaßlichen Täter führte.
Sie fanden den 31-jährigen Afghanen in blutverschmierten Klamotten in seiner Wohnung, in der auch noch eine Scheibe eingeschlagen war.
Die Täterbeschreibung passte und auch den Hammer fanden die Polizisten unter einem Küchenschrank. Möglicherweise leidet des Mann an einer psychischen Krankheit.
Der Mann wird nun einem Haftrichter vorgeführt. Der verletzte Radler konnte das Krankenhaus inzwischen glücklicherweise wieder verlassen.
Mrz 27

Recherchen des WDR-Magazins „Westpol“ legen nahe, dass es Probleme bei der Registrierung gibt.
Das zumindest legen Recherchen des WDR-Magazins „Westpol“ nahe.
Bei rund 30 Prozent der Fingerabdrücke, die im Auftrag des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) genommen werden, seien die Bilder zu dunkel, verwischt oder lückenhaft.
Dies geht aus einem internen Schreiben der Sicherheitsbehörden hervor, welches dem WDR-Magazin WESTPOL vorliegt: „Eine fehlerfreie Bereitstellung der Fingerabdruck-Daten in allen relevanten Systemen ist nicht möglich“, heißt es dort wörtlich.
Oliver Huth vom Bund Deutscher Kriminalbeamter sieht darin auch eine Gefahr im Kampf gegen den islamistischen Terrorismus: „Wir können festgestellte Terroristen und das biometrisch gesammelte Material nicht mit dem Altbestand abgleichen.“ Zudem wisse man nicht, wann sich jemand wo aufgehalten habe: „Und gerade das ist maßgeblich, wenn man Organisationsdelikte verfolgen will, wie die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung.“
Das für die Fingerabdruck-Systeme zuständige Bundesinnenministerium wollte die hohe Fehlerquote auf WESTPOL-Anfrage nicht bestätigen. Belastbare Zahlen dazu lägen nicht vor.
Das Ministerium räumt allerdings ein: „Im Rahmen der Erhebung von Fingerabdruckdateien ist es nicht völlig auszuschließen, dass eine geringe Qualität der Fingerabdrücke festgestellt wird.“
Mrz 27

Constantin Schreiber (rechts) bei seinen Recherchen in deutschen Moscheen, Foto: ARD
Bekannt wurde Constantin Schreiber mit seiner Sendung „Marhaba“ bei n-tv, mit der er arabischen Flüchtlingen die deutsche Kultur nähergebracht hat. Mittlerweile arbeitet der 37-Jährige als Moderator für ARD-aktuell. Im letzten Jahr hat er sich in fast 20 Moscheen in Deutschland die Freitagspredigten angehört und mit Imamen und Gläubigen gesprochen. Daraus sind ein Buch („Inside Islam – Was in Deutschlands Moscheen gepredigt wird“) und eine crossmediale TV-Reihe entstanden. „der moscheereport“ startet am Montag um 21 Uhr 15 auf tagesschau24.
Herr Schreiber, Sie haben monatelang als Nichtmuslim in deutschen Moscheen recherchiert und damit offenbar Neuland betreten. Wie ist es dazu gekommen?
Als ich für meinen vorherigen Arbeitgeber für einen Dreh in einer Moschee war, bin ich dort auf ziemlich problematische Inhalte gestoßen. Sowohl in den Broschüren, die auslagen, als auch im Gespräch mit den Leuten, und da dachte ich, hoppla, was wird denn hier eigentlich an Meinung verbreitet! Dem wollte ich nachgehen und habe acht Monate lang verschiedene Moscheen in Deutschland besucht, die Predigten aufgezeichnet, übersetzt und mit Experten besprochen.
Wie haben die Imame und Gläubigen reagiert, als sie mit Ihrer Kamera angekommen sind?
Wir haben in den Moscheen immer mit Genehmigung gedreht. Das heißt, dass meistens eher Unverfängliches gepredigt wurde, wenn wir da waren. Zum Beispiel waren wir in der Dar-as-Salam-Moschee in Berlin-Neukölln, als der Mitbegründer der islamistischen al-Nahda-Partei aus Tunesien eine unglaublich integrative, Deutschland lobende Gastpredigt hielt. In Tunesien setzen sich die Mitglieder dieser Partei für die Wiedereinsetzung des Kalifats ein. Deshalb haben wir nochmal jemanden inkognito an einem anderen Freitag hingeschickt, und da war die Predigt das Gegenteil von integrativ und rief die Gläubigen auf, sich vom Leben in Deutschland abzugrenzen.
Ich habe die Imame auch gefragt, ob Moscheen Orte der Integration sind. Das haben alle bestätigt. Dann habe ich sie gefragt, wie lange sie in Deutschland sind, und viele waren schon viele Jahre hier, aber sie sprachen – bis auf einen – alle kein Deutsch. Das Selbstbild und das, was dort gelebt wird, sind offenbar zwei ganz unterschiedliche Dinge.
Der aktuelle Bertelsmann Religionsmonitor hat festgestellt, dass sich die Einstellungen und Sichtweisen von in Deutschland lebenden Muslimen stark an den Grundwerten der Bundesrepublik orientieren und Deutschland für sie eine zweite Heimat geworden sei.
Für die Predigten, die ich besucht habe, kann ich das nicht bestätigen. Der Aufruf zur Abgrenzung zieht sich wie ein roter Faden durch die Texte. In einer schiitischen Moschee hat der Imam gepredigt, man könne als gläubiger Muslim nicht gleichzeitig demokratisch und liberal und Anhänger des Propheten sein, und das ist ganz klar gegen unsere Werteordnung gerichtet. In einer anderen Moschee wurde sehr offen gegen Jesiden, Armenier und Juden gehetzt, und als ich mit dem Imam geredet habe, hat er ganz offen gesagt, dass für ihn Jesiden Symbol der Barbarei seien und es in keinem Land der Welt Jesiden geben dürfe.
Haben Sie auch mit arabischen Flüchtlingen geredet?
Ja, unter anderem in Potsdam. Da gab es bis zur Flüchtlingskrise nur eine kleine Moschee, und als die Flüchtlinge in der Innenstadt auf der Straße gebetet haben, hat die Stadt ihnen freitags die Halle in der Biosphäre zur Verfügung gestellt. Als ich dort war, hielt ein sehr konservativer Imam die Predigt, den die syrischen Flüchtlinge von der Kleidung her als salafistisch bezeichneten. Und der predigte, man dürfe sich nicht mit Christen befreunden, sondern nur mit streng gläubigen Muslimen und solle den Islam verbreiten. Die syrischen Flüchtlinge, mit denen ich gesprochen habe, waren total überrascht, was hier für aggressive, rückwärtsgewandte Predigten gehalten werden, das kannten sie aus Syrien nicht.
Nach dem Bertelsmann Religionsmonitor gehen kaum noch Muslime in die Moschee und wenn, dann vor allem Ältere.
Auch das kann ich nicht bestätigen. In keiner Moschee, die ich besucht habe, hat der Platz ausgereicht. Es war immer brechend voll, mindestens 1.000 Leute. In den meisten Moscheen wird freitags in mehreren Schichten gepredigt. Und die meisten Besucher sind jung. Es gibt auch sehr viele Schülergruppen.
Vermitteln die Moscheen den Eindruck, dass sie ihre Gläubigen radikalisieren?
Es hat nie Aufrufe zu Gewalt im engeren Sinn gegeben. Die Gefahr ist viel mittelbarer. Denn natürlich ist es für eine Gesellschaft gefährlich, wenn es weiße Flecken gibt, die wir in unserer Wahrnehmung einfach ausblenden, in denen dauerhaft die Trennung von Muslimen und Nicht-Muslimen gepredigt wird, unter sich zu bleiben, weil das Leben draußen – in der westlichen Kultur – nicht gut ist für Muslime.
Wurden nie die Hilfsbereitschaft der Deutschen oder mögliche Gemeinsamkeiten erwähnt?
2016 gab es ja genügend Anlässe, um Gemeinsamkeiten zu benennen, sei es die Hilfsbereitschaft oder Terroranschläge, die es ja sowohl in der islamischen als auch in der deutschen Gesellschaft gegeben hat. Das hat in den Predigten, die ich gehört habe, nicht stattgefunden. Nach dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt sagte ein Imam, dass Menschen getötet wurden und es jetzt wieder Menschen geben werde, die das gegen den Islam nutzen wollen – und predigte dann, dass die größte aller Gefahren die Weihnachtsgefahr sei. Das wirkte auf mich nach einem Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt besonders unangebracht.
Durch Ihre Sendung „Marhaba“ wurden Sie ja von vielen als Willkommensonkel beschimpft, der „moscheereport“ wirkt nun eher islamkritisch.
Ich bin Journalist und zeige, was ich in den Moscheen gehört und gesehen habe. Und ich finde, darüber sollte dringend diskutiert werden.
Das Interview führte Sabine Sasse